Kuhmilchallergie: Ernährung bei einer Milcheiweißallergie

Kuhmilchallergie Kuhmilchallergie: Ernährung bei einer Milcheiweißallergie

Die Kuhmilchallergie zählt zu den häufigsten Allergien in Bezug auf Nahrungsmittel. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Milcheiweißallergie, die sich jedoch grundlegend von der Milchzuckerintoleranz, der Laktoseintoleranz, unterscheidet. Meist sind von dieser Allergie kleine Kinder und auch Säuglinge betroffen. Für die Behandlung einer Kuhmilchallergie stehen keine Medikamente oder sonstige Therapieformen zur Verfügung. Hier hilft es nur, dass Kuhmilch strikt gemieden wird. Dies stellt die einzige Möglichkeit einer Behandlung einer Milcheiweißallergie dar: Die Ernährung gänzlich ohne Kuhmilch sowie ohne Lebensmittel, in denen Kuhmilcheiweiß enthalten ist.

Was passiert bei einer Kuhmilchallergie?

Der Körper reagiert bei einer Milcheiweißallergie auf das Eiweiß in der Milch. Der erste Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz wird als Sensibilisierung bezeichnet. Nach einer erneuten Milchaufnahme reagiert das Immunsystem darauf sehr schnell, indem es einen Abwehrmechanismus startet, denn es deutet die Eiweiße als Fremdkörper. Dadurch werden Antikörper gegen die Allergien gebildet und bestimmte Stoffe wie Histamin produziert, durch welche die Beschwerden verursacht werden. Bei einem chronischen Verlauf der Erkrankung ist aufgrund des geschädigten Darms die Aufnahme der Nährstoffe gestört. Casein und beta-Lactoglobulin gehören zu den häufigsten Auslösern der allergischen Reaktion.

Die allergischen Reaktionen

Die Reaktionen auf die nicht verträglichen Nahrungsmittel können verschieden schnell nach dem Verzehr auftreten. Manche Symptome zeigen sich innerhalb einer kurzen Zeit und meist auch schon nach einer kleinen Menge wie Spuren von Milch im Gebäck, zum Beispiel durch schwere Atemprobleme, Bauchschmerzen und Erbrechen. Andere allergische Reaktionen, beispielsweise Durchfall oder Hautausschlag hingegen treten erst verzögert nach der Einnahme von einer größeren Menge an Nahrungsmitteln auf, wie ein Glas Milch. Die Wirkung erscheint hierbei manchmal erst 48 bis 72 Stunden danach.

Symptome und Beschwerden einer Kuhmilchallergie

Die vielfältigen Symptome einer Milcheiweißallergie können auch unterschiedlich stark ausfallen. Zu den möglichen Beschwerden gehören:

Im Bereich der Haut:

  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Nesselsucht
  • Ödeme

In Bezug auf die Atmung:

  • Husten
  • Bronchitis
  • Asthma

Herz und Kreislauf:

  • Anaphylaktischer Schock
  • Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Konzentrationsprobleme
  • Erschöpfungszustände

Verdauungstrakt:

  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen bis hin zu Koliken

Psychische Probleme:

  • Innere Unruhe
  • Depressionen
  • Hyperaktivität

Welche Ersatzprodukte sind bei einer Kuhmilchallergie für die Zubereitung der Speisen möglich?

Ein flüssiger Ersatz für Kuhmilch sind Kokosmilch, ein Soja-, Hafer-, Reis-oder Mandeldrink sowie Sojacreme und Sojajoghurt. Diese Produkte können je nach Bedarf, genau wie es bei Milch üblich ist, zum Kochen oder Backen verwendet werden. Sie decken jedoch nicht den Nährstoffbedarf. Die wichtigsten Nährstoffe, die in der Kuhmilch enthalten sind und auf die nun besonders geachtet werden muss, sind Kalzium, Jod, tierisches Eiweiß und Vitamin B2. Diese wichtigen Nährstoffe müssen aus anderen Quellen bezogen werden.

Vor allem auf Kalzium achten

Dabei ist Kalzium der wichtigste Nährstoff, den Milcheiweißallergiker ersetzen müssen. Der Bedarf an Jod, Eiweiß und Vitamin B2 kann über andere Lebensmittel noch leicht gedeckt werden, doch die ausreichende Kalzium Versorgung ist ohne Kuhmilch durch andere Lebensmittel kaum möglich. In einigen Gemüsesorten, Gartenkräutern, Hülsenfrüchten, Nüsse und Samen ist zwar Kalzium enthalten, doch diese reichen alleine gewöhnlich nicht aus, dass damit der tägliche Bedarf an Kalzium gedeckt werden kann. Eine Möglichkeit bieten kalziumreiches Mineralwasser, Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Fenchel oder Sojamilch, die mit Kalzium angereichert ist. Um die ausreichende Zufuhr sicherzustellen, kann auch ein Kalziumpräparat eingenommen werden.

Lebensmittel, die viel Kalzium enthalten und daher vermehrt gegessen werden sollten:

  • Obst: Beeren, Aprikosen, Feigen und Dörrobst
  • Gemüse: Brokkoli, Brunnenkresse, Kohl und Kresse, Sojabohnen, Fenchel und Grünkohl
  • Nüsse: Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse und Sonnenblumenkerne
  • Gewürze: Petersilie und Schnittlauch
  • Getränke: Kalziumhaltiges Mineralwasser, Säfte

Hinsichtlich der ausreichenden Aufnahme ist ein wichtiger Tipp, dass Kalzium vom Körper besser verwertet wird, wenn genügend Vitamin D vorhanden ist. Dieses ist in Fisch enthalten, es bildet sich allerdings auch bei einer Sonneneinstrahlung auf der Haut.

