Borderline Beziehung: Spaltung (Idealisierung / Abwertung)

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@ Pixabay / RyanMcGuire
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  • Man weiß, der Beginn einer Beziehung mit einem Borderliner ist ausgesprochen intensiv und emotional.
  • Man weiß, der Partner gewinnt dabei das Gefühl, seinen Seelenverwandten gefunden zu haben.
  • Man weiß, der Partner fühlt sich dabei mit dem Borderliner symbiotisch verbunden.
  • Man weiß, Borderliner haben Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren.
  • Man weiß, Borderliner sind instabil in ihren Gefühlen und sprunghaft in ihren Gedanken.
  • Man weiß, Borderliner bedienen sich primärer Abwehrmechanismen wie z.B. der Spaltung, die von Idealisierung und Abwertung unterstützt wird.

Man weiß.
Man schwarz.

Die Welt wird in schwarz-weiß geteilt.

In meiner langjährigen Arbeit und Forschung über Borderline und Beziehungsdynamik*, werde ich von Partnern häufig mit der Frage konfrontiert: „Bin ich jetzt für sie/ ihn (den Borderliner) schwarz?“ Kann ich wieder weiß werden?“

Das Verhalten einer Person, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet, ist sehr schwer zu verstehen. Alles was er sagt oder tut erscheint so irrational. Von heute auf morgen von einem Borderliner plötzlich verlassen zu werden, schmerzt, vor allem wenn es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt.

Was zurück bleibt ist pure Verzweiflung. Man fühlt sich misshandelt, manipuliert und verraten.

Was den Abbruch der Beziehung so schmerzhaft macht ist:

  • der plötzliche und unerwartete Abbruch der Beziehung
  • die eiskalte Art und Weise wie das geschieht
  • der unglaubliche Hass und die Abwertung mit dem sie ihre Ex-Partnerin/Ihr Ex-Partner plötzlich konfrontieren
  • dass Klärungsversuche und der Wunsch noch einmal darüber zu reden rigoros abgeblockt werden

Warum wird die Beziehung meistens abrupt beendet?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • die diffusen, frei flottierenden Ängste, die der Borderliner in sich trägt
  • der Wunsch die aufgebaute Spaltung aufrecht zu erhalten
  • Schuldgefühlen aus dem Weg zu gehen, die durch Trennungsschmerz, den damit einhergehenden Verlustängsten und dem Leidensdruck des (Ex)Partners ausgelöst werden könnten.
Am Ende bleibt der Schmerz und die Frage WARUM?: Dynamik einer Borderline-Beziehung (Edition Klotz)*
Suzana Pavic, Ed Hellmeier - Herausgeber: Westarp - Auflage Nr. 2017 (12.06.2017) - Taschenbuch: 202 Seiten
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Was ist Spaltung?

Borderline Spaltung
@ Pixabay / StockSnap

Menschen die an einer Borderline Persönlichkeitsstörung leiden, sind nicht in der Lage ambivalente und vieldeutige Affekte zur selben Zeit wahrzunehmen. In einem Moment wird nur ein einzelner, eindeutiger Affekt akzeptiert. Dies hat zur Folge, dass es für sie auch nur eine einzige passende Kognition gibt, die sie akzeptieren.

So wird eine Bezugsperson beispielsweise als ausschließlich liebevoll und beschützend empfunden und bewertet, obwohl die Beziehungserfahrung mit dieser Person auch andere Qualitäten enthält.

Zu einem anderen Zeitpunkt wird die gleiche Person dann ausschließlich als angsteinflößend und störend wahrgenommen, obwohl sich am Verhalten der Bezugsperson nichts wesentlich verändert hat.

Die Spaltung ist verantwortlich für die emotionale und kognitive „Schwarz-Weiß-Malerei“, die charakteristisch bei Borderlinern anzutreffen ist. Ihnen ist eine zeitliche Integration verschiedener Gefühle, kognitiver Bewertungen, Intentionen, Imaginationen usw. nicht möglich. Grund dafür ist die folgenreiche Unfähigkeit, Ambivalenz oder Zwiespältigkeit zu ertragen.

Der psychodynamische Schutzmechanismus Spaltung wird überaus oft durch andere, unreife Abwehrmechanismen unterstützt. Die häufigsten sind dabei die Mechanismen Verleugnung, Projektion, Projektive Identifikation oder Abwertung und Idealisierung*. Es gibt jedoch noch weitere.

Idealisierung kann auf dramatische Weise ins Gegenteil umschlagen, wenn der Borderliner plötzlich beim Partner „Fehler“ entdeckt und der Glanz der Vollkommenheit schwindet. Borderliner sind sehr sensibel. Es entsteht in ihnen schnell das Gefühl, etwas hätte sich in der Beziehung verändert. Vielleicht kann der Partner auch nicht mehr so viel Aufmerksamkeit aufbringen wie es der Betroffene fordert. Wenn dies der Fall ist, entstehen beim Borderliner überdimensional große Ängste. Verlustängste machen sich breit, die als unerträglich und lebensbedrohlich erlebt werden.

Um sich vor diesem Verlust und dem damit verbundenen Schmerz zu schützen, wird durch Abwertung des Partners versucht, die drohende Trennung emotional zu entschärfen.

Das verheerende dabei ist, es wird nicht nur die momentane Situation bewertet, vielmehr „erinnert“ sich der Borderliner an alles, was ihn vielleicht vorbewusst bereits immer gestört hat. In einer Art „Abwertungsspeicher“ wurden bereits während der Beziehung eifrig Abwertungs-Gründe vorbewusst gesammelt, die nun als großes Paket, in für den Borderliner bedrohlichen Situationen, hervorgeholt werden. Auf diese Weise wird nicht nur die momentane Situation, sondern auch der Partner und die gesamte Beziehung abgewertet.

Ich möchte es anhand eines Beispiels erklären, so dass man besser versteht, was genau in so einem Moment in einem Borderliner vor sich geht.

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@ Pixabay / AdinaVoicu

Lara und Damian sind seit 6 Monaten ein Paar. Lara leidet an einer Borderline Persönlichkeitsstörung.

DAMIAN: Ich lernte Lara über meine Freunde kennen. So eine tolle Frau hatte ich noch nie zuvor kennen gelernt. Wir konnten über alles reden, hatten die gleichen Interessen…es passte einfach alles. Wir hatten sogar dieselben Lieblingsfilme.

Sie betonte in der Zeit, in der wir zusammen waren, immer wieder, ich wäre ihr Traummann und dass sie noch nie zuvor das Gefühl hatte, endlich am Ziel Ihrer Suche angekommen zu sein. Bei mir war das auch so. Ich sehe mich nicht als besonders leidenschaftlichen Menschen und hätte mich im Gegensatz zu anderen Männern niemals gewagt, ihr ohne unmissverständliche Aufforderung an die Wäsche zu gehen. Doch Lara gab mir das Gefühl genau das zu wollen. Überhaupt hatte sie eine für mich ungewohnt offene Auffassung von Sexualität.

Unsere gemeinsame Zeit war sehr intensiv. Eine so intensive Nähe hatte ich bis dato noch nie erlebt. Schon früh in der Beziehung bemerkte ich ihre Eigenarten. Es fing damit an, dass sie nach Meinungsverschiedenheiten nicht mehr mit mir sprach. Ich lernte schnell dies zu akzeptieren und sie in diesen Momenten in Ruhe zu lassen.

Was nun jedoch passiert ist, hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen. Ich verstehe nicht was passiert ist und bekomme auch keine Antworten.

Aus geschäftlichen Gründen musste ich nach Rio de Janeiro fliegen. Lara hatte mich zum Flughafen gebracht und wir verabschiedeten uns innig. Es war das erste Mal, dass wir uns für ein paar Tage trennen mussten. Der Abschied von Lara war so intensiv, dass ich während des ganzen Fluges nach Rio, an sie denken musste.

