HPV – Humanes Papilloma-Virus

Humanes-Papilloma-Virus HPV - Humanes Papilloma-Virus

Die Abkürzung HPV bezeichnet den Humanen Papillomvirus. Von diesem weit verbreiteten Erreger gibt es verschiedene Typen. Humane Papillomviren sind die weltweit häufigsten Viren, die sexuell übertragen werden. Von den über 120 Virustypen befallen circa 40 die Geschlechtsorgane, einige sind für die Bildung gutartiger Feigwarzen an den Genitalien und andere Typen an der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses sowie Krebserkrankungen der Vulva oder des Anus beteiligt. Beim Mann kann die Erkrankung zudem das Risiko eines Peniskarzinoms erhöhen. Nachfolgend möchten wir dir mehr über HPV erläutern.

Humanes Papilloma-Virus – Die Übertragung

HPV-Viren infizieren die Zellen der Haut sowie der Schleimhäute. Im Anschluss dauert es einige Wochen oder Monate, bis die ersten Krankheitserscheinungen auftreten. Die Übertragung der harmlosen HPV-Viren erfolgt durch einen bloßen Hautkontakt, während es bei der genitalen HPV-Infektion, die zu den Geschlechtskrankheiten zählt, vor allem durch den Geschlechtsverkehr oder Sexspielzeug geschieht. Eine HPV-Virus-Ansteckung ist zudem über eine Schmierinfektion möglich. Das Humane Papilloma-Virus ist weit verbreitet. Rund 80 Prozent der Frauen und Männer, die häufigen Geschlechtsverkehr haben, sind im Laufe des Lebens mindestens einmal vom HPV-Virus betroffen.

Die Symptome des Humanen Papilloma-Virus

Die HPV-Infektionen bleiben meist unbemerkt und heilen innerhalb von 6 bis 12 Monaten aus. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ist der HPV-Träger nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar. Doch bei rund 20 Prozent der Erkrankten bleibt die Infektion bestehen. Auch nach mehreren Jahren können sich daraus zum Teil potenziell bösartige Veränderungen des Gewebes entwickeln. Dies hängt in erster Linie vom entsprechenden HPV-Virus-Typ ab und an welcher Stelle die Zellen befallen werden. Die Beschwerden unterscheiden sich zwischen klinisch, latent und subklinisch. Die klinischen Symptome sind mit dem Auge sichtbar, die latenten Infektionen können nur im Labor nachgewiesen werden und die subklinischen Veränderungen lediglich durch spezielle Markierungstechniken.

Durch HPV-Viren verursachte Hautwarzen

Einige Viren verursachen Hautwarzen. Die Symptome sind hier die typischen rauen und derben Hautknötchen, die von kleinen Einblutungen begleitet sein können. Treten sie an der Fußsohle als Dornwarzen auf, wachsen sie hier nach innen und verursachen unangenehme Schmerzen. Bei Kindern treten oftmals flache Warzen im Gesicht oder am Handrücken aus. Auch im Mund können Warzen zu finden sein, die so genannten Mundschleimhautwarzen.

Feigwarzen

Bei den Feigwarzen handelt es sich um grau-rötliche oder auch weißliche und spitze Verdickungen der Haut bzw. der Schleimhaut des Intimbereichs. Diese können die Größe eines Stecknadelkopfes haben, aber auch mehrere Zentimeter groß sein. Die Feigwarzen liegen häufig dicht beieinander und bilden so genannte Beete. Bei den Frauen zeigen sich sie HPV-Anzeichen insbesondere im Bereich der Schamlippen sowie in der Analregion, während beim Mann der Penis und die Analregion betroffen sind. Feigwarzen verursachen kaum Beschwerden. Zum Teil gehören ein Juckreiz und ein Nässegefühl zu den Symptomen. Auch möglich sind ein Bluten oder Brennen nach dem Geschlechtsverkehr. Schmerzen werden eher selten genannt. Die grauweißen oder wie die Schleimhaut rötlichen Feigwarzen Condylomata plana treten am inneren und äußeren Genitale auf. Die ersten Symptome sind flache kleine Knötchen, die einzeln oder beetartig angeordnet sein können. Die Warzen befallen typischerweise die Schamlippen, Scheide und den Penis. Daraus resultiert auch die Bezeichnung Genitalwarzen. Doch auch die Harnröhre, der Analkanal, Enddarm und selten der Gebärmutterhals können betroffen sein.

