Ein Gerstenkorn ist störend und schmerzhaft. Das weiß jeder, der schon diese Erkrankung hatte. Es beginnt mit einem Eiterknötchen am Augenlid, das Lid rötet sich, ist druckempfindlich und schwillt an. Bakterien sind die Auslöser für diese Infektion. Die Entzündung verläuft meist harmlos, denn das Korn platzt von selbst auf und das eitrige Sekret läuft ab. In der Regel heilt die entzündete Stelle innerhalb von ungefähr 7 Tagen von allein ab. Entstehen Gerstenkörner immer wieder, kann das auf eine schwache Immunabwehr oder andere Erkrankung hinweisen.
Was ist ein Hordeolum?
Ein Gerstenkorn, in der Fachsprache Hordeolum genannt, bildet sich auf der Innenseite des Augenlids oder am Rand. Dort befinden sich Talg- und Schweißdrüsen. Wandern Bakterien (meist Staphylokokken) in die Drüsen, kann es zu Entzündungen kommen. Die Erreger sammeln sich auf der Haut und in den Schleimhäuten an. Wenn die Hände das Gesicht streifen, geraten die Keime schnell ins Auge.
Gerstenkörner treten im inneren sowie äußeren Augenlid auf. Das äußere Korn entsteht durch entzündete Talg- und Schweißdrüsen am Lid. Das innere Hordeolum kommt häufiger vor als das äußere. Bei dieser Form entzündet sich die Drüse am Innenrand des Augenlids. Betroffene können oft dem Drang nicht widerstehen, daran herumzudrücken. Das ist keine gute Idee, denn so steht einer Ausbreitung nichts mehr im Wege und die Keime können nun auch das andere Auge belagern. Demnach ist es wichtig, die Finger vom Gerstenkorn zu lassen.
Ist ein Gerstenkorn ansteckend?
Ja. Da eine bakterielle Infektion besteht, kann sich das Gerstenkorn nicht nur auf das andere Auge, sondern auch auf Mitmenschen übertragen. Hat der Betroffene sein entzündetes Augenlid berührt und seine Hände nicht gründlich gereinigt, gelangen die Erreger auf sämtliche Oberflächen, wie zum Beispiel Handtücher oder Türklinken.
Wie erkennt man ein Gerstenkorn?
Ein äußeres Hordeolum zeigt sich anfangs mit einem winzigen, entzündlich geröteten Knötchen am Außenlid. Das kann schmerzhaft sein. Die Entzündung ist eitrig und das verursacht ein unschönes Spannungsgefühl. Bei einem inneren Gerstenkorn kann das ganze Augenlid so stark anschwellen, bis das Auge nicht mehr zu sehen ist.
Die meist harmlose Unannehmlichkeit erledigt sich von selbst, denn nach einiger Zeit platzt das Korn und das Sekret läuft ab. Die Entzündung geht zurück und heilt. Weitet sich die Infektion weiter aus, kann sich auch das Auge, die Bindehaut und die Augenhöhle entzünden.
Kommen während der Infektion auch andere Symptome zum Vorschein, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber oder vergrößerte Lymphknoten, ist der Besuch beim Augenarzt unumgänglich.
Was sind die Ursachen eines Gerstenkorns?
Bakterien sind die Auslöser, meist Hautkeime wie Staphylokokken. Streptokokken verursachen eher selten Gerstenkörner. Die Erreger gelangen leicht ins Auge, da sich die meisten Menschen bewusst und auch unbewusst die Augen reiben. Auch ein entzündeter Lidrand oder schmutzige Finger begünstigen ein Hordeolum.
Gerstenkörner bilden sich häufig bei Kindern. Deshalb ist es sinnvoll, dass Eltern auf die Handhygiene ihrer Sprösslinge achten, besonders wenn der Nachwuchs draußen gespielt hat.
Im Allgemeinen erhöht eine geschwächte Immunabwehr das Risiko einer Infektion. So kann zum Beispiel bei Diabetes die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen eines Gerstenkorns steigen.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Obwohl die Symptome recht eindeutig und ein Hordeolum leicht zu erkennen ist, ist ein Augenarztbesuch in jedem Fall zu empfehlen. Hinter den Anzeichen können sich auch anderweitige Augenerkrankungen verbergen. Besonders bei Ausweitung der Entzündung oder bei Zunahme der Beschwerden ist zügige ärztliche Hilfe gefragt.
Manchmal kann man die Beschwerden nicht so einfach entschlüsseln. Das ist dann der Fall, wenn die Lidinnenseite infiziert ist. Zu Beginn ist oft nur eine geringe Lidschwellung erkennbar. Der Facharzt untersucht das betroffene Auge, um den Herd der Infektion ausfindig zu machen. Geht die Entzündung auf die Bindehaut oder andere Stellen über, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Wer in regelmäßigen Abständen Gerstenkörner bekommt, sollte unbedingt einen Arzt um Rat fragen.