Kaum in Brasilien gelandet, griff ich zum Telefon, um sie anzurufen und ihre Stimme zu hören. Ihr Telefon klingelte, doch sie ging nicht dran. Daraufhin schickte ich ihr per Whatsapp eine Nachricht. Ich schrieb ihr, ich wäre gut angekommen und dass ich an sie denke und sie mir sehr fehlt.

Nachdem ich im Hotel angekommen war, bemerkte ich, dass meine Nachricht sie nicht erreicht hatte. Etwas irritiert versuchte ich, sie nochmals anzurufen und diesmal ging Lara ans Telefon.

Sie meldete sie mit eiskalter Stimme und beendete aus heiterem Himmel die Beziehung. Ich solle sie nie wieder anrufen, schrie sie mich wütend an. – Meine Welt brach zusammen.

Noch lange nachdem sie aufgelegt hatte, saß ich entsetzt auf meinem Hotelbett und konnte mich nicht mehr bewegen. Diese Eiseskälte in ihrer Stimme. Schluss – und keine Begründung wie es dazu kommen konnte.

Die Woche in Rio war für mich der reine Horror. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, in den Meetings war ich fahrig und abwesend. Mehrfach habe ich versucht sie zu erreichen, doch erfolglos – ich konnte sie nicht mehr erreichen. Lara hatte mich überall geblockt und gesperrt.
Noch am selben Tag meiner Rückkehr aus Rio fuhr ich zu ihr nach Hause. Den eiskalten Blick den Lara mir zuwarf als sie die Türe öffnete und mich sah, werde ich in meinem Leben nie wieder vergessen.

Ich fragte sie was passiert sei, was los war, warum sie die Beziehung so plötzlich beenden wollte.

„Du fragst noch was los ist! Ich hasse Dich und will nie mehr etwas von dir hören!“ schrie sie mich an. „Von Anfang an betrügst und verarschst du mich. Geh zu deinen Brasilianerinnen oder zu dieser Kellnerin, die du immer so anstarrst und lass mich in Ruhe.“

Ich konnte es nicht fassen, was sie mir vorwarf, aber es ging noch weiter.

„Meinst du ich habe nicht gemerkt, wie du sie angeschaut hast, als wir zusammen essen waren? Du schreibst ja auch immer heimlich Nachrichten über Whatsapp, auch noch mit mehreren Frauen. – Wie konnte ich nur so blöd sein dir zu vertrauen.“

Ich wollte etwas erwidern, doch Lara ließ mich nicht zu Wort kommen.

„Ich hätte es gleich wissen müssen. Du bist nur ein verlogener Versager, überhaupt nicht fähig eine Beziehung zu führen. Wie blöd ich doch war, mich auf dich einzulassen, aber ich habe es letztendlich kapiert. – So etwas wie dich muss ich mir echt nicht antun.“

Konnte ich jetzt schon nicht mehr fassen, was sie mir da alles an den Kopf warf, wurde es noch schlimmer.

„Immer mussten wir deine blöden Filme sehen. Was ich wollte hat dich doch nie interessiert. Nie hast du mich gefragt was ich eigentlich will. Mit so einem ignoranten Scheißkerl will ich keine Beziehung. Ich will dich nicht mal kennen. Hau ab, ich hasse Dich!“

Mit diesen Worten schlug sie mir die Tür vor der Nase zu und ließ mich einfach stehen.

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Was genau ist da nun passiert?

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@ Pixabay / AdinaVoicu

In der Idealisierungsphase passte sich Lara Damian, durch projektive Identifikation, voll und ganz an. Alle seine Wünsche, Ziele und Interessen übernahm sie für sich und fühlte es in diesem Moment auch so. So konnte sie die perfekte Illusion erschaffen und Damian war sich sicher seiner absoluten Traumfrau gegenüber zu stehen.

Doch schon in dieser Phase kamen in Lara gelegentliche Zweifel. Es gab bereits Kleinigkeiten, die sie störten, der sie in dieser Phase jedoch nicht große Aufmerksamkeit schenkte. Trotzdem speicherte sie die Dinge vorbewusst ab. Es kann sich um eine unangemessene Bemerkung handeln, oder einen Blick in die falsche Richtung oder sogar ein Geruch.

Wenn sie zum Beispiel über Whatsapp Kontakt hatten und er zwar online war, jedoch nicht sofort antwortete, machte sie sich sofort Gedanken und steigerte sich rein. In ihr kam der Verdacht hoch, er würde in diesem Moment mit einer anderen Frau schreiben.

Sie sprach ihn nie darauf an, denn sie wollte das perfekte Bild, das sie von der Beziehung hatte, nicht durch ihre Eifersucht und Zweifel zerstören.
Es können viele Kleinigkeiten des Alltags sein, die vielleicht für jeden anderen eine Lappalie darstellen, einen Borderliner jedoch verletzen und verstören.

Solange die Liebe noch frisch ist und die verbindenden Gefühle noch sehr stark und intensiv wahrgenommen werden, spielen diese Kleinigkeiten keine große Rolle. Noch sind sie nicht bedeutend genug deswegen die Beziehung in Frage zu stellen. Diese Idealisierungsphase wirkt wie ein Rausch*. Die intensive Verbindung, die überbordenden Gefühle und die Verschmelzung mit dem Partner stehen im Vordergrund.

Diese Phase kann jedoch plötzlich und unerwartet enden und ins genaue Gegenteil umschlagen. Ein schiefer Blick, eine Kleinigkeit kann ausreichen und alles was zuvor über die gesamte Zeit an negativen Eindrücken gesammelt wurde, wird hervorgeholt.

Als Damian nach Rio flog, begann in Laras Kopf, ein Film abzulaufen, der sie wie eine Abwärtsspirale immer tiefer in ihre Abwertung zog. Sie wertet sich in diesem Moment auch selbst ab, weil sie kein gesund entwickeltes Selbstwertgefühl hat und sich kaum vorstellen kann, jemand könnte sie lieben. Außerdem fehlt ihr die Objektkonstanz. Wenn der Partner nicht in der Nähe ist, fühlt sie sich verlassen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Durch die Trennung und die damit verbundene Verlustangst konnten die Reize von außen nicht mehr gefiltert werden und sie reagierte nur noch direkt aus dem Unterbewussten. Laras Assoziation mit Rio de Janeiro ist: Copacabana – nackte Frauen und ihr Freund mitten unter ihnen. Sie fürchtet ihn zu verlieren und diese Verlustangst wird immer größer je mehr sie darüber nachgrübelt und sich hineinsteigert. Irgendwann ist sie nicht mehr kontrollierbar.

Auf der einen Seite hat Lara große Angst Damian zu verlieren, auf der anderen Seite ist diese Angst so unerträglich, dass sie die Beziehung lieber beendet, als weiter zu leiden. Genau da setzt die Spaltung ein, weil diese starken widersprüchlichen Emotionen nicht auszuhalten sind. Der Borderliner versteht in diesem Moment selbst nicht was genau da in ihm vor sich geht. Es geht letztendlich nur noch darum sich selbst zu schützen.

Sie nimmt die Bilder in ihrem Kopf als Realität wahr. Für sie ist Damian nun ein Mensch, der sich in Rio am Strand mit nackten Frauen vergnügt, der sie mit der Kellnerin ihres Lieblingslokals betrügt und sie noch dazu zwingt blöde Filme anzusehen. Sie fühlt sich verlassen, verletzt, betrogen und abgelehnt. Für sie fühlt sich alles sehr schmerzhaft an und sie erlebt eine große emotionale Krise die sie nur mit Hilfe der Spaltung einigermaßen überwinden kann.

Alles kommt nun aus dem „Abwertungsspeicher“ hoch, so dass sie Damian und die ganze Beziehung nur noch im negativen Licht sehen kann.