Bowenoide Papulose

Die Bowenoide Papulose, eine Hautinfektion mit humanen HPV-Viren im Genitalbereich, erhöht das Risiko von bösartigen Entartungen und gehört aus diesem Grund zu den so genannten high-risk-HPV (hohes Risiko). Hiervon sind vor allem Männer um die 30 sehr häufig betroffen. Die Symptome sind rot-braune, flache und korngroße Knötchen an der Eichel. Sehr wenige Betroffene berichten über Schmerzen oder Juckreiz. Das Gegenteil der Typen mit hohem Risiko bilden die Niedrigrisiko-Typen.

Bowen-Krankheit

Die Bowen-Krankheit gehört in Bezug auf die Haut zu den wichtigsten Krebsvorstufen. Sie gilt in medizinischer Hinsicht bereits als ein bösartiger Tumor, jedoch zunächst ohne ein zerstörendes Wachstum. Zu den Symptomen zählen einzelne rotbraun verfärbte zentimetergroße Hautstellen, die teilweise schuppig sein können und gegen die gesunde Haut scharf abgegrenzt sind. Die Veränderungen können nur leicht ertastet werden. Hier ist ein bösartiger Verlauf ziemlich häufig. Der Bowen-Hautkrebs ist zum großen Teil ebenso auf eine HPV-Infektion zurückzuführen.

Erythroplasie Queyrat durch HPV

Der Auslöser der Erythroplasie ist ebenso das Humane Papillomavirus, das bei der Frau und dem Mann insbesondere das Genitale befällt. Daher kommt die Erythroplasie beim Mann vor allem im Bereich des Penis inklusive Eichel und Vorhaut und bei der Frau an den Schamlippen vor. Die Analregion oder sonstige Schleimhäute können allerdings ebenso betroffen sein. Die Erythroplasie zeigt sich durch flächig und scharf begrenzte Flecken. Diese sind tief rot gefärbt und weisen eine matte Oberfläche auf. Die zunächst kleinen Flecken werden zunehmend größer und breiten sich flächenhaft aus. Beschwerden sind aber selten.

Epidermodysplasia verruciformis

Diese chronische HPV-Infektion der Haut ist eher selten und tritt als vererbbare Hauterkrankung familiär gehäuft auf. Hierbei bilden sich am ganzen Körper viele Warzen, die unterschiedlich aussehen. An offenen Warzen, die der Sonne ausgesetzt werden, erhöht sich das Risiko eines Hautkrebses deutlich. Humanes

Papilloma-Virus: Die Ursachen

Die infizierten menschlichen Zellen müssen aufgrund des Erbguts laufend neue Viren produzieren. Die Wirtszelle stirbt irgendwann ab und dabei werden die neuen Viren freigesetzt und können menschliche Zellen befallen. Bei einer HPV-Infektion kann zudem die DNA verändert werden und es kann zu unkontrollierten Wucherungen von Haut und Schleimhäuten kommen. Die Humanen Papillomviren des Intimbereiches werden insbesondere bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Da die Übertragung ebenso über eine Schmierinfektion möglich ist, schützt leider selbst das Kondom nur wenig.

Weitere Risikofaktoren:

  • Lange Einnahme von Medikamenten, die einer Empfängnisverhütung dienen
  • Viele Schwangerschaften * Rauchen
  • Unterdrücktes Abwehrsystem
  • AIDS
  • Infektionen im Genitalbereich (Chlamydien, Herpes simplex Virus 2 etc)

Humanes Papilloma-Virus: Die Diagnose

In den meisten Fällen finden sich keine HPV-Symptome, wodurch eine Ansteckung in vielen Fällen unbemerkt bleibt. Treten Krankheitsanzeichen auf, handelt es sich meist um Veränderungen der Haut bzw. Schleimhaut. Dies ist teilweise so unauffällig, dass neben der Anamnese durch den Arzt spezielle Verfahren erforderlich sind. Zu den häufigsten HPV-Symptomen gehören Warzen auf der Haut, die leicht erkennbar sind. Wenn eine Warze verdächtig ist, wird sie entfernt und in ein Labor eingeschickt. Veränderungen im weiblichen Intimbereich können bei Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen entdeckt werden. HPV-verdächtige Veränderungen im männlichen Genitalbereich sind vom Urologen meistens mit dem bloßen Auge erkennbar. Da HPV auch im Analbereich möglich ist, wird manchmal eine Spiegelung des Analkanals durchgeführt.