Welche Behandlung hilft bei einem Gerstenkorn?
Ein äußeres Hordeolum verläuft in der Regel unkompliziert. Es öffnet sich spontan und heilt von alleine. Wärme, wie zum Beispiel das Bestrahlen mit Rotlicht, kann den Heilungsprozess beschleunigen. Durch die Wärme öffnet sich das Korn schneller und somit kann das eitrige Sekret abfließen. Um ein Ausbreiten der Infektion zu umgehen, kann der Arzt antibiotikahaltige Tropfen oder Salben verschreiben.
Die Entzündung und Schwellung beim inneren Hordeolum ist häufig stärker ausgeprägt als beim äußeren. Die innere Infektion ist ernster zu nehmen, denn diese kann sich zügig auf Haut, Bindehaut und Augenhöhle ausweiten. Deshalb ist es möglich, dass der Mediziner neben den Augensalben und -tropfen auch Antibiotika in Form von Tabletten verabreicht.
Tritt der Eiter nicht von alleine aus und steigt der Schmerz am entzündeten Augenlid, öffnet der Arzt das Korn unter örtlicher Betäubung. Wichtig: Versuche nicht, die betroffene Stelle selbst zu behandeln. Das geht wortwörtlich ins Auge und Keime haben so freie Bahn für eine Verschlimmerung der Infektion.
Kontaktlinsenträger sollten die Linsen bei einer Gerstenkornentzündung lieber nicht einsetzen. Ein Augenarzt kann grünes Licht geben, ab wann die Hilfsmittel wieder anwendbar sind. Kontaktlinsen benötigen spezielle Reinigungsmaßnahmen, um Hornhautschäden fernzuhalten.
Helfen Hausmittel, um ein Hordeolum zu behandeln?
Ein oft gehörtes, aber vollkommen falsches Hausmittel sind feuchte Kompressen. Ganz egal, ob es sich um kalte oder warme Kompressen handelt: Beide Varianten fördern eine Ausbreitung der Infektion. Die Haut weicht sich bei Nässe rasch auf. Das begünstigt die Verteilung der hochansteckenden Bakterien auf das gesamte Auge.
Es kann hilfreich sein, viel Wasser und Tee zu trinken. Vermeide Stress, gönne Dir etwas Ruhe und verzichte auf blaues Licht (Laptop, TV & Co.).
Grundsätzlich sollte man auf Hausmittel und anderweitige Experimente verzichten. Die Gefahr ist einfach zu groß, denn die Erreger könnten sich in Windeseile verbreiten. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen der eigenen Mittel und Methoden. Ärzte empfehlen deshalb, das Auge so gut es geht nicht zu berühren.
Kann man einem Gerstenkorn vorbeugen?
Das Risiko, ein Gerstenkorn zu bekommen, lässt sich durch sorgfältige Augen- und Handhygiene mindern. Regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von Augenberührungen schützt vor einer Erkrankung. Besonders achtsam sollten Kontaktlinsenträger sein, da hier das Fassen ins Auge unumgänglich ist. Eine sachgemäße Lagerung und optimale Reinigung der Linsen verringert das Risiko einer Entzündung.
| Information | Zusammenfassung |
|---|---|
| Medizinischer Name | Ein Gerstenkorn wird in der Fachsprache Hordeolum genannt. |
| Betroffene Stelle | Es entsteht am Rand des Augenlids oder auf der Innenseite des Augenlids. |
| Auslöser | Meist verursachen Bakterien wie Staphylokokken die Entzündung. |
| Ansteckung | Da eine bakterielle Infektion besteht, kann ein Gerstenkorn ansteckend sein. |
| Typische Anzeichen | Rötung, Schwellung, Druckempfindlichkeit, Schmerzen und ein eitriges Knötchen sind typisch. |
| Heilungsverlauf | Oft platzt das Korn von selbst auf und heilt innerhalb von ungefähr 7 Tagen ab. |
| Wichtigste Regel | Das Gerstenkorn sollte nicht ausgedrückt oder mit den Fingern berührt werden. |
| Hausmittel | Feuchte Kompressen sind ungeeignet, da sie die Ausbreitung der Bakterien fördern können. |
| Behandlung | Wärme, ärztlich verordnete Tropfen, Salben oder Antibiotika können je nach Fall helfen. |
| Vorbeugung | Gründliche Handhygiene, Augenhygiene und saubere Kontaktlinsen können das Risiko senken. |
Fazit: Gerstenkorn – angenehmer Name für eine unangenehme Infektion
Ein Hordeolum ist mehr als nur lästig. Das Lid ist geschwollen, gerötet und schmerzt. Da die Entzündung durch bakterielle Erreger entsteht und diese mithilfe der Hände weitergegeben werden, ist sorgsame Hygiene das A und O. Gründliches Händewaschen verhindert das Vermehren der Keime im Auge.