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@ Pixabay / geralt

DAMIAN: Ich wusste nicht wie es um mich geschieht. Die Frau die ich liebe, schleudert mir so einen Hass entgegen; Vorwürfe die nicht stimmen. Ich stand minutenlang vor ihrer Tür und konnte mich nicht bewegen. Es hörte sich alles wie ein großes Missverständnis an. Ich habe noch ein paar Male versucht sie zu erreichen, aber sie reagierte auf nichts mehr. Solche Verzweiflung und Hilflosigkeit habe ich bis jetzt noch nie in meinen Leben erfahren. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Eine Woche danach kam ein „Hallo“ über Whatsapp. Mein Herz begann zu pochen. Ich wusste nicht, wie ich es einordnen sollte. Sie schrieb weiter: „Wann kann ich meine Sachen abholen?“ Ich war wie in Trance. Automatisch antwortete ich „Wann immer du willst“ in der Hoffnung die Konversation fortzusetzen. „Kann ich heute Abend kommen?“ schrieb sie. „Natürlich!“ habe ich geantwortet, auch wenn ich heute Abend weggehen wollte, um mich abzulenken, aber das war jetzt zweitrangig. Ich wollte Lara sehen und erfahren was los ist.

Als sie vor der Tür stand, sah ich ihre traurigen Augen und wir fielen uns in die Arme. Wir haben uns leidenschaftlich geküsst, so intensiv wie noch nie zuvor und landeten im Bett. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Nach zwei Wochen die so extrem schmerzten, steht sie vor mir, wir sehen uns und sind uns so nah, wie zwei Magneten, die voneinander nicht mehr loslassen können. Diese Nähe hat sich in dem Moment so angefühlt, als wenn wir miteinander verschmelzen und eins werden.

Über das was passiert ist, wollte Lara nicht reden. Sie hat das Thema erfolgreich vermieden und drei folgende Wochen waren sehr harmonisch. Es hing trotzdem in der Luft. Wie ein Riss der präsent war, aber nicht zu greifen.

Als ich sie eines Tages angerufen habe, um ihr zu sagen, dass ich mit Kollegen nach der Arbeit etwas trinken gehe, ist sie auf einmal eiskalt geworden und sagte mir: „Na dann. Viel Spaß.“ Und legte auf. Als ich zurückrief, ging sie nicht ran. Ich habe ihr geschrieben und gefragt, ob alles okay sei. Ich bekam keine Antwort. Die nächsten drei Tage nur Funkstille. Nach drei Tagen kamen wieder Beschimpfungen über Whatsapp: „Ich wusste, dass du ein Lügner bist. Ich bin so naiv gewesen, dir wieder zu vertrauen. Geh aus meinem Leben und lass dich nie mehr blicken! Du hast mich nie geliebt. Du bist ein verlogenes Arschloch. Ich kann nur noch Hass und Verachtung für dich empfinden.“

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@ Pixabay / RyanMcGuire

Für Lara waren diese zwei Wochen (seine Reise und die Woche danach) sehr schmerzhaft und sie erlebte diese als großen Verlust, als schwere emotionale Krise. Jede Trennung ist für einen Borderliner mit viel Schmerz verbunden und mit der Hilfe der Spaltung schützen sie sich vor diesem. Nach ein paar Tagen tauchten das Vermissen und die Sehnsucht auf. Sie erinnert sich wieder an die schönen Momente der Nähe. Die Sehnsucht nach Damian ist groß, aber die „dunkle Wolke“ ist immer noch da. Das perfekte Bild von Damian ist beschmutzt, doch trotzdem vermisst sie ihn. Sie versucht Kontakt aufzunehmen. Da sie nicht weiß, wie er reagiert, fragt sie nach ihren Sachen. Sie kann sich nicht an alles erinnern, was sie ihm in ihrer Wut gesagt hat (dissoziative Amnesie) und hat Angst, wie er auf sie reagiert. Als sie ihn sieht, ist die Sehnsucht ganz groß und sie fällt ihm in Arme und somit wird die Nähe wiederhergestellt. Nach der enormen Anspannung und Erschöpfung, fühlt sie sich wieder gut.

Zweifel bleiben. Nachdem der „Abwertungsspeicher“ offen ist, hat das perfekte Bild von der Beziehung* und den Partner Risse erhalten und deshalb werden die Abstände zwischen Aufwertung und Abwertung immer kürzer und jedes Mal wird der äußere sowie der innere Konflikt heftiger. Damian wird wieder aufgewertet, aber nicht mehr idealisiert wie am Anfang. Sie kann Damian nicht vertrauen (ein Borderliner kann niemandem vertrauen) und fängt an zu beobachten und auf jede Kleinigkeit in seinem Verhalten zu achten. Als er sagt, dass er mit seinen Kollegen etwas trinken geht, fühlt sich Lara abgelehnt und ungeliebt. In ihrer Wahrnehmung liebt Damian sie nicht und alles andere ist wichtiger als sie. Sie steigert sich rein und erzeugt dementsprechend die Situation, die mit der Wahrnehmung und Realität von Damian nichts zu tun hat. Lara hat ständig Angst verlassen und nicht geliebt zu werden und nimmt viele Gegebenheiten als Ablehnung wahr.

Wie schon erwähnt, der „Abwertungsspeicher“ besteht von Anfang an und wird vorbewusst gefüllt mit jedem Moment, der nicht dem Idealbild entspricht oder als verletzend wahrgenommen wird.

Im Gegensatz zu einer gesunden Beziehung, wo Unzufriedenheit durch Gespräche oder auch Streit aus der Welt geschafft werden („Leerung des Speichers“), bleibt der Speicher bei Borderliner immer voll und füllt sich weiter bis er immer wieder platzt. Man kann sich diesen Speicher vorstellen, wie ein Fass ohne Abfluss, das durch ständig widerkehrenden und neu hinzukommenden Abwertungen so lange gefüllt wird, bis er unweigerlich platzt.

Für den Borderliner gibt es keinen Mittelweg, keinen Spielraum für Kompromisse. Aufgrund der extremen Schwankungen der Wahrnehmung, kann der Borderliner nicht bei einer Sache bleiben. Für Borderliner gibt es keine Emotionen verbundene Vergangenheit, nur das Jetzt. Wenn ein Fehler im Jetzt passiert, kann die ganze schöne oder erfolgreiche Vergangenheit komplett ins Negative umgekehrt werden – in einem einzigen Augenblick.

Aus diesem Grund werden die zwischenzeitlichen neuen Symbiosen (z.B. Versöhnungssex) in ihrer Intensität schwächer und kürzer, weil der Speicher immer mehr in Vordergrund kommt und der Borderliner den Speicher immer mehr spürt und dieser durch neue Situationen, die der Borderliner als Verletzung oder Ablehnung empfindet, immer mehr an Präsenz gewinnt.

Der Eindruck, der durch die Eiseskälte des Borderliners beim Partner hervorgerufen wird, dass eine Beziehung leichtfertig weggeworfen wird, entspricht nicht der inneren Not die ein Borderliner durchlebt. Die Eiseskälte ist eigentlich nur das Endresultat, die inneren schmerzhaften Prozesse, die dazu dienen sich vor dem großen Schmerz und der Angst zu schützen.

Am Ende bleibt die Antwort auf die Frage des Partners „Kann ich wieder weiß werden?“.

Ja – können schon, allerdings nie dauerhaft und konstant, wie es aus einer gewöhnlichen Beziehung erwartet wird. Es bedarf eines enormen Reflektionsvermögens und Trainings, um mit diesen starken, wechselnden Wahrnehmungen umzugehen und die Beziehung aufrecht zu erhalten.

