Warum viele Männer Bindungsangst haben

Bindungsangst Warum viele Männer Bindungsangst haben

Die Bindungsangst ist meist dadurch gekennzeichnet, dass der Mann sich plötzlich nicht mehr meldet, meist vom einen Tag auf den anderen. Doch warum ist dies so und wie äußert sich die Bindungsangst? Was kann dagegen getan werden? Dies alles erfährst du nachfolgend.

Was bedeutet Bindungsangst?

Die Bindungsangst, ein weit verbreitetes Phänomen, kommt oftmals zum Vorschein, wenn die so genannte rosarote Brille abgesetzt wird, die den Blick auf die Partnerin oft verfälscht. Dann kommt nach der Verliebtheit das große Erwachen und mit ihr häufig die Bindungsangst. Auf einmal werden die Schwächen der Frau so deutlich, dass der Bindungsphobiker glaubt, sie nicht mehr zu lieben. Wieder andere fliehen aus der angehenden Beziehung, sobald es ernst wird. Es wird geradezu nach Schwächen gesucht, damit die Liebe im schlechten Licht dasteht und es leichter fällt, sich zu trennen. Dann gibt es auch noch die Männer, die ihre Freiheit auf keinen Fall hergeben möchten. Sie genießen ihren Freiraum und können und wollen sich nicht vorstellen, auf eine Frau Rücksicht zu nehmen. Wo die Bindungsangst auch immer herkommt, die Anzeichen sind oftmals die gleichen.

Woher kommt die Bindungsangst, die Angst vor Nähe?

Unter der Bindungsangst leiden letzten Endes nicht nur die Partnerinnen der Männer, sondern auch viele Betroffene selber am meisten, denn diese Angst steht der Erfüllung der Träume immer wieder im Weg und lässt jede Partnerschaft scheitern. In einer bestehenden Beziehung ist es für beide Partner schwierig, wenn der Mann die Nähe als bedrohlich anstatt als beglückend empfindet und er aus diesem Grund immer fluchtbereit bleibt. Die möglichen Ursachen der Bindungsangst liegen manchmal in früheren Beziehungen, in denen der Mann sehr stark enttäuscht oder verletzt wurde oder sie im Allgemeinen sehr unglücklich verlaufen sind, beispielsweise wenn er von seiner Partnerin hintergangen, betrogen oder verlassen wurde.

Wenn die Ursache in der Kindheit zu finden ist

Eine ausgeprägte Bindungsangst entsteht jedoch häufig schon in der frühesten Kindheit, denn die Angst vor einer Nähe ist oftmals eigentlich die Angst vor einem Verlust. Das Urvertrauen entsteht grundsätzlich während der ersten zwei Lebensjahre. Dieses umfasst ein grundsätzliches Selbstvertrauen, ein Vertrauen in die Welt und in das Leben sowie ein Vertrauen in andere Menschen. Es ist daher die Basis einer jeden positiven Gesamteinstellung. Damit sich das Urvertrauen gesund entwickelt, benötigen Kinder Geborgenheit, aber auch klare Grenzen. Dabei ist zu wenig Nähe genauso schädlich wie zu viel.

Vernachlässigte Kinder

Vernachlässigte Kinder leben in einer ständigen Angst vor einem Verlust. Aus einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung kann sich später eine Bindungsangst entwickeln. Hierbei handelt es sich dann um eine Angst, von anderen enttäuscht, verlassen, übersehen und zurückgewiesen zu werden. Oftmals ist die Angst so tief im Unterbewusstsein verankert, dass der Zusammenhang mit der Kindheit nicht mehr hergestellt wird.

Überbehütete Kinder

Überbehütung erschwert es aber ebenso, Erfahrungen zu sammeln und die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Eine ständige besorgte, kontrollierende und regulierende Bezugsperson, beispielsweise die Mutter, vermittelt dem Kind gern einmal den Eindruck, dass es allein nicht (über-)lebensfähig ist. Die meisten Kinder reagieren darauf früher oder später mit einem heftigen Protest. Das Lösen dieser übermächtigen Bindung ist oftmals ein schmerzhafter Prozess, allerdings die einzige Möglichkeit zur Unabhängigkeit und Autonomie. Ein überbehütetes Kind kann eine Bindungsangst entwickeln, da es den Verlust der so hart erkauften Eigen- oder Selbstständigkeit stark fürchtet. Aufgrund der ständigen Nähe in der festen Partnerschaft sieht der Mann seine Unabhängigkeit bedroht.