Eiweiß Bedarf decken

Eiweiß ist für den Körper ein wertvoller Bestandteil, denn es erfüllt verschiedene wichtige Aufgaben. Es ist zum Aufbau und Erhalt der Körperzellen notwendig. Eiweiß hilft dabei, dass Wunden und Krankheiten heilen. Ein erwachsener Mensch sollte pro Tag 0,8 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Der Eiweiß Bedarf kann ohne Probleme über mageres Fleisch, Hühnerei, Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte gedeckt werden. Pflanzliche Eiweißträger können auch gut kombiniert werden, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, beispielsweise Hülsenfrüchte mit Mais, Getreide oder Brot.

Ein Eiweiß Mangel kann zu unterschiedlichen Symptomen führen:

  • Haarausfall (Die Haare bestehen zu mindestens 97 Prozent aus Proteinen – Keratin)
  • Die Eiweißmangelkrankheit Kwashiorkor, die sich durch den so genannten Hungerbauch zeigt. Dieser wird durch die übermäßige Einlagerung von Ödemen (Wasser) hervorgerufen.
  • Wachstumsstörungen
  • Muskelschwäche
  • Fettleber

Wichtig ist zu wissen, dass ein andauernder Mangel an Eiweiß zum Protein- und Energiemangel und zum Tod führt.

  • Vitamin B2

Vitamin B2 ist in Fleisch, Gemüse wie Erbsen, Brokkoli, Rosenkohl, Mais oder Fenchel, Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Weizenkeimlingen enthalten.

  • Jod

Jod kommt vorwiegend in frischem Seefisch vor und kann auch mit jodiertem Speisesalz aufgenommen werden. Daher sollten die Speisen damit zubereitet werden.

Woher weißt du, ob verpackte Produkte im Supermarkt Milch enthalten?

Aufgrund der Verordnung zur Kennzeichnung der Lebensmittel ist es für Menschen mit einer Milcheiweißallergie einfach, die allergenen Stoffe zu erkennen. Jedes abgepackte Produkt, das im Supermarkt angeboten wird, muss über ein Verzeichnis verfügen, wo alle verarbeiteten Zutaten aufgeführt sind. Bei einer Kuhmilchallergie sollte auf folgende Begriffe geachtet werden:

  • Milcheiweiß
  • Kasein
  • Molke und Süßmolke
  • Buttermilch und Kondensmilch
  • Sahne
  • Magermilch und Dickmilch
  • Joghurt und Kefir
  • Milchpulver und Magermilchpulver
  • Butter und Käse
  • Quark, Schmand und Creme fraiche
  • Lakto…
  • tierisches Eiweiß

Wie erfährst du beim Bäcker oder Fleischer, ob in den Produkten Milch enthalten ist?

Brot, Brötchen und Wurst fallen in die Kategorie „lose Ware“, bei der kein Zutatenverzeichnis Pflicht ist. In diesem Fall hilft es nur, an der Bedientheke die Inhaltsstoffe und Produktinformationen zu erfragen, um sicher zu gehen. Dies betrifft auch das Brot, das im Supermarkt erhältlich ist.

Kuhmilchfreie Süßigkeiten

Es gibt mittlerweile viele ohne Kuhmilch hergestellte süße Waren. Dazu gehören beispielsweise folgende Produkte:

  • Wackelpudding und Fruchtgrütze
  • Milchfreies Puddingpulver, das mit einem Milchersatz angerührt werden kann
  • Lakritze, Gummibärchen und Weingummi
  • Fruchtlutscher und –bonbons
  • Bonbons aus Traubenzucker
  • Schokolade oder Plätzchen ohne Milch
  • Wassereis, Sorbet oder selber hergestelltes Fruchteis

Behält ein Kind die Kuhmilchallergie das ganze Leben lang?

Wie bei vielen Krankheiten gilt auch hier, dass je früher eine Milcheinweißallergie auftritt, desto eher ist es auch wahrscheinlich, dass das Kind die Allergie wieder verliert. Daher sollte im Abstand von ein bis zwei Jahren vom Arzt überprüft werden, ob noch eine Kuhmilchallergie besteht und die Diät noch nötig ist.

Fazit

Dies waren unsere Tipps für die optimale Ernährung bei einer Kuhmilchallergie. Wenn vom Arzt die Diagnose der Eiweißmilchallergie gestellt wurde, ist es für die meisten Betroffenen oder Familien zunächst einmal ein Schock, denn dies hört sich erst einmal nach einer riesigen Veränderung der Essensgewohnheiten an. Letzten Endes jedoch ist nur die Umgewöhnung sehr schwer. Wenn man sich daran gewöhnt hat, wird es sehr bald selbstverständlich sein. Mit der Zeit wird es auch einfacher, im Geschäft die möglichen Lebensmittel und Zutaten auszuwählen, denn dies ist nur zu Beginn schwierig. Aller Anfang ist schwer, doch irgendwann ist es normal und vor allem immer noch besser, als mit den Beschwerden zu leben. Um trotz der Diät eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu gewährleisten und eine Alternative für das Kochen oder Backen zu schaffen, wird eine individuelle Ernährungsberatung empfohlen.

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