Wir empfehlen zum Thema folgenden Buchvorschlag: Am Ende bleibt der Schmerz*

Das Buch soll der Aufklärung dienen. Es richtet sich an alle diejenigen, die sich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung auseinandersetzen wollen. Ziel dieses Buches ist es, die Dynamiken einer Borderline-Beziehung zu erklären, auf rationaler, sowie auf emotionaler Ebene. Aufgrund eigener Erfahrungen wissen Suzi Pavic und Ed Hellmeier, dass Aufklärung und Verständnis sowohl für Betroffene, als auch deren Partner wichtig sind, um besser mit dieser komplexen Krankheit umgehen zu können. Die Autoren versuchen dies mit einfachen Worten und bringen Klarheit, was sich hinter den gängigen Fachbegriffen verbirgt. Sie räumen dabei auch mit dem einen oder anderen Klischee auf.

Buchvorschlag: Am Ende bleibt der Schmerz und die Frage WARUM: Dynamik einer Borderline-Beziehung*

Gastautor: @Suzana Pavic – Heilpraktikerin für Psychotherapie – Psycholgische Beraterin – http://www.suzana-pavic.de/

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Über Gastautor 128 Artikel
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46 Kommentare

    • Nein das ist nicht wahr. Alle Borderliner sind komplett gleich, keine Individuen. ALLE KOMPLETT GLEICH! Diese kleinen Würstchen die solche Artikel erstellen nachdem eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Der böse, böse Borderliner und auf der anderen Seite das arme Opfer.

      Herr schmeiß Hirrn vom Himmel

      • Ist auch so.Borderline sollten vor einer Beziehung offen mit dem Partner reden und nicht erst dann wenn es zu spät ist.Gesunde Menschen haben ein Recht selber zu entscheiden möchte ich eine Beziehung mit so etwas oder nicht.Und nicht erst über der Krankheit reden wenn man schon über beiden Ohren verliebt ist.Wenn Borderliner das nicht können sollten Sie die Finger von Beziehungen lassen.Sie machen damit gesunde Menschen kaputt.Also bitte überlege Dir vorher was Du da schreibst

      • Artikel richtet sich nicht gegen Borderliner, so wie ich es verstehe, sondern geht es hier um Erklärung um damit besser umgehen zu können. LESEN bevor man kommentiert!

    • Das Beispiel ist noch Harmlos. Die einzigen Borderliner die sich voneinander unterscheiden sind solche die sich in Therapie befinden und jene welche keine Therapie für nötig halten , weil ja immer der Gegenüber der Gestörte ist. Ich hab sowas schon miterlebt . Nach so einer Beziehung brauch man selber einen Therapeuten. Borderliner sind ganz arm dran als solche die sich nicht unter Kontrolle haben.

  1. wirklich hoffnungslos solche Fälle, das macht kein gesunder Mensch auf Dauer mit, sonst wird man selber krank dadurch und das ist am Ende ja auch kein Gewinn in der Partnerschaft.

  2. Dieser Artikel bringt es 100%ig auf den Punkt. Ich bin seit 2 1/2 Jahren mit einer Borderlinerin zusammen und es ist alle vier bis acht Wochen Schluss. Das ist kaum auszuhalten. Ich glaube, auf Dauer kann man eine solche Beziehung nicht durchstehen, da gehst du als Partner daran kaputt.

    • Ich kenne das lieser8 auch, alle 2- 4 Wochen bei uns allerdings.. ich kann das solangsam auch nicht mehr, bei mir ist noch ein Kind mit in der Beziehung allerdings ist er nicht der Papa. Ich bin am überlegen so schwer es ist und so doll es weh tut unsere Beziehung zu beenden.

  3. Der Artikel beschreibt meine Gefühle ganz genau. Selber hätte ich es nur nie so definieren können, wie es wirklich abläuft. Ich bin in unserer Beziehung, derjenige der meiner Partner das seit 7 Jahren zumutet. Obwohl ich sie liebe empfinde ich regelmäßig nur Wut u Hass für sie. Ich kann aber auch nicht ohne sie sein..

  4. Hallo Zusammen. Der Text oben beschreibt es perfekt. Danke dafür.
    Mir stellt sich die Frage ob der Borderline-Betroffene sich von der Beziehung je richtige lösen kann? Könnt ihr mir eure Erfahrungen dahingehend nochmal mitteilen? Danke.

  5. Guten Abend zusammen!
    Bin eben auf diesen Beitrag gestoßen. Er beschreibt es mehr als treffend. Ich stelle mir aber die Frage ob der Borderline-Betroffene je bzw wann mit der Beziehung abschließt? Durch das hoch und tief was er erlebt. Wenn die Sehnsucht wiederkommt und er anfängt langsam wieder weiß zu sehen. Kann einer vielleicht in der Hinsicht über Erfahrungen sprechen? Vielen Dank im Voraus.

    • Es kommt auch in gewisser Weise darauf an ob der BPS Betroffene in Therapie ist und ob diese etwas hilft.

      Der Mensch mit der Borderline-Störung (so war es zumindest bei mir) spaltet so lange hin und her bis entweder das Mass in seinen Augen an “Enttäuschungen“ und Abwertungen dir gegenüber voll ist und du deswegen irgendwann automatisch für immer schwarz bleibst oder wenn jemand anderes, jemand neues der weiss ist und keine Risse (Abwertungen) hat und mit diesem eine neue Symbiose eingegangen werden kann. Wann das sein kann und wann man endgültig schwarz wird kann niemand genau sagen. Ich spreche aus Erfahrung. Ich bin nun endgültig schwarz und davor mehrmals betrogen und mehrmals nahtlos ausgetauscht worden. Und jetzt auch wieder und ich spüre vom Verhalten her das es jetzt endgültig ist. Ich bin ihr absolut gleichgültig und diese Kälte mir gegenüber ist sehr schlimm. Bevor es soweit kommt merkt man (so war es bei mir) das immer öfter zwischen Abwertungen/Distanz & Idealisierung/Nähe gewechselt wurde und die Abstände von Kontaktabbruch zur erneuten Kontaktaufnahme immer länger wurden. Auch die Art und Weise einem gegenüber ändert sich. Man weiss nicht mehr was man jetzt wieder falsch gemacht hat wenn der Betroffene wieder plötzlich auf Distanz geht und versteht mehr und mehr die Welt nicht mehr. Ich bin jetzt deswegen selbst in Therapie. Leider ist diese Störung sehr schlimm für die Partner/in und die Betroffene selbst und die Störung kann sie in Symptome und Stärke der Symptome ja von Betroffenen unterscheiden.

      • Danke für diese klare Leistung. Ich war ca.7 Jahre in Partnerschaft mit einer Borderlinerin. Nach der ersten Trennung kam sie nach acht Monaten wieder. Fast wie oben beschrieben, :dann nach ca. sieben Monaten / also nun dem zweiten mal des Zusammenlebens/ : wieder Trennung von ihr ausgehend.
        Obwohl ich sie liebe und unter den Trennungen auch ihretwillen leide, sollte ich nun ohne sie weiterleben; das ist sehr schwer, aber nicht zu ändern, da sonst die Gefahr mich selbst zu verlieren. Es gibt leider so wenig Ansprechpartner für Ex-angehörige. Ich muss wohl wieder sehr stark werden um sinnvoll weiter zu leben.
        Allen Ex-betroffenen wünsche ich Mut und Kraft das Leben wieder lebensfroh zu erleben.