Auch wenn die Verlockung und der starke Juckreiz groß ist: Versuche, nicht ins Auge zu greifen. Das ist der wichtigste Punkt, denn nicht nur bei Dir verbreiten sich die Bakterien, sondern auch andere Personen können angesteckt werden. Dennoch ist die akute Infektion meist harmlos und heilt eigenständig ab. Sollte eine Behandlung erforderlich sein, lässt sich die Entzündung bei kompetenter Diagnose gut therapieren.
FAQ zum Thema: Gerstenkorn
Wie lange dauert es, bis ein Gerstenkorn abheilt?
Ein Gerstenkorn verschwindet oft nach einigen Tagen wieder von selbst. Häufig dauert es ungefähr eine Woche, bis die Schwellung zurückgeht und das Auge sich beruhigt. In dieser Zeit kann das Korn von allein aufplatzen, sodass das Sekret abfließt. Danach lässt der Druck meist spürbar nach. Wichtig ist, dem Auge Ruhe zu geben und nicht daran herumzudrücken. Auch wenn es juckt oder spannt, sollte man möglichst nicht mit den Fingern ans Lid gehen. Wird die Schwellung stärker, kommen Schmerzen, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl dazu, ist ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll.
Warum sollte man ein Gerstenkorn nicht ausdrücken?
Auch wenn der Impuls verständlich ist: Ein Gerstenkorn sollte niemals ausgedrückt werden. Durch den Druck können sich die Bakterien weiter verteilen und die Entzündung verschlimmern. Außerdem gelangen Keime leicht auf die Finger und von dort auf das andere Auge oder auf Gegenstände im Alltag. Das kann die Heilung verzögern und im ungünstigen Fall zu weiteren Entzündungen führen. Besser ist es, das Auge möglichst in Ruhe zu lassen und auf saubere Hände zu achten. Wenn das Korn nicht von selbst aufgeht oder die Schmerzen zunehmen, sollte ein Arzt die Stelle fachgerecht behandeln.
Ist ein Gerstenkorn für andere Menschen ansteckend?
Ja, ein Gerstenkorn kann ansteckend sein, weil Bakterien die Entzündung auslösen. Die Übertragung passiert meist nicht direkt durch bloßes Anschauen, sondern über die Hände. Wer das entzündete Lid berührt und danach Türklinken, Handtücher oder andere Gegenstände anfasst, kann Keime weitergeben. Deshalb ist Hygiene besonders wichtig. Hände sollten regelmäßig und gründlich gewaschen werden. Handtücher, Waschlappen und Kosmetikprodukte sollten nicht gemeinsam benutzt werden. Auch im eigenen Gesicht sollte man vorsichtig sein, damit die Bakterien nicht auf das zweite Auge gelangen.
Wann sollte man mit einem Gerstenkorn zum Augenarzt gehen?
Ein Gerstenkorn heilt oft ohne größere Probleme ab. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Augenarzt darauf schauen sollte. Das gilt vor allem, wenn die Schwellung stark zunimmt, das Auge kaum noch zu öffnen ist oder die Schmerzen stärker werden. Auch Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder geschwollene Lymphknoten sind Warnzeichen. Bei einem inneren Gerstenkorn ist besondere Vorsicht sinnvoll, weil sich die Entzündung leichter auf umliegende Bereiche ausbreiten kann. Wer immer wieder Gerstenkörner bekommt, sollte die Ursache ebenfalls ärztlich abklären lassen, besonders bei geschwächter Immunabwehr oder möglichen Grunderkrankungen.
Können Kontaktlinsen bei einem Gerstenkorn getragen werden?
Bei einem Gerstenkorn sollten Kontaktlinsen besser erst einmal im Behälter bleiben. Das Auge ist gereizt, empfindlich und durch die Entzündung belastet. Jede zusätzliche Berührung kann unangenehm sein und Keime weiter verteilen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Linse oder der Kontaktlinsenbehälter verunreinigt wird. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte während der Entzündung lieber auf eine Brille ausweichen. Wann die Linsen wieder eingesetzt werden können, lässt sich am besten mit dem Augenarzt klären. Vor der nächsten Nutzung sollten Linsen und Zubehör besonders sorgfältig gereinigt oder gegebenenfalls ersetzt werden.


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