Echte Männer essen nur Fleisch? Von wegen. Wer sich gesund und ausgewogen ernähren möchte, beißt auch gern mal in eine knackige Karotte oder eine saftige Tomate. Doch was, wenn der Appetit groß, der Kühlschrank aber leer ist?
Jedes Mal in den Supermarkt zu fahren, wenn die Lust auf Gurke, Paprika und Co. kickt, zerrt schnell an den Nerven. Viel leichter und bequemer wäre es, das Lieblingsgemüse einfach vom Balkon zu holen.
Was vielleicht nach einem Wunschtraum klingt, lässt sich mit ein bisschen Vorbereitung in die Tat umsetzen. Denn tatsächlich kommt der Balkon als Gartenersatz infrage, wenn man(n) sich dafür die richtige Ausrüstung besorgt.
Welches Gemüse kann man auf dem Balkon anbauen?
Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Gemüsesorten lassen sich auch auf kleiner Fläche anbauen. Um Tomaten, Gurken oder Paprika zu züchten, braucht man also keinen großen Garten. Bereits ein kleiner Balkon bietet den Pflanzen ausreichend Platz, um kräftig zu wachsen und zu gedeihen.
Besonders gut geeignet sind südlich ausgerichtete Standorte, die dem angebauten Gemüse ausreichend Sonnenlicht bieten. Ebenso wichtig ist eine gute Luftzirkulation. Sie verhindert, dass sich zwischen den einzelnen Pflanzen Feuchtigkeit staut, die wiederum als Nährboden für Keime und Schädlinge dient.
Besitzt der Balkon eine Umrandung, durch die kaum Luft dringen kann, sollten die Pflanzkästen daher nicht zu nah am Boden stehen. Sinnvoller ist es, sie direkt am Geländer anzubringen oder das Gemüse in einem Hochbeet heranzuziehen.
Übrigens funktioniert der Balkonanbau mit den meisten Gemüsearten, seien es Möhren, Radieschen oder gar Süßkartoffeln. Auch Tomaten, Paprika und viele Kräuter sind in einem Topf auf dem Balkon gut aufgehoben.
Allerdings erst, wenn sie tatsächlich den Setzling-Status erreicht haben. Um Tomaten, Chili, Paprika oder auch Cannabis selbst aus Samen zu ziehen, empfehlen sich professionelle Anzuchtsets. Vorerst bleiben diese auf der Fensterbank, bis die Pflanzen groß genug sind und an die frische Luft dürfen.
Besonders bei kälteempfindlichen Exemplaren kann eine direkte Aussaat in Pflanzkasten oder Hochbeet schließlich schnell zu einer Enttäuschung führen. Denn entweder treiben die Samen gar nicht erst aus oder die aufgrund der Witterung zu schwachen Gewächse tragen später keine Früchte.
Welche Pflanzgefäße eignen sich für den Anbau von Balkon-Gemüse?
Anders als in einem weitläufigen Garten sind die Platzverhältnisse auf dem Balkon oft eingeschränkt. Dennoch sollte er genug Raum für einen oder zwei Pflanzkübel bieten. Egal ob man Tomaten, Paprika oder Gurken anbauen möchte – die Pflanzgefäße sollten wenigstens einen Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern aufweisen.
Wer kleine Balkontomaten anpflanzen möchte, kann zu einem Topf mit mindestens zehn Liter Fassungsvermögen greifen. Dagegen benötigen etwa Stabtomaten einen Pflanztopf, der ein stärkeres Wurzelwachstum unterstützt. Ein Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern sollte daher gegeben sein.
Für alle Gemüsesorten, die tief wurzeln – Möhren, Rote Bete, Schwarzwurzeln – empfehlen sich Pflanzgemäße mit einer Höhe von mindestens 40 Zentimetern. Kohl und Bohnen entwickeln die meisten Wurzeln dagegen erst in einer Tiefe von 50 Zentimetern. Für den Anbau kommen daher Töpfe infrage, die 60 Zentimeter oder höher ausfallen.
Fehlt auf dem Balkon der Platz für Pflanztöpfe oder gar ein Hochbeet? Dann lässt sich das Gemüse zumindest in einem Pflanzkasten anbauen. Der Platz darin reicht etwa für Mini-Tomaten, Radieschen, Mangold oder Buschbohnen.
Wichtig: Sowohl Pflanzkübel als auch -kästen sollten über ein Abflussloch verfügen, damit sich im Inneren nach dem Gießen keine Staunässe bilden kann.
Wie viel Aufmerksamkeit braucht das Balkon-Gemüse?
Aufgrund der geringeren Platzverhältnisse fällt auf dem Balkon angebautes Gemüse oft etwas kleiner aus als jenes im Garten. Das bedeutet jedoch nicht, dass es mit weniger Aufmerksamkeit auskommt.
Auch für Balkon-Gärtner gilt: Zumindest jeden zweiten Tag sollte man nach den Gewächsen sehen, um schnell zu erkennen, ob:
- ihnen der Standort behagt
- sie mehr Wasser oder zusätzliche Nährstoffe benötigen
- sich Krankheiten oder Schädlinge verbreiten
Zudem trocknen Pflanzkästen oder -töpfe im Vergleich zur Erde im Beet schneller aus. Daher erfordern Balkonpflanzen oft eine strengere Gießroutine. Viele Gemüsepflanzen brauchen dementsprechend an warmen Tagen mehrmals täglich Wasser. Im Sommer gießt man sie daher am besten morgens ausgiebig und noch einmal abends.
Wer sich unsicher ist, ob es einem Gewächs an Feuchtigkeit mangelt, ist mit der sogenannten Fingerprobe gut beraten. Dabei wird der Zeigefinger einfach in die Pflanzerde gesteckt. Diese sollte sich feucht, jedoch nicht klatschnass anfühlen.
Denn wird das Gemüse „übergossen“, droht Staunässe. Diese wiederum kann dazu führen, dass die Wurzeln absterben oder die Erde schimmelt. Auch Schädlinge und Krankheitserreger fühlen sich auf einem nassen Untergrund besonders wohl. Wer befürchtet, einen Pflanztopf etwas zu stark gewässert zu haben, sollte das Gießen darum ein bis zwei Tage aussetzen.
Neben ausreichend Wasser sind genügend Nährstoffe für das gesunde Wachstum des Balkon-Gemüses essenziell. Daher empfiehlt es sich, die Pflanzen alle zwei Wochen mit einem geeigneten Dünger zu versorgen. Welcher sich in welcher Menge dafür eignet, hängt von der jeweiligen Gemüsesorte ab und sollte auch auf diese abgestimmt sein. Denn auch beim Dünger gilt: Wer es übertreibt, tut seinem Gemüse nichts Gutes.

Seien Sie der erste, der einen Kommentar abgibt