  6. Ich habe es mir gleich zweimal durchgelesen, Da ich mit meiner Freundin (welche typische: ich will fast sagen absolut identische aber nicht Psychologisch nachgewiesene Eigenschaften hat) Ich habe mittlerer Weile schon die 11 Trennung und Versöhnung durchlebt, Sachen wurden zerstört, Psychische Gesundheitsschäden, etc… Bis ich durch bekannte und einen sehr guten Freund erfahren habe wie man mit solchen Personen umzugehen hat. Natürlich kann ich nichts vorrausehen aber mit DIESEM TEXT bzw. THEMA welches absolut passend beschrieben wird, habe ich einiges dazu gelernt. Vielen Dank an den Autor!!!!! für die selben die es auch so oft und heftig erleben, ich wünsche euch sehr viel Kraft und einen Kühnen Kopf

  7. Ich kenne das leider auch,bei uns alle 2- 4 Wochen.. ich kann das solangsam auch nicht mehr, bei mir ist noch ein Kind mit in der Beziehung allerdings ist er nicht der Papa. Ich bin am überlegen so schwer es ist und so doll es weh tut unsere Beziehung zu beenden. Mich macht es selber psychisch fertig und diese verbalen Wutausbrüche was da für worte fallen..kann ich nicht vergessen..habe aber auch Angst das er sich dann etwas antut.

    • Ich selber habe ein Kind, und meine Freundin hat 2. Und es sich nicht meine Kinder aber das ist zwar schwierig und man brauch einen guten zusammenhalt aber man kann es schaffen. Nur Borderline und noch 2 kinder wird hakt eine harte Herausforderung, habe selber schon gesagt ich gebe auf aber wir lieben uns halt schon sehr..

  8. Vielen Dank für diesen Text. Ich bin selber seit einem Jahr mit einem borderliner zusammen und das hier reflektiert sehr gut unsere Beziehungen, dieses plötzliche kalte und abweisende dann die Trennung…In diesem Jahr jetzt zum 5. Mal, die Abstände unvorhersehbar….es ist wirklich unerträglich egal wie sehr man versucht es zu verstehen und dem partner die zeit zu geben….borderline ist für jeden partner ein hartes los….und es gibt tatsächlich wenig Austausch Möglichkeiten für betroffene ….mich Würde auch interessieren ob borderliner einen irgendwann dann auch loslassen können. .. wünsche auch allen die gerade ein Höllen ritt durchmachen viel kraft und Stärke

    • Sie lassen dann erst los wenn du schwarz bist und eine neue Haltestange bzw weißer Ritter/ Retter da ist und den Borderliner vor dir rettet!;-) warmer Wechsel.Dieser Tag wird kommen wenn der Abwertspeicher übervoll ist. Meine Meinung!

  9. Genau so läuft es auch bei mir ab.
    Das zerstört mich.
    Sie beschimpfte mich aufs ärgste nun ist seit 3 Monaten kontaktabbruch. I h habe so sehr Angst sie komplett zu verlieren!

  10. Lebe in on off beziehung mit borderlinerin seit 17monaten, momentan gerade off bereits 14 tage wieder..ich kann 1 zu 1 die story oben bestätigen nut krasser plus alkohol und sex (promis?) während off .. keine störungsaktzeptanz nur opferrolle und verleumdungen.. ich lauf schon auf dem zahnfleisch und hoffe innerlich sie kommt nicht mehr zurück..vermisse sie aber sehr!! Die frau während der on phasen..

    • es geht mir wie dir und es wurde nicht besser sondern nur schlimmer nach jeder Trennung und nach jedem versuch ein klärendes Gespräch zu führen
      ihre Verleumndungen und Unterstellungen haben ein ausmaß erreicht wie man es sich nicht vorstellen kann
      für Leute wo keine Selbsterfahrungen mit solchen Menschen gemacht haben nicht vorstellbar mit was für mittel solche Menschen „arbeiten“
      erzähl deine Story einem ahnungslosen …er denkt du bist durchgeknallt und glaubt dir nicht
      nicht vorstellbar …bin immer noch am verarbeiten..seit 2monaten kontaktabbruch …habe alle telne. email Adressen geändert,weil ich nichts mehr wissen will was sie alles erzählt und wie sie waltet.totaler kontaktabbruch auch zu ihrem Umfeld…da werde ich nur als der übelste aller gesehen

  11. In diesem Artikel finde auch ich mich wieder. Das Gefühl der tiefen Ohnmacht kenne ich nur zu gut. Ich bin nun mit meinem Partner im vierten Jahr zusammen und er hat bis jetzt 36 Mal „Schluss“ gemacht. Es ist die Hölle für mich und trotzdem kann ich ihn nicht verlassen. Ich habe immer die Hoffnung,dass er erkennen wird,dass die Gründe (immer bin ich für sein Schlussmachen schuld) nicht der Realität entsprechen sondern seiner falschen Wahrnehmung. Ich habe die Hoffnung,dass wenn er dies für sich erkennt,er in den Momenten,wo es bei ihm wieder passiert,er sich selber Sicherheit verschaffen kann und erkennt,das sein Empfinden nicht real ist und es keinen Grund gibt mich immer wieder so furchtbar abzuwerten. Können das Menschen,die an dieser Störung erkrankt sind? Können sie in der Lage sein,Dich in diesen heftigen Momenten selbst zu reflektieren?

    • Hallo ,habe heute das erste Mal über meinen Partner (Ex) das Wort Borderliner gehört ,gegoogelt und mich bis ins kleinste auf vielen Seiten wiedergefunden.es ist die Hölle .zwei mal wurde der Urlaub par Stunden vorher storniert .Plötzlich Kontakt einfach abgebrochen.Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt kann man dieses Chaos beschreiben .Mehr Innigkeit geht mit einem Menschen eigentlich nicht und gleichzeitig aber auch nicht mehr Fremde und Distanz.Es ist die Hölle und ein ständiges Auf und Ab.

  12. Bin nach einem Streit mit meiner Liebsten und der anschließenden wohl klassischen „Ursachenforschung auf Google“ hier gelandet. Bin seit 8 Jahren in einer Beziehung mit einer (nicht psychologisch festgestellten) Borderlinerin. Die wunderbare Idealisierungsphase wechselt sich unregelmässig ab mit der absolut verletzenden Abwertungsphase. In der Abwertungsphase habe ich das Gefühl, das meine Partnerin garnicht mehr sie selbst ist. Alles Liebevolle an ihr ist weg und Sie verwandelt sich in ein Monster. Nach dem Streit erinnert sie sich nur noch an die schlimmen Dinge, die ich als Reaktion darauf zu ihr gesagt habe und ist selbst die Verletzte. Klassische Schuldumkehr…Ich soll mich dann bei ihr entschuldigen. Sie hat schon schon so gut wie alles an mir oder meinem Verhalten abgewertet. Da ich mir das nicht gefallen lasse, arten unsere Streits mittlerweile ziemlich aus und ich kontere heftig. Wenn ich ihr sage das ich mich trennen möchte, dann prophezeit sie mir Horrorerlebnisse mit den Frauen „da draußen“ und das es mir ohne Sie viel, viel schlechter gehen wird. Wenn ich denn überhaupt nochmal „so eine Hübsche wie sie..“ abbekommen würde….Wenn wir in der Symbiose sind, dann sind wir „Ein Herz und eine Seele“ und niemand würde glauben, wie es in Streits bei uns aussieht. Ich verharre seit 8 Jahren in dieser Auf- und Ab Beziehung und kann mich irgendwie nicht von ihr lösen, da ich mittlerweile denke jede „normale“ Frau nach ihr ist nur kalter Kaffee…Wohne in Berlin und würde mich freuen über einen Erfahrungsaustausch..

    • @ Life is live wenn du möchtest können wir uns gerne mal auf,n Kaffee in Berlin treffen. Hatte 6 jährige im Dezember und meine Freundin ist danach über Nacht einfach ausgezogen ohne Streit oder sonstiges. Drohungen, Erpressungen, Lügen, Manipulationen von feinsten an dritte & jede Menge Demütigungen. Ich arbeite an mir da ich in Zukunft sowas nicht mehr erleben möchte – sprich: ich Krempel mein Leben komplett um, um in Zukunft besser auf mich mit mehr Selbstliebe, Selbstwert & Selbstachtung zu füllen. Melde Dich wenn du Lust hast!

