Der Schweizer Franken zählt weiterhin zu den stabilsten Währungen weltweit. Diese Stärke zeigt sich nicht nur an den Finanzmärkten, sondern auch in seiner praktischen Nutzung. Viele Menschen entscheiden sich bewusst dafür, um mit Schweizer Franken zu zahlen – etwa bei internationalen Überweisungen, im grenzüberschreitenden Online-Handel, bei digitalen Finanzplattformen oder in regulierten Online-Casinos, in denen die Abrechnung direkt in CHF erfolgt. Die gemeinsame Klammer dieser Anwendungsbereiche ist Planbarkeit: feste Wechselkurse, transparente Kostenstrukturen und eine hohe Verlässlichkeit der Währung.
Gerade in einem Umfeld zunehmender globaler Unsicherheiten gewinnt diese Vielseitigkeit an Bedeutung. Während andere Leitwährungen an Vertrauen verlieren, bleibt der Franken in unterschiedlichen Nutzungskontexten gefragt – vom klassischen Zahlungsverkehr bis zu spezialisierten Online-Diensten.
Ein sicherer Hafen mit Aufwärtstendenz
An den Devisenmärkten ist der Schweizer Franken seit Monaten ein zentrales Thema. Bereits im laufenden Jahr konnte die Währung deutlich zulegen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar. Aber auch gegenüber dem Euro zeigt sich eine langsame, jedoch konstante Aufwertung. Für viele Marktbeobachter ist dies kein kurzfristiger Effekt, sondern Ausdruck einer strukturellen Stärke.
Übereinstimmend gehen Deutsche Bank, Bank J. Safra Sarasin, Raiffeisen und Société Générale davon aus, dass sich dieser Trend 2026 fortsetzen dürfte. Erwartet wird keine sprunghafte Aufwertung, sondern ein stabiles Umfeld mit leicht positiver Tendenz zugunsten des Frankens.
Geldpolitik als Fundament der Stärke
Ein zentraler Faktor bleibt die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Mit der Leitzinssenkung auf 0 im Juni hat die SNB einen klaren Rahmen gesetzt und zugleich signalisiert, dass eine Rückkehr zu Negativzinsen derzeit nicht vorgesehen ist. Für die Bank J. Safra Sarasin markiert dieser Schritt faktisch das Ende des Lockerungszyklus in der Schweiz.
Im internationalen Vergleich wirkt diese Haltung weiterhin diszipliniert. Während andere Notenbanken Zinssenkungen vorbereiten oder bereits umgesetzt haben, verringert sich die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und großen Währungsräumen nur langsam. Genau dieser Umstand erhöht die Attraktivität des Frankens für Anleger.
Risiken, die den Franken zusätzlich stützen können
Ganz ohne Unsicherheiten bleibt das Umfeld jedoch nicht. Analysten verweisen auf geopolitische Spannungen und politische Risiken, die den Franken zeitweise über sein fundamentales Niveau hinaus stärken könnten. Dazu zählen etwa Haushaltsprobleme im Euroraum oder politische Unwägbarkeiten in den USA im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026.
In solchen Phasen hat die Schweizerische Nationalbank in der Vergangenheit wiederholt am Devisenmarkt interveniert. Diese Option gilt weiterhin als Bestandteil ihres Instrumentariums. Historische Kursmarken zeigen, wie sensibel der Markt reagiert: Der Euro-Franken-Kurs fiel zeitweise auf 0,9210 – ein Niveau, das zuletzt im Umfeld der Aufhebung des Mindestkurses 2015 erreicht wurde.
Euro unter strukturellem Druck
Aus Sicht der Raiffeisen erklärt sich die Stärke des Frankens nicht allein durch die Schweizer Geldpolitik, sondern auch durch anhaltende strukturelle Herausforderungen in der Eurozone. Politische Unsicherheiten, etwa in Frankreich, sowie eine insgesamt schwächere Wachstumsdynamik belasten das Vertrauen in den Euro.
Gleichzeitig bleiben die Einschätzungen differenziert. Die Europäische Zentralbank gilt weiterhin als institutionell stabil. Für 2026 rechnen viele Analysten mit moderaten Zinssenkungen, ohne größere Verwerfungen an den Devisenmärkten. Entsprechend bewegen sich die Prognosen für den Euro-Franken-Kurs in einer engen Spanne zwischen 0,93 und 0,94.
Der US-Dollar verliert an Boden
Deutlich kritischer fällt der Blick auf den US-Dollar aus. Drei der vier befragten Institute gehen davon aus, dass der Dollar auch 2026 unter Druck bleiben dürfte. Politische Unsicherheiten, mögliche Handelskonflikte und fiskalische Risiken belasten das Vertrauen.
Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie das hohe Haushaltsdefizit und die wachsende Staatsverschuldung. Société Générale erwartet, dass die US-Nettoverschuldung 2026 erstmals die Marke von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten könnte – ein Signal, das Anleger zunehmend verunsichert.
Bedeutung für Wirtschaft und Anleger
Für Schweizer Exporteure bleibt die Frankenstärke eine Herausforderung, insbesondere in preissensiblen Branchen. Gleichzeitig profitieren Importeure und Konsumenten von der höheren Kaufkraft. Auch im digitalen Zahlungsverkehr zeigt sich dieser Effekt, da Transaktionen in CHF weniger stark von Wechselkursschwankungen betroffen sind.
Für Anleger bleibt der Franken ein zentraler Stabilitätsbaustein. Eine gezielte Gewichtung in Schweizer Währung kann helfen, Risiken in anderen Währungsräumen auszugleichen. Engagements in US-Dollar sollten hingegen sorgfältig geprüft werden, während der Euro ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil aufweist.
Ausblick: Stabilität als Wettbewerbsvorteil
Für 2026 erwarten Analysten ein vergleichsweise ruhiges Währungsjahr. Der Schweizer Franken dürfte seine Rolle als stabile Leitwährung behaupten und sich moderat weiter aufwerten. In einem Umfeld politischer Unsicherheiten und fiskalischer Belastungen bleibt er für viele Marktteilnehmer der Maßstab für Stabilität und Verlässlichkeit.

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