Egozentrisch sein – was bedeutet das genau?

Egozentrisch
@ Pixabay / joaogbjunior
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Viele Menschen werden als egozentrisch bezeichnet. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Mit welchen Merkmalen geht ein Egozentriker einher? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der folgende Bericht.

Bist du egozentrisch?

Nein, das bin ich nicht, werden nun alle sagen. Häufig wird es wahrscheinlich stimmen und in anderen Fällen weiß vielleicht auch nicht jeder, was genau ein Egozentriker ist. Sich über die anderen zu erheben, sich höher zu stellen, ganz gleich, in welcher Form, ist ein typisches Zeichen für einen Egozentriker. Doch nur in den seltensten Fällen würden sie sich selbst als solchen erkennen oder sich damit brüsten. Egozentriker sind entweder unfähig oder nicht bereit, zwischen sich selber und anderen zu unterscheiden. Es gelingt ihnen nicht, eine andere Perspektive zu verstehen und zu übernehmen. Sie stellen sich selber in den Mittelpunkt. Die Mitmenschen werden vom eigenen Standpunkt heraus betrachtet. Dementsprechend werden sie bewertet. Es fällt ihnen schwer, die Sichtweise eines anderen zu akzeptieren oder einzunehmen. Sie beziehen oft alles, was drum herum geschieht, auf sich persönlich. Es bringt daher meist nicht viel, mit einem Egozentriker zu diskutieren und auf Meinungsverschiedenheiten einzugehen. Egozentriker sehen es als Angriff gegen sich selber an. Auch Erklärungen bringen meist nichts.

Egozentrisch sein – die Betroffenen selber merken es nicht

Egozentriker sehen sich selbst nicht als solche, da ihr Verhalten und ihre Denkweise in der übersteigerten Selbstdarstellung normal sind. Das Umfeld ist häufig betroffen davon, denn der Egozentriker hat stets das Bedürfnis, zu zeigen, dass er der Beste ist. Dies kommt natürlich beim Gegenüber nicht immer gut an. Dabei gibt es viele Facetten, egozentrisch zu sein. Sie sind sehr mit sich selber beschäftigt und lauschen ihrer inneren Stimme. Diese ist lauter und wird eher angenommen, als die Meinung des Umfelds. Sie hinterfragen nicht, ob der Standpunkt des anderen vielleicht stimmen möge. Zu sehr steht ihre eigene Meinung im Vordergrund und Mittelpunkt. Egozentriker bewerten alles stets und ständig. Sie können nicht anders, da sie sich sonst nicht orientieren können. Es fällt ihnen schwer, zu fühlen und Situationen auf der Gefühlsebene wahrzunehmen. Egozentriker orientieren sich über ihren Verstand. Sie leben in einer kleinen Welt des Intellektes. Aus dieser auszubrechen, gelingt ihnen nicht. Sie können keine Verbundenheit, Vertrauen oder Liebe aufbauen.

Egozentrisch sein – wo liegen die Ursachen?

Zunächst einmal ist es absolut normal, dass jeder die Dinge aus der eigenen Perspektive sieht. Doch es ist auch wichtig, den Blickwinkel in bestimmten Situationen zu ändern und zu versuchen, die Position anderer einzunehmen. Doch dies gelingt Egozentrikern nicht. Egozentrik darf nicht mit Egoismus verwechselt werden, denn am häufigsten wird sie bei Menschen beobachtet, die sich selbst, auch wenn es nicht so scheint, ablehnen. Es wird vermutet, dass es oftmals der Ersatz für Eigenliebe ist. Die Ursachen liegen sehr oft in der Kindheit: Wenn die Betroffenen als Kind von den Eltern kaum wahrgenommen wurden, kompensieren sie dies im späteren Leben dadurch, egozentrisch zu sein. Egozentrik kann aber auch die Folge einer Überbehütung in der Kindheit sein, wenn das Kind kein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln konnte.

Egozentrisch – was dagegen tun?

Egozentriker nehmen oftmals keine Hilfe an, da sie glauben, diese nicht zu brauchen. So führt es dazu, dass sie sich von den anderen verkannt fühlen. Sie glauben, dass sie keiner schätzt, was oftmals zu einem Groll gegenüber den Mitmenschen führt. Das geringe Selbstwertgefühl soll durch Lobe und Anerkennung von anderen ausgeglichen werden. Ganz besonders schwierig wird es meist, wenn die Leistung von Kollegen abgewertet wird, um die eigenen Fähigkeiten überzubewerten und hervorzuheben. Dies stößt natürlich nicht auf Nächstenliebe, sondern stellt eher vor Probleme. Egozentrik gehört zu den Persönlichkeitsmerkmalen, die eher unangenehm auffallen, denn sie signalisiert wenig Teamfähigkeit. Mit seiner Egozentrik umzugehen und sie abzulegen, ist stets eine Frage der Selbstreflexion. Eine Therapie kann dabei helfen, ein Selbstwertgefühl zu erlernen.

Welche Folgen kann es haben, egozentrisch zu sein?

Es ist ratsam, sich Hilfe zu holen, denn oftmals leiden sehr egozentrische Menschen selber darunter, da sich Partner, Familie oder Freunde vielleicht von ihnen abwenden. Ohne Behandlung kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, beispielsweise dem Konsum von Alkohol oder Drogen, nämlich dann, wenn Erfolg und Anerkennung ausbleiben, womit Egozentriker nicht klar kommen. Sie haben es oftmals selber nicht leicht, denn einerseits suchen sie oftmals Geborgenheit, doch andererseits versuchen sie krampfhaft, sich zu behaupten. Dies verlangt ihnen sehr viel Kraft ab und kann zu Erschöpfungszuständen führen. Wenn ihre Kampfkraft nachlässt, beginnen sie häufig zu resignieren, was in einer Depression enden kann. Manchmal werden sie von allein geheilt, wenn die Einsamkeit sie zermürbt und zum Nachdenken anregt, ein Schicksalsschlag oder eine Krankheit ihr Herz erweicht.

Fazit

Wer egozentrisch ist, zeigt keine Gefühle von Sympathie, Mitleid oder Verständnis gegenüber anderen. Dazu sind die Betroffenen nicht in der Lage, sodass ihnen oftmals kein Vorwurf daraus gemacht werden kann. Sie möchten sich immer im Rampenlicht und Mittelpunkt befinden und alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie benötigen andere für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. In Gesprächen zwingen sie ihren Gesichtspunkt häufig den anderen auf. Sie können sich meist nicht in andere hineinversetzen und die Perspektive anderer nicht verstehen. Für jemanden, der egozentrisch ist, ist seine eigene Meinung die einzig richtige. Egozentriker haben eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung. Sie sind nicht in der Lage, andere Dinge als richtig anzusehen. Egozentriker sehen die Realität nicht, da sie nur von ihrem Blickwinkel aus alles betrachten können. Wenn Egozentriker ihr eigenes Problem nicht erkennen, ist es schwer, ihnen zu helfen. Selbstreflexion ist daher ein sehr wichtiger Faktor. Egozentrik kann stark ausgeprägt sein, sodass von einer psychischen Störung gesprochen wird und eine Therapie erforderlich sein kann.

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Über Der Philosoph 661 Artikel
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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