  13. menschen, die so eine leidvolle on-off beziehung auf längere zeit führen, sollten ebenfalls eine therapie machen. kein mensch, der gelernt hat, sich gut um sich selbst zu sorgen und zu kümmern, würde dieses ewige hin- und her mitmachen. der borderliner hält euch nur den spiegel vor. er gibt euch etwas, was ihr braucht. kommt ihr von ihm nicht los, dann hat das erstmal nichts damit zu tun, dass ihr ihn so sehr liebt. vielleicht wäre es hilfreich, nicht nur zu versuchen den borderliner zu analysieren, sondern sich selber auch einmal. wer dem borderliner schon früh grenzen setzt, wird erstaunt sein, dass man sogar mit solch einem partner eine gute stabile beziehung führen kann. mein freund hat mir von anfang an grenzen aufgezeigt und ich weiss, dass wenn ich damit anfangen würde, ständig schluss zu machen und dann wieder angerannt komme, würde er mich nicht zurücknehmen – und zwar nicht, weil er mich nicht liebt, sondern weil er sich selber genug liebt, dass er sich diese „hölle“ nicht antun würde. ich habe selber eine sehr schwere borderlinestörung und ich bin mir sicher, dass wenn all die vergangenen männer, mir von anfang an grenzen aufgezeigt hätten, diese on-off dynamik trotz der spaltung und dem schwarz-weiss denken, nie oder zumindest nicht so schlimm aufgekommen wäre. einem kleinkind lässt man sowas auch nicht durchgehen und setzt grenzen. wieso können viele das dann nicht beim borderliner?

    • Weil man Grenzen für sich selbst setzen kann, oder für kleine Kinder. In einer Partnerschaft auf Augenhöhe sollte das nicht zu tun sein.
      Aber womit Du sicher recht hast: Langjährige Borderline-Partner sollten ihre Blickrichtung umkehren und auf sich selbst schauen, statt bequemerweise den Partner dauerzuanalysieren. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Nur so kommt man aus dieser brutalen Spirale heraus, und kann wieder ein eigenes Leben leben.

    • Hallo Lara, mich würde ein Ausstausch mit dir sehr interessieren.
      Es gibt da einen sehr besonderen Menschen der mir sehr am Herzen liegt. Wir sind im Grunde bei der ersten Trennung. Ich habe Verständnis gezeigt und halte mich an den Wunsch des Abstandes (sind jetzt ca. 2 Wochen ohne direkten Kontakt).

      Ist es möglich, dass wir E-Mail-Adressen austauschen?

      Herzlichen Gruß
      Vivian

  14. Hallo Lara, mich würde ein Ausstausch mit dir sehr interessieren.
    Es gibt da einen sehr besonderen Menschen der mir sehr am Herzen liegt. Wir sind im Grunde bei der ersten Trennung. Ich habe Verständnis gezeigt und halte mich an den Wunsch des Abstandes (sind jetzt ca. 2 Wochen ohne direkten Kontakt).

    Ist es möglich, dass wir E-Mail-Adressen austauschen?

    Herzlichen Gruß
    Vivian

  15. Ich bin seit 7 Jahren mit einer Borderlinerin zusammen und habe das auch alles mitmachen müssen. Die Diagnose besteht erst seit 2 Jahren. Das Problem ist, dass wir 2 Kinder zusammen haben. Vor 7 Monaten hat Sie sich getrennt und hat jmd. anderen „idealisiert“. Traummann usw. Die Kinder haben sehr drunter gelitten. Sie hat sich wenig um sie gekümmert, wollte wegziehen mit ihrem neuen Freund und ich sollte die Kinder nur sehen wenn es ihr gerade recht war. Ich habe keinerlei Informationen erhalten wie es meinen Kindern geht, das war die Hölle. Der Typ ist natürlich inzwischen Geschichte und ich bin wieder ganz toll! Ja, und nun? Es ist schön wieder bei meinen Kindern sein zu können, ich liebe sie über alles. Ich kann sie ins Bett bringen, einschreiten wenn sie angeschrien und beleidigt werden. Ich habe wieder etwas Kontrolle – wer weiß wie lange. Ich bin wegen der Kinder wieder mit ihr zusammen, trotzdem bin ich keine Maschine und ihr Verhalten verletzt mich sehr. Sie sagt sie liebt mich über alles, will endlich heiraten und betrügt mich dann wieder. Ignorieren, Faust in der Tasche machen und abwarten wie es weiter geht… Für meine Kids tue ich alles.
    An alle die keine Kinder haben: Haut ab, lasst euch nicht ver… Es wird NIE besser werden, glaubt mir. Macht euch nix vor. Ich weiß wie schön es sein kann, aber erinnert euch immer daran wie die andere Seite der Medaille aussieht.

    • Ich war 8 Jahre mit einer Borderlinerin zusammen. In diesen Jahren machte sie 15 mal Schluß, kamm aber immer wieder nach einigen Tagen zurück. Vor 2 Monaten lernte sie einen Mann kennen, der sie angeblich in einem Geschäft ansprach. „Er hatte so hübsche Augen, ist aber nichts besonderes, hat mehrer Macken, eine chronische Erkrankung, Hobbys mit denen sie nichts anfangen kann, er ist ein Technikfreak und keine seiner Beziehungen hielt länger als ein Jahr, sagte sie zu mir“. Man hat Kaffee getrunken, sich gleich geküsst und sie hat sich in ihn verliebt. Ein Tag später hatten sie mit ihm Sex. „Der Sex wäre ok und sie wolle jetzt auch ihren Spaß, sagte sie am nächsten Morgen zu mir“. Dann ließ sie mich einfach stehen, blockierte mich überall und drohte mit der Polizei, falls ich mich jemals wieder bei ihr melden würde (die SMS von ihrem Handy wurde von dem Neuen geschrieben).
      Seit 2 Monaten habe ich nichts mehr von ihr gehört oder gesehen.
      Ob sie wieder kommt? Ich weiß es nicht! Vielleicht kommt sie wieder, wenn es mit ihrem weißen Ritter nicht gut geht. Aber ich nehme sie nicht mehr zurück. Ihr Fremdgehen habe ich hautnah mitbekommen. Ich kann keine Frau zurücknehmen, die monatelang mit einem anderen gef… hat.
      Meine Wut und Enttäuschung lässt sich nicht beschreiben.
      Die vergangenen 8 Jahre kommen mir wie ein Albtraum vor.
      Nichts was diese Personen sagen ist wahr, nichts ist so gemeint, nichts hat Bestand. Weglaufen ist das einzige was hilft, sonst geht man kaputt, früher, oder später, denn jeder Borderliner geht irgendwann…für immer!

      • Hallo war auch 4 jahre mit einer borderlinerin zusammen und haben ein gemeinsames Kind und ist ohne vorwahnung vor einem Monat einfach abgehauen. Wohnt jetzt in einer eigenen Wohnung mit unserem kind. Hatten schon des öfters ein treffen und sie sehr eiskalt und hasserfühlt mir gegenüber weis einfach nicht wie es weiter geht möchte einfach meine Familie wieder haben

  16. Hallo zusammen,

    ich möchte euch gerne mal meine Leidensgeschichte erzählen und euch um Stellungsnahmen bitten, ob es sich hier um eine Persönlichkeitsstörung handelt könnte. Verdeckter Narzissmus? Borderline? Kombinierte Persönlichkeitsstörung? Oder gar nichts und nur ein schlchter Charakter?

    Ich (jetzt 47 Jahre alt) hatte bis Mitte Januar eine kurze, aber unglaublich intensive Liebesbeziehung zu einer Frau (jetzt 41 Jahre alt). Es waren nur knappe 4 ½ Monate, aber es war die schönste Zeit meines Lebens.

