Die Geschichte von Viagra – eine Revolution für Männer

Geschichte von Viagra
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Wie viele andere Erfindungen ist die Geschichte von Viagra eng mit einem Zufall verbunden. Eigentlich wurde das heute so bekannte Medikament gegen Impotenz aus einem ganz anderen Zweck entwickelt. Das Pharmaunternehmen Pfizer, dessen Forscherteam Viagra herstellte, fuhr seit der Zulassung im Jahr 1998 Rekordgewinne ein.

Bis zum Jahr 2012 steigerte sich der weltweile Umsatz auf 2.051 Milliarden US-Dollar. Wegen der vermehrten Konkurrenz durch andere Produkte ist der Umsatz in den letzten Jahren drastisch eingebrochen und belief sich 2018 nur mehr auf rund 640 Milliarden US-Dollar. Das Potenzmittel wurde zum Teil von anderen Präparaten abgelöst.

Ein Zufall bestimmte die Geschichte von Viagra

Die Geschichte von Viagra beginnt Ende der 1980er Jahre. Damals stellten die britischen Forscher Peter Ellis und Nick Terret einen Wirkstoff zur Behandlung von koronarer Herzkrankheit her. Zunächst trug das Mittel die wenig aussagekräftige Bezeichnung UK-92480.

Das in britischen Sandwich für den Pharmakonzern Pfizer hergestellte Medikament sollte eigentlich auch bei Angina zum Einsatz kommen, um Durchblutungsstörungen und Herzprobleme zu vermeiden. Später wurde der Name des Wirkstoffs auf Sildenafil geändert.

Bei der weiteren Entwicklung spielte der Zufall eine entscheidende Rolle: Für eine Studie um die Wirksamkeit von Sildenafil zu testen wurden ausschließlich männlichen Probanden auserkoren. Zwei Jahre lang lief die Untersuchung und die Ergebnisse waren verblüffend: Sildenafil erweiterte die Blutgefäße nämlich nicht dort, wo es die Forscher erwartet hatten.

Vielmehr berichteten die Studienteilnehmer von vermehrten Erektionen. Ein positiver Effekt auf die Herzgesundheit konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Um die potenzfördernde Wirkung zu zeigen, führte Viagra von 1992 bis 1997 umfangreiche Studien durch. 8.000 Männer im Alter zwischen 19 und 87 nahmen das Präparat ein.

Es wirkt übrigens nur bei sexueller Erregung, da nur dann Reize durch das Nervensystem über das Rückenmark vom Gehirn in die Geschlechtsorgane gesendet wird. Liegt ein sexueller Stimulus vor, wird die Blutzirkulation angeregt.

Der Botenstoff cGMP spielt dabei eine wichtige Rolle. Er sorgt dafür, dass in die Muskulatur rund um den Schwellkörper mehr Blut einfließen kann. Sein Gegenspieler ist PDE5, ein Enzym das cGMP abbaut. Sildenafil hemmt den Ausstoß dieses Enzyms und daher kommt es zu einer anhaltenden Erektion.

Die Entdeckung war für die männliche Sexualität bahnbrechend

Viele vergleichen die Erfindung von Viagra mit der Einführung der Antibabypille in den 1960er Jahren. Sie galt damals als Revolution, obwohl Ärzte anfangs mit dem Verschreiben zögerlich waren.

Viagra ermöglichte es von Impotenz betroffenen Männern wieder ein erfülltes Sexualleben zu führen. Wenn es bei dir manchmal im Bett nicht funktioniert, stehst du mit diesem Problem nicht alleine da wie die folgenden Zahlen zeigen:

  • Experten nehmen an, dass rund die Hälfte aller 40 bis 70-jährigen zumindest zeitweise von Impotenz betroffen sind.
  • Vier von zehn Männern geben an, dass es zeitweise bei ihnen im Bett nicht funktioniert
  • Bei rund 10 Prozent werden die Beschwerden chronisch
  • Die Massachusetts Male Aging Study aus dem Jahr 2000 wird oft als Quelle herangezogen: Sie ergab, dass rund fünf Prozent der männlichen Amerikaner an erektiler Dysfunktion litten, bei den über 70jährigen waren es 15 Prozent
  • Andere Untersuchungen ergaben, dass rund 18 Prozent der Fälle von Stress ausgelöst werden.
  • Das American College of Physicians geht davon aus, dass 2020 rund 300 Millionen Menschen weltweit an erektiler Dysfunktion leiden werden.

Viagras Geschichte ging mit der Zulassung durch die amerikanische Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA im Jahr 1998 weiter. Im selben Jahr wurde es in Deutschland offiziell als Mittel gegen Impotenz anerkannt. Mittlerweile kann man es sich in 120 Ländern auf der ganzen Welt verschreiben lassen.

Bevor es Viagra gab, waren viele Männer besorgt, dass sie im Alter impotent werden könnten. Bis dahin wurden vorwiegend psychische Ursachen für Impotenz erforscht.

Mit Viagra war es jedoch möglich, gezielt das Symptom zu bekämpfen und Männern wieder ein erfülltes Liebesleben zu ermöglichen.

Auslaufender Patentschutz brachte in der Geschichte von Viagra Umsatzeinbußen

Über viele Jahre war Viagra seit der Zulassung im Jahr 1998 der Marktführer und als einziges Mittel gegen Impotenz bekannt. Das änderte sich fünf Jahre Später als der deutsche Pharmakonzern Bayer HealthCare Levitra auf den Markt brachte.

Für diese Arznei kommt mit Vardenafil ein anderer Wirkstoff zum Einsatz. Auch Lilly Pharma, eines der größten Pharmaunternehmen der Welt sprang auf den Zug auf: Es entwickelte mit Cialis ein weiteres Produkt zur Behandlung von erektiler Dysfunktion.

Es wurde Ende 2002 in Deutschland und ein Jahr später in den USA zugelassen. Für den potenzsteigernden Effekt sorgt der Wirkstoff Tadalafil. Viagra selbst wäre eigentlich bis 2020 unter Patentschutz gestanden. Pfizer einigte sich jedoch Ende 2013 mit Teva und im Jahr 2015 mit Mylan. Beide Unternehmen bringen seitdem Generika mit dem gleichen Wirkstoff zum günstigeren Preis an.

In Deutschland ist der Patentschutz Mitte 2013 ausgelaufen. Dass Kunden eine günstige Alternative von Viagra bevorzugen, hat auch Pfizer erkannt. Der Pharmakonzern brachte „Sildenafil Pfizer“ als preiswertes Generikum auf den Markt.

Schon bald nach der Aufhebung des Patents überholte es das Original bei den Umsatzzahlen. Es erreichte in Deutschland im Jahr 2013 einen Marktanteil von 14 Prozent, wobei das Original Viagra bei 13 Prozent hielt.

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Über Der Philosoph 1206 Artikel
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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