Soziale Isolation – was steckt dahinter und was kannst du dagegen tun?

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Das Gefühl, mal einsam zu sein, trifft wahrscheinlich fast jeden einmal. Doch im Zeitalter der modernen Kommunikation geraten immer mehr Menschen in einen Zustand, den sie als soziale Isolation empfinden. Davon sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen und dies aus jeder Generation. Mit der Bezeichnung soziale Isolation wird eine Lebenssituation von Personen beschrieben, die kaum gesellschaftliche oder soziale Kontakte zu anderen unterhalten. Wie kannst du die soziale Isolation möglichst früh erkennen und aus der Einsamkeit herausfinden? Diesen Fragen gehen wir im folgenden Ratgeber nach.

Die Gründe für soziale Isolation

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Wir Menschen sind von Natur aus soziale Wesen, die andere Menschen brauchen. Wir benötigen den Austausch, die Kommunikation, Zuneigung, Verständnis und Trost. Dies alles wird durch ein Gegenüber ermöglicht. Ob dieses gleich- oder andersgeschlechtig ist, spielt oftmals keine Rolle. Doch der Lebensstil der heutigen modernen Gesellschaft fördert eine Kultur, in der immer mehr Einzelgänger heranwachsen, sodass die sozialen Strukturen anfangen, immer mehr zu bröckeln. Die Rede ist von: soziale Isolation, sprich Vereinsamung, die ein zunehmendes Problem der westlichen Industrienationen ist. Rund 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung gelten schon heute als chronisch einsam. Häufig sind es ältere Personen, beispielsweise wenn sie verwitwet sind und sie sich daher einsam fühlen. Doch Einsamkeit ist in jeder Altersgruppe möglich und kann sich in verschiedene Facetten zeigen, zum Beispiel:

  • bei einem Kind, das kaum Freunde hat
  • Erwachsene, die aufgrund der Arbeit in eine andere Stadt ziehen
  • Singles, die sich einen Partner wünschen oder ihren Partner gerade verloren haben
  • Rentner, die nach der Niederlegung der Arbeit oftmals in ein „Loch“ fallen
  • Das Gleiche gilt für die Arbeitslosigkeit. Sie ist ebenfalls ein häufiger Grund.
  • ein Todesfall geliebter Menschen
  • derAuszug der flügge gewordenen Kinder
  • chronische Krankheiten und Behinderungen

All das kann eine schmerzhafte soziale Isolation verursachen.

Soziale Isolation – freiwillig oder unfreiwillig?

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Viele verbinden mit der sozialen Isolation gleichzeitig auch Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe. Andere bringen es mit Ruhe und Frieden in Verbindung, um ab und an zu sich zu kommen und in sich zu kehren. Wie die soziale Isolation empfunden wird, hängt zu einem großen Teil auch davon ab, ob sie freiwillig oder unfreiwillig ist. Es gibt auch viele Menschen, die beide Seiten kennen. Schmerzhafter ist auf jeden Fall die unfreiwillige soziale Isolation. Unfreiwillig kann sie einen ganz erheblichen psychischen Krankheitswert besitzen. In diesem Fall wird die Anzahl und Intensität der sozialen Kontakte von der betroffenen Person als unzureichend empfunden und unter diesem Mangel gelitten. Sie fühlen sich oftmals allein gelassen und vereinsamen. Einsamkeit kann zu einer seelischen Not werden und die Gesundheit gefährden. Andersherum kann sie aber auch, wenn sie gewollt ist, das Wohlbefinden fördern. Es hängt davon ab, ob man sich der sozialen Isolation hilflos ausgeliefert fühlt oder ob man sie aktiv sucht. Alleine zu sein oder sich allein zu fühlen, dazwischen liegt ein großer Unterschied. Letztendlich ist es jedoch so, dass soziale Kontakte unsere Gesundheit fördern, aber jeder Mensch hat halt unterschiedlich starke Bedürfnisse, wie intensiv oder oft er sich mit den Mitmenschen austauschen möchte. Eine gänzliche soziale Isolation sollte allerdings vermieden werden.

Was gegen die soziale Isolation tun?

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Damit die soziale Isolation nicht die Gesundheit gefährdet, ist es wichtig, frühzeitig dagegen zu steuern. Wenn der soziale Abstieg innerhalb der Gesellschaft beginnt, geraten die Betroffenen schnell einmal in eine gravierende Spirale, die sie immer mehr in die soziale Isolation zieht. Es ist wichtig, wenn Beziehungen in die Brüche gegangen sind, aus welchen Gründen auch immer, ein neues Beziehungsnetz zu entwickeln, statt in der Isoliertheit zu verharren. Das Gefühl der Isoliertheit lässt dann in der Regel wieder nach. Eine chronische Einsamkeit sollte unbedingt vermieden werden, denn wenn sie über Jahre oder Jahrzehnte besteht, sind die Betroffenen oftmals kaum noch fähig, neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu pflegen. In vielen Fällen kommt eine depressive Erkrankung hinzu, die den Antrieb verringert und pessimistische Gedanken nährt. In diesem Fall ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu holen, damit das psychische Leiden psychotherapeutisch behandelt wird. Häufig sind auch Medikamente erforderlich, um die Depressionen zu bekämpfen.

Rechtzeitig handeln

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Am besten sollte bereits gehandelt werden, wenn die ersten Einsamkeitsgefühle beginnen. Dann heißt es, die Ursachen zu erforschen und zu ermitteln, woher die Einsamkeit kommt und wie es verändert werden kann. Bestehende soziale Kontakte sollten gepflegt werden, damit das soziale Netz nie so ganz verschwindet. Jeder sollte zumindest eine feste Bezugsperson haben. Es gibt sogar im Internet Selbsthilfeforen für Einsamkeit. Sie können einen wertvollen Beitrag dazu leisten, sich wieder anderen Menschen anzunähern. Weder Einsamkeit noch Depressionen müssen einfach hingenommen werden. Jeder kann an diesem Zustand etwas ändern, auch wenn die Betroffenen daran oftmals selbst nicht glauben.

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Fazit

Durch viele äußere Veränderungen im Leben können die bisherigen zwischenmenschlichen Beziehungen an Intensität verlieren oder sogar ganz abbrechen. Dies wiederum verursacht häufig eine soziale Isolation. Es ist wichtig, den Teufelskreislauf zu durchbrechen, denn umso länger sie besteht, desto schwieriger wird es, aus der sozialen Isolation zu finden. Die Betroffenen lachen immer weniger, sie werden stiller, ziehen sich immer mehr in sich zurück und sie sind nicht mehr kontaktbereit. Eine monate- oder jahrelange soziale Isolation bleibt nicht ohne Spuren. Soziale Fähigkeiten vermindern sich stark. Chronische Isolation bzw. Einsamkeit kann jedoch nicht nur das psychische Befinden beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Störungen verursachen, zum Beispiel Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schlafprobleme, Nervosität, Reizbarkeit, innere Leere, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und Herzbeschwerden. Letzten Endes kann sie auch zu einer Verzweiflung, Depressionen, zum Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten und sogar zum Suizid führen. Dies alles gilt es unbedingt zu vermeiden.

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Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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