    Wir lernten uns ganz klassisch auf einer Szene-Party über einen Bekannten kennen. Ich erfuhr im ersten Gespräch direkt, dass sie vergeben war und seit 17 Jahren eine Beziehung führte. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich offen für eine neue Partnerschaft war, schied sie nun aus. Wir unterhielten uns in den nächsten 5 Wochen dennoch regelmäßig und schrieben miteinander, für mich eine rein platonische Angelegenheit, denn sie war ja vergeben. Ich erfuhr erst später von ihr, dass sie meinetwegen ganz gezielt den Ort aufsuchte, wo sie sicher sein konnte mich zu treffen, denn sie fand mich nett und interessant und wollte mich näher kennenlernen. Nach einem weiteren abendfüllenden Gespräch und etlichen Stunden Schriftwechsel am nächsten Tag offenbarte sie mir, dass ihre Beziehung längst kaputt sei und nur noch den Charakter einer Wohngemeinschaft (mit getrennten Schlafzimmern) hätte. Sie hätte keine Gefühle mehr für ihren Partner, der sie schon seit sieben Jahren nicht mehr angefasst hätte. Dies sei wohl u.a. durch seine Angststörungen und der damit verbundenen Einnahme von Antidepressiva bedingt. Beim Ausgehen trinke er auch noch Alkohol dazu. Dass sie Interesse an mir hatte, war klar und so kam, was kommen musste: Ich fand sie ebenfalls äußerst attraktiv und aufgrund ihres Wesens sehr reizvoll. Beim nächsten Treffen küsste ich sie, dann kam sie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu mir nach Hause und es entwickelte sich eine hoch emotionale Affäre. Zu dem Zeitpunkt machte ich mir noch keine Gedanken, was genau das später mal werden sollte, sondern genoss den Moment. Skrupel hatte ich auch keine, denn sie betrog ja ihren Noch-Partner– und nicht ich. Heute weiß ich, dass diese Sichtweise ein großer Fehler von mir war, die einem anderen Menschen großes Leid zugefügt haben könnte. Wir führten nun in den nächsten knapp drei Wochen eine heimliche Affäre (Händchen halten unter dem Tisch beim Ausgehen, damit uns gemeinsame Bekannte ihres Noch-Partners nicht sahen.

    Hätte sie in dieser Phase gesagt, dass sie ihr altes Leben nicht gefährden möchte und unsere Affäre schweren Herzens beendet, wäre das ein gängiges Verhaltensmuster gewesen, das sehr schade gewesen wäre, aber das ich verstanden hätte und mit dem ich hätte leben können. Doch es kam ganz anders. Sie sagte, dass sie es sich ohne mich schon gar nicht mehr vorstellen könne und dass sie sich von ihrem Noch-Partner trennen werde. Das ginge aber nicht so einfach, da sie ihre Wohnung nicht alleine finanzieren könne. Sie untermauerte ihre Absicht aber mit Taten: Sie küsste mich öffentlich und wir hielten uns permanent an der Hand. Sie sagte: „Sollen sie uns doch alle sehen und es ihm sagen. Egal, dann muss ich es nicht mehr tun“. Etwa 5-6 Wochen später trennte sie sich dann tatsächlich von ihm. Er nahm es nicht tragisch, denn die Beziehung war eh kaputt gewesen. Wir waren nun auch offiziell ein Paar. Emotional fühlte es sich aber bereits seit Wochen genauso intensiv an, als ob es auch da schon eine feste Beziehung gewesen wäre.

    Wir unternahmen sehr viel zusammen, gingen auf unsere Szene-Partys, zum Konzert, Kirmes, Weihnachtsmärkte, verbrachten Weihnachten und Silvester zusammen und fuhren gemeinsam in den Urlaub. Sie war so unglaublich lieb zu mir, unterstützte mich bei Alltagsproblemen, bot mir in allen Bereichen Hilfe an, machte mir Geschenke. Als ich einmal sagte, dass ein Konzert, das mich interessieren würde, schon ausverkauft ist, kam sie kurze Zeit später mit einem Umschlag mit zwei Konzertkarten für uns an: „Schatz, das habe ich dir mitgebracht“. Sie bastelte mir einen Adventskalender und ich bekam selbstgebrannte Mandeln. Sie machte bereitwillig alles mit, was ich gerne unternahm, auch Dinge, die sie vorher nicht gemacht hatte, bevor sie mich kannte. Es gab nie Streit und sie stellte keinerlei Ansprüche, schien sehr genügsam zu sein bzw. sich mit unseren Unternehmungen tatsächlich immer wohl zu fühlen. Es kam nie auch nur im Ansatz ein: „Das gefällt mir aber nicht, ich möchte lieber XY machen.“

    Emotional war es unglaublich intensiv. Sie hauchte mir beim Kuscheln mehrmals völlig überzeugend „Ich liebe dich“ ins Ohr. Sie sagte noch wenige Tage vor unserer Trennung: „Ich liebe dich über alles und gebe dich nie wieder her. Du bist so was Besonderes für mich. Ich werde immer für dich da sein.“ Ich trug nicht ganz so dick auf, sagte ihr aber auch ganz klar, wie lieb ich sie hätte und wie unglaublich wohl ich mich mit ihr fühlte. Aufgrund ihrer Liebes- und Treuschwüre, ihres ganzen Verhaltens und ihres bezaubernden Wesens verliebte ich mich unsterblich in sie. Ich dachte, dass ich die Frau fürs Leben gefunden hätte, steigerte mich emotional völlig in die Beziehung hinein, konnte mich fallenlassen und hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass nichts und niemand uns jemals wieder auseinanderbringen könnte.

    Dann stach sie mir das Messer in den Rücken. Wir hatten in einigen alltäglichen Bereichen unterschiedliche Gewohnheiten, die uns zwar bereits bekannt waren, sich aber im Urlaub offenbar deutlicher bemerkbar machten: einen anderen Schlafrhythmus, verschiedene Essgewohnheiten und unterschiedliche Vorstellungen, ob man lieber etwas besichtigen oder sich stattdessen mehr erholen sollte. Aber auch darüber gab es keinen Streit. Nach der Rückkehr telefonierte sie am nächsten Tag ganz normal mit mir und kam am übernächsten Tag zu unserer Verabredung und sagte: „Ich habe darüber nachgedacht. Es passt nicht bei uns. Ich mache Schluss.“ Ich war geschockt. Sie ließ mich mit einem Trauma und einer schweren Depression zurück. Aus dem liebsten Mädchen der Welt war innerhalb weniger Tage ein eiskaltes Stück Gefrierfleisch geworden.