Wie äußert sich die Bindungsangst?

Männer, die von einer Bindungsangst betroffen sind, haben Schwierigkeiten, eine längere Beziehung zu führen, die durch eine Vertrautheit und Nähe gekennzeichnet ist. Der Mann reagiert regelmäßig mit einer Art Fluchtimpuls, sobald die Beziehung eng wird. Häufig wechselnde Partnerschaften oder ein wiederholtes Fremdgehen können ebenfalls Anzeichen einer Bindungsangst sein. Das Gleiche gilt für einen ständigen Wechsel zwischen einer Nähe und Distanz zur Partnerin. Der bindungsunfähige Mann flieht regelrecht vor der Liebe. Häufig erklärt er sein Verhalten damit, dass er halt viel Zeit für sich selber braucht, er sich noch „seine Hörner abstoßen“ muss, manches nur allein so richtig genießen oder entscheiden kann etc. Sehr schwierig und verletzend wird es für die Partnerin, wenn der Beziehungsphobiker sogar die körperliche Nähe gar nicht oder nur selten zulässt. Zärtlichkeit, Intimität, Sexualität oder Hingabe werden rationiert oder gänzlich verweigert, sodass die wichtigen Bedürfnisse Geben und Nehmen deutlich auf der Strecke bleiben. Die Partnerin zweifelt früher oder später den eigenen Wert an, was meist zu einer starken Beziehungskrise führt. Grundsätzlich ähneln die Symptome bei einer Bindungsangst denen einer Panik. Je intensiver die Partnerschaft wird, umso stärker fühlt sich der Mann unwohl und in die Enge getrieben. Selbst ein Herzrasen, Schweißausbrüche oder ein Zittern können auftreten.

Können sich Männer, die unter einer Bindungsangst leiden, ändern?

Um die Bindungsangst überwinden zu können, ist es erforderlich, dass diese psychische Störung zunächst einmal erkannt wird und der Mann sich eingesteht, dass er oder seine Partnerin darunter leidet. Handelt es sich um eine extreme Ausprägung, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, beispielsweise wenn der Grund für die Bindungsangst die Folge einer traumatischen Erfahrung ist. Es ist grundsätzlich wichtig, herauszufinden, warum man flüchtet, also woher die Bindungsangst kommt. Daher empfiehlt es sich, sich mit den verborgenen Ängsten aktiv auseinander zu setzen, die die Bindungsangst wahrscheinlich verursacht haben. Ebenso wichtig ist es, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dieses hilft dabei, Enttäuschungen und Kränkungen zu überwinden. Nur wer sich als Persönlichkeit vollständig annimmt, kann sich auf eine enge Beziehung auch wirklich einlassen. Es geht darum, die eingefahrenen Denkmuster zu verändern, um die Beziehung nicht als eine „Bedrohung“ oder Gefahr anzusehen, sondern als etwas Schönes. Eine Therapie ist bei einer Bindungsangst in der Regel der beste Weg, denn der Betroffene schafft es meistens nur sehr schwer allein, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien, insbesondere nach einem Missbrauch oder sonstigen traumatischen Erlebnissen.

Fazit

Dies war alles Wissenswerte rund um die Bindungsangst. Es ist wichtig, sie zu überwinden, denn nur so ist es möglich, eine erfüllte und glückliche Partnerschaft zu erleben.

Über Der Philosoph (486 Artikel)
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

1 Kommentar zu Warum viele Männer Bindungsangst haben

  1. Glaub eher langsam, dass die Angst bei Männern angeboren ist oder ihnem einfach die emotionale Intelligenz fehlt….

Kommentar hinterlassen