Humanes Papilloma-Virus: Die Behandlung

Die HPV-Infektionen heilen meist spontan aus, denn die Immunzellen töten die HPV-Viren ab. Es gibt jedoch auch Fälle, wo bereits bestehende Erkrankungen das Abwehrsystem schwächen. Im Allgemeinen richtet sich die HPV-Therapie nach Art und Ausdehnung der Symptome. Die HPV-Viren selber werden nur selten völlig beseitigt, wodurch es häufig zu Rückfällen kommt.

Vereisung und Elektrokauter

Die Vereisung wird bei oberflächlichen Warzen eingesetzt. Hierbei wird vom Arzt flüssiger Stickstoff aufgetragen, wodurch das Gewebe abstirbt. Im Abstand von ein bis zwei Wochen wird die Behandlung wiederholt. Das HPV-Virus überlebt diese Prozedur jedoch, wodurch die Warzen bei 75 Prozent der Betroffenen wieder auftauchen. Die Elektrokauterisation wird ebenso bei Warzen eingesetzt. Dabei wird das veränderte Gewebe durch einen elektrischen Strom zerstört. Doch auch hier bleibt das Virus im Körper, sodass jederzeit erneute Hautveränderungen möglich sind. Der Elektrokauter wird zudem nach einer operativen Entfernung der Warzen verwendet, wobei die angrenzenden Hautschichten und die Gefäße verschmort werden. Dadurch wird das Rückfallrisiko gesenkt, doch meist bildet sich eine Narbe.

Chirurgische Entfernung

Jedes HPV-Symptom kann zudem operativ angegangen werden. Die betroffene Körperregion wird hierbei örtlich betäubt. Anschließend können die Wucherungen mittels scharfem Löffel, Elektroschlinge oder einer Schere herausgeschnitten werden. Bei verdächtigen Neubildungen der Genitalschleimhaut schneidet der Arzt einen ganzen Kegel heraus. Wenn der Tumor schon als bösartig erkannt wurde, wird so schnell wie möglich operiert.

Laserbehandlung

Auch diese Möglichkeit gehört zu den operativen Verfahren, bei denen der Laser mit Kohlenstoffdioxid oder Farbstoff arbeitet. Die Lasertherapie kommt bei HPV-Warzen jeglicher Art zum Einsatz. Die Wucherungen werden unter einer örtlichen Betäubung herausgeschnitten und verdampft.

Medikamente

Für die Behandlung des Humanen Papilloma-Virus gibt es auch einige Medikamente wie Creme, Gel und Säure. Allerdings ist die regelmäßige und sorgfältige Anwendung der Medikamente sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung.

Humanes Papilloma-Virus: Der Verlauf der Krankheit und die Prognose

Der Krankheitsverlauf ist bei einer HPV-Infektion nie eindeutig. Meist bleibt die Erkrankung unbemerkt und heilt spontan aus. Wenn sich HPV-Symptome zeigen, können sie sich auch von selber wieder zurückbilden oder sie müssen in anderen Fällen entfernt werden. Es gibt auch Infektionen, die bestehen bleiben. Noch Jahrzehnte später können HPV-Viren das Risiko einer Zellentartung steigern und zu einem bösartigen Tumor führen. Bei einer rechtzeitigen Erkennung und Behandlung ist die Prognose allerdings besser, als es bei anderen Krebsarten der Fall ist.

Humanes Papilloma-Virus – Vorbeugen

Auch wenn ein Kondom aufgrund der möglichen Schmierinfektion nicht zu 100 Prozent schützt, sollte dieses insbesondere bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern dennoch verwendet werden. Zudem sind eine gründliche Hygiene und die Stärkung des Abwehrsystems sehr wichtig. Da HPV-Viren weit verbreitet sind, ist die Gefahr einer Ansteckung daher sehr hoch. Deshalb sind auch Vorsorgeuntersuchungen unverzichtbar, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Mädchen sollten zudem vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. Bei den HPV-Infektionen ist das Rückfallrisiko grundsätzlich sehr hoch. Daher sollten im Falle einer Erkrankung die behandelten Stellen regelmäßig kontrolliert werden, um einen bösartigen Verlauf rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Über Der Philosoph (391 Artikel)
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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