    Ich konnte das alles nicht fassen und wollte um sie kämpfen. Ich hielt den Kontakt, schrieb ihr direkt eine Nachricht, wie geschockt ich sei und dass ich sie nicht verlieren möchte. Obwohl ich bereit gewesen wäre, wirklich alles für sie zu tun, damit sie bei mir bleibt, gab sie mir keine Chance. Sie beantworte mir dennoch meine Fragen und es kam nach und nach heraus, dass sie nach drei Tagen im Urlaub gemerkt hätte, dass sie sich mit mir doch nicht so wohl gefühlt hätte, wie sie sich das erhofft hatte, und dass sie gleichzeitig ihren Ex und ihr altes Leben vermisste. Ihr Entschluss, sich von mir zu trennen, sei am vorletzten Tag des Urlaubs gefallen. Das hielt sie aber nicht davon ab, auf der Rückfahrt noch mit mir Händchen zu halten und konkrete Planungen für die nächste Zeit mit mir zu machen. Am Tag nach unserer Trennung kam von ihr ein: „Ich habe deine Nachricht mit Tränen in den Augen gelesen. Wir reden noch mal (ergebnisoffen) über alles“. Ich war erleichtert, wusste ich doch, dass die Kleinigkeiten, die sie gestört hatten, ganz einfach aus der Welt zu schaffen waren. Drei Tage später dann ihre Kehrtwende: „Ich habe darüber nachgedacht. Ich will nicht mehr“. Wie sie später sagte, hätte es diese Chance für mich nie gegeben. Sie hätte mir die Trennung nur „scheibchenweise“ erträglicher machen wollen. Das Gegenteil war der Fall. Am Tag nach unserer Rückkehr setzte sie sich mit ihrem Ex zusammen und sagte ihm, dass sie mich verlassen und zu ihm zurückkehren möchte. Er erbat sich Bedenkzeit, weil er nicht wusste, ob er ihr alles verzeihen könne. Etwa zehn Tage später waren die beiden wieder zusammen. Sie sagte zu mir, dass wir befreundet bleiben könnten. Wir trafen uns auch tatsächlich noch insgesamt vier Mal und redeten. Etwas später kam dann von ihr: „Du bist kein Mensch, mit dem ich meine Gefühle teile. Eine oberflächliche Bekanntschaft können wir aufrecht erhalten, mehr aber nicht“. Sie war für Kritik nicht zugänglich und konnte ihren plötzlichen Wandel auch nicht schlüssig erklären („Damals habe ich so gefühlt. Jetzt nicht mehr. Basta.“). „Hätte nie gedacht, dass du so einen Zirkus deswegen machst.“ Kein Verständnis dafür, dass ich gerade die Frau verloren habe, in die ich mich unsterblich verliebt hatte. Erst wurde ich von ihr gesperrt, dann hob sie das kurze Zeit später wieder auf und schrieb mir mindestens einmal täglich noch eine Nachricht. Ihre Nachrichten waren aber alle komplett emotionslos, als wenn ich ein Fremder wäre. Warum hat sie überhaupt so regelmäßig mit mir geschrieben? Vielleicht weil sie eine Befriedigung daraus zieht, mich leiden zu lassen? Dann hat sie mich mit übelsten Beleidigungen überschüttet und den Kontakt ganz abgebrochen, nachdem sie erfuhr, dass ich immer noch intensiv mit Freunden und Bekannten über unsere Beziehung und die Trennung spreche, wodurch ich mir Hilfe, mögliche Erklärungshypothesen und Trost verspreche.

    Einige Wochen später zeigt sich ihr ach so heiß geliebter Ex-und-nun-wieder-Partner wiederholt öffentlich in eindeutiger Pose mit einer anderen Frau. Er bestreitet, dass er überhaupt wieder eine richtige Beziehung mit ihr angefangen hätte, beschreibt das Verhältnis eher wie „Bruder und Schwester“. Hat sie mich komplett angelogen oder sich die Situation eher schöngelogen (für sie war es eine tolle Beziehung, für ihn nicht und dann ist sie gescheitert, was sie sich und anderen gegenüber aber nicht eingestehen möchte, indem sie immer wiederholt, dass sie total glücklich ist)? Nun versteckt sie sich wohl, traut sich nicht mehr auszugehen und hat angeblich Angst mir zu begegnen und sei „völlig runter mit den Nerven“. Eine Bekannte berichtete außerdem davon, dass sie extrem zugenommen hätte.

    Diese Wandlung von der großen Liebe zur Eiseskälte (und nun sogar zum blanken Hass) innerhalb kurzer Zeit ist für mich einzigartig. So etwas habe ich noch nie vorher erlebt, obwohl ich schon viele Frauen in meinem Leben kennengelernt habe. Ich hatte zwei langjährige Beziehungen und auch einige kürzere Partnerschaften bzw. „Partnerschafts-Versuche“, die nicht lange dauerten. Ich dachte, alle möglichen Verhaltenweisen zu kennen, habe auch schon Erfahrungen mit Frauen gesammelt, die Borderline hatten. Dabei bin ich nie auf ein einfach so dahergeredetes „Ich liebe dich“, das nicht ernst und dauerhaft gemeint war, hereingefallen.

    Außer dem bereits geschilderten krassen Wandel ihrer Gefühle zu mir (und auch zu ihrem Ex-Partner: erst: „Na klar liebe ich ihn“, dann: „Ich habe keine Grfühle mehr für ihn“ und nun wieder: „Es ist alles wieder so toll wir früher“), ihrem grenzenlosen Egoismus bei und nach unserer Trennung, verbunden mit der nicht vorhandenen Kritikfähigkeit und dem damit verbundenen nicht verstehen können bzw. wollen, was sie mir mit der Trennung psychisch angetan hat, fiel mir bei ihr auf, dass sie in vielen anderen Bereichen auch kein „gesundes Mittelmaß“ kennt, sondern Dinge entweder idealisiert oder unangemessen abwertet. Aus „Ich fühle mich mit dir im Moment sehr wohl“ wurde bei ihr „Ich liebe dich über alles“. Ein oberflächlicher Bekannter wurde zu einem engen Freund umgedeutet, ihr harter Job in Verbindung mit ihrer alten, kaputten Beziehung wurde zu „Ich führe ein total glückliches und ausgefülltes Leben“. Andererseits wurde anstatt einem eigentlich angemessenen „Ich bin überrascht, dass du so sehr unter unserer Trennung leidest“ dann: „Du bist das Schrecklichste, was mir jemals passiert ist. Wirklich ALLE von meinen Leuten haben verstanden, dass ich dich verlassen habe. Einige haben sogar gesagt: Komplett entsorgen den Typen und nie wieder dran denken.“ Desweiteren sagte sie mal: „Ich werde nie mehr leiden“, was sich auf den schmerzlichen Verlust durch den Tod ihrer Eltern vor einigen Jahren bezog, sich aber für mich komisch anhört, da man ja nur HOFFEN kann, dass einem nie mehr ähnlich Schlimmes passiert, das aber nicht wirklich steuern kann.

    Ich stelle mir nun die Frage, wie die Wahrscheinlichkeiten aussehen, dass sie Borderline hat. Kann das der Fall sein oder handelt es sich „einfach nur“ um einen aus meiner Sicht schlechten Charakter? Wie sollte man sich strategisch verhalten, wenn man es anstrebt, mit so einem Menschen wieder einen Kontakt aufzubauen? Ich würde mich sehr über Stellungsnahmen freuen.

  17. Passt alles !
    War 13 Jahre mit einer Borderlenerin,wobei ich erst nach langer dahinter kam, was mit ihr los ist !
    Sie hat es immer bestritten , lief aber zur Psychologin , ich blieb aussen vor.
    Der Schuldige war immer ich , der schwarze Mann !
    Das Ausmass der Beziehung brauch ich nicht weiter zu beschreiben,denn es lief genau so ab wie oben beschrieben!
    Warum ich es so lange mitgemacht habe ???
    Extrem guter Sex ,tolle Frau , wenn sie gut drauf war .
    Letztendlich habe ich die Sache vor 4 Jahren endgültig beendet, hatte eine andere Frau kennengelernt , wodurch es mir leicher fiel !
    Wir haben noch oft Kontakt , sie ruft an , wenn sie was will, bin aber mittlerweile imun und reagiere nicht mehr auf ihre Spielchen !
    Habe letzte Woche eine tolle Frau kennengelernt , war hin und weg von ihr !!
    Haben uns sofort toll verstanden , fühle mich von ihr angezogen !!!
    Allein dieses Treffen reichte aus , dass ich ständig an sie denke !!
    Erzählte mir dann so nebenbei , dass sie an einer Borderlinestörung leidet !!!!
    Aua !!!
    Soll ich laufen gehen , oder was soll ich machen ???
    Sie reizt mich schon sehr , kenne mich im Umgang mit Blern etwas aus , weiss es kann nur nach hinten losgehen !!!
    Fuck !!!!
    Warum schon wieder ?????
    Was meint ihr ???
    Gruss
    Dieter

    • Na, das ist halt die „Probe“, wie viel du dazu gelernt hast.
      Sei mir nicht böse, aber wenn eine Borderlinerin dich noch anzieht… bist du noch nicht fertig mit lernen.
      Pass auf dich auf…die Nadel ist schon gesetzt.

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