Gelotophobie: Die Angst, ausgelacht zu werden

Gelotophobie
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Lachen ist etwas Schönes, es macht glücklich und wirkt ansteckend. Leidest Du nicht unter einer Angststörung, lachst Du wahrscheinlich gerne und hast Freude daran, lachende Menschen zu sehen. Es gibt aber auch Menschen, für die das Lachen anderer unerträglich ist. Diese Menschen leiden unter einer Gelotophobie. Sie haben Angst, ausgelacht zu werden.

Daher meiden sie oft den Kontakt zu anderen Menschen. Diese Angststörung gehört zu den sozialen Phobien. Zum Spottobjekt anderer Menschen ist sicher jeder schon mindestens einmal geworden. Die meisten Menschen stecken solche Erfahrungen gut weg. Diejenigen, die unter einer Angststörung leiden, fühlen sich häufig selbst lächerlich.

In Deutschland sind ungefähr 10 Prozent der Menschen von dieser Angststörung betroffen. Die Störung ist daher gar nicht so selten. Sie ist gut behandelbar, doch sind die Aussichten umso besser, je früher eine Behandlung erfolgt.

Eine Gelotophobie gehört zu den Angststörungen, worauf die Bezeichnung Phobie hinweist. Sie gehört zu den sozialen Phobien, da die Betroffenen soziale Kontakte meiden. Die Angststörung äußert sich damit, dass die Betroffenen Angst haben, von anderen ausgelacht zu werden und sich lächerlich zu machen.

Sie kommen sich oft selbst lächerlich vor. Das Lachen anderer Menschen wird von ihnen häufig als Bedrohung empfunden. Angst vor verschiedenen Situationen oder davor, in einer bestimmten Situation von anderen ausgelacht zu werden, kennt sicher jeder, da er sie schon mindestens einmal erlebt hat. Das ist völlig normal und keine Erkrankung. Um eine krankhafte Angststörung handelt es sich jedoch, wenn diese Angst irrational wird und das Leben der Betroffenen beherrscht.

Es handelt sich um eine Form der Scham-Angst. Der Begriff für diese Angststörung wurde erstmals 1995 vom Psychotherapeuten Michael Titze geprägt. Er beschrieb mit diesem Begriff Menschen, die sich selbst als lächerlich einschätzen und jedes Lachen der Menschen in ihrem sozialen Umfeld als Herabwürdigung der eigenen Person oder als Bedrohung ansehen. Da sie in jedem Lachen eine Bedrohung sehen, leiden sie unter einer negativen Lebenseinstellung. Lachen, Humor und Heiterkeit können sie für ihre Lebenssituation nicht nutzen.

Die Ursachen der Gelotophobie liegen, so wie bei vielen anderen Phobien, schon in der Kindheit. Von Fall zu Fall können sich die Ursachen unterscheiden. Bei den meisten Betroffenen liegt ein Ereignis als Ursache zugrunde, das sich stark negativ auf ihren Selbstwert ausgewirkt hat.

In ihrer Kindheit haben die meisten Menschen mit dieser Angststörung eine primäre Art vor Scham als Grundlage für diese Krankheit hervorgebracht. Häufig haben die Betroffenen aufgrund von Desinteresse oder emotionaler Kälte ihrer Bezugspersonen ein solches Schamgefühl entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Primärschambildung, an die sich häufig traumatische Erfahrungen wie Spott, Hohn, Hänseleien oder verächtliches Lachen anschließen.

Solche Erfahrungen haben die Betroffenen oft schon mehrmals gesammelt und daher eine Gelotophobie entwickelt. In der Vergangenheit wurden diese Menschen oft schon mit spöttischem Lachen konfrontiert. Sie sehen daher bald in jedem Lachen Spott.

Die Angststörung zeigt sich damit, dass die Betroffenen sich fürchten, ausgelacht zu werden. Um sich nicht in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen, zeigen sie soziales Vermeidungsverhalten. Sie bewerten humorvolle Äußerungen in ihrem Umfeld paranoid und können daher meistens selbst keinen Humor mehr zeigen oder fröhlich sein.

Die Menschen leiden unter einem negativen Selbstwert und entwickeln Minderwertigkeitsgefühle. Sie bewerten sich selbst und den eigenen Körper oft als extrem kritisch. Ihre verbale und non-verbale Kommunikationsfähigkeit betrachten sie oft als unzureichend.

Vergleichen sich die Betroffenen direkt mit anderen, entwickeln sie oft Neid. Geraten die Betroffenen in Situationen, in denen andere lachen, können sie darauf mit Zittern, Schweißausbrüchen, Spannungskopfschmerz, Sprachstörungen und Erröten reagieren. Mitunter kommt es zu einem Kontrollverlust, der sich in Aggressionen äußern kann.

Um eine Gelotophobie zu behandeln, muss zuerst die Diagnose gestellt werden. Die Betroffenen müssen einen Fragebogen ausfüllen und anhand von Bildern verschiedene Situationen beurteilen.

Die Behandlung der Gelotophobie erfolgt durch einen Psychotherapeuten. Häufig werden multimodale Therapieformen angewendet, die in mehrere Richtungen wirken.

Solche Richtungen sind

  • Pharmakotherapie
  • Tiefenpsychologie
  • Entspannungstherapie
  • Verhaltenstherapie.

Bei der Pharmakotherapie erhalten die Betroffenen Medikamente in Form von Psychopharmaka. In der Tiefenpsychologie ermittelt der Psychotherapeut in Gesprächen die Ursachen für die Angststörung. In der Verhaltenstherapie muss sich der Patient den angstauslösenden Situationen stellen und das richtige Verhalten erlernen, um keine Ängste mehr zu entwickeln.

Für die Entspannungstherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise Yoga oder Atemtherapie. Die Angststörung ist gut behandelbar, doch nicht in jedem Fall kann eine vollständige Heilung erfolgen. Allerdings können die Betroffenen Besserung erfahren. Die Heilungsaussichten sind umso besser, je früher eine Behandlung erfolgt.

Die Gelotophobie gehört zu den sozialen Phobien und ist die Angst, sich lächerlich zu machen und von anderen Menschen ausgelacht zu werden. Die Betroffenen fühlen sich zumeist selbst lächerlich. Die Ursache für diese Angststörung liegt häufig in einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit.

Die Betroffenen meiden soziale Kontakte aus Angst, ausgelacht zu werden. Die Angststörung kann mit einer Verhaltenstherapie und medikamentös behandelt werden. Die Aussichten sind umso besser, je früher die Behandlung erfolgt.

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Über Der Philosoph 1642 Artikel
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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