Kinder, die ohne Vaterfigur aufwachsen – welche Folgen hat dies?

vaterfigur Etwa jedes 10. Kind wächst ohne Vaterfigur auf. Dabei wird immer wieder darüber diskutiert, welche Folgen es für die Entwicklung des Kindes und auch für das

Etwa jedes 10. Kind wächst ohne Vaterfigur auf. Dabei wird immer wieder darüber diskutiert, welche Folgen es für die Entwicklung des Kindes und auch für das spätere Leben hat, wenn es ohne die männliche Bezugsperson groß wird. Darüber möchten wir nachfolgend berichten.

Was bewirkt die Vaterfigur in der Entwicklung des Kindes?

Vaterfigur

Was macht den Vater eigentlich aus? Wodurch unterscheidet er sich von der Mutter? Die Mutter übernimmt in der Familie meist eher die Rolle, dass sie die Wärme und Geborgenheit gibt. Dies tut der Vater natürlich auch, aber ihn zeichnen letzten Endes einfach auch noch viele andere Dinge aus. Der Vater spricht tiefer, er riecht anders, er bewegt sich kraftvoller und nicht so zärtlich, wie es die Mutter tut. Dies sind die Dinge, die ein kleineres Kind wahrnimmt und bereits hier die Unterschiede feststellt. Später kommen noch weitere hinzu. Die Vaterfigur ist es, die das Kind beim Spielen in die Luft wirft und wieder auffängt. Der Vater ist es, der dem Kind mehr Selbstständigkeit zutraut und es ihm dadurch beibringt, mit Gefahren gut umzugehen. Er lernt dem Kind beispielsweise das Fahrradfahren und vieles mehr. All dies kann die Mutter natürlich auch, doch sie tut es halt anders: vorsichtiger und behutsamer.

Insbesondere die Jungs vermissen den Vater

Vater Sohn

Vor allem die Jungs leiden darunter, wenn sie kein männliches Vorbild haben. Wenn sich auch keine männlichen Verwandten oder Freunde bereit erklären, regelmäßige „Männer-Ausflüge“ zu unternehmen, kann das Konsequenzen für die Entwicklung des Jungen haben, denn die Mutter kann den Vater nur sehr bedingt ersetzen. Fehlt dem Jungen der Vater, dann fehlt ihm eine wichtige Person, mit dem sich die Jungs gern identifizieren. Laut Untersuchungen leiden Männer, die ohne eine Vaterfigur aufwachsen mussten, Jahrzehnte später noch unter einem höheren Risiko, an einer Depression zu erkranken als Männer, die beide Elternteile hatten. Väter gehen einfach anders um mit dem Kind, ganz gleich, ob Junge oder Mädchen, denn auch die Mädels vermissen ihren Vater. Er tobt viel mit dem Kind herum, sieht vieles lockerer, aber spricht gleichzeitig auch mal ein Machtwort, wenn es sein muss. Eine gewisse Strenge muss nun mal ab und an sein. Zudem wird die Hausarbeit auf beide Eltern verteilt, nämlich auf die Mutter und den Vater. Doch wenn der Vater fehlt, hat die Mutter natürlich viel mehr Arbeit. Oftmals führt dies dazu, dass sie häufig gestresst ist und weniger Zeit für das Kind hat. Kinder merken dies natürlich, wodurch sich viele zurückziehen, auch emotional. Es fehlt einfach was, denn die Mutterliebe kann nun mal auch kein Vater ersetzen.

Wenn der Vater der Tochter fehlt

Vater Tochter

Auch für eine Tochter hat der Vater einen großen Stellenwert. Er gibt ihr einen starken Rückhalt, lebt mit ihr die körperlichen Aspekte durch Rangeln und Toben aus und ist letztendlich auch der Sparringspartner in der Pubertät. Zudem bringt er der Tochter bei, wie sie ihre Gefühle regulieren kann und er hilft ihr außerdem, ihr Ego zu schulen. Die Mädchen können sich in Familien, in welchen der Vater fehlt, oftmals nicht in ihre Geschlechterrolle finden. Dies führt dazu, dass sie später im Umgang mit den Männern häufig unsicher sind oder sich immer etwas unwohl fühlen. Das Fehlen der Vaterfigur bedeutet für die Tochter oft, dass im Leben ein Stück Schutz und Sicherheit fehlt. Dadurch gehen dem Kind ein innerer Halt und eine Orientierung verloren. Dies kann zu intellektuellen Entwicklungshemmungen und im späteren Leben zu Schwierigkeiten in der eigenen Beziehung und sogar bis hin zu einer Beziehungsunfähigkeit führen. Jungs agieren die Konflikte, die mit dem Vaterverlust verbunden sind, oftmals stärker nach außen aus. Bei einem Teil führt dies zu einem dissozialen und kriminellen Verhalten. Die Mädchen hingegen verarbeiten die Konflikte meist stärker nach innen, wodurch sie mit psychischen Symptomen darauf reagieren. Bei beiden ist die Entbehrung der Vaterfigur mit verschiedenen Störungen der psychosexuellen Reifung sowie der Findung der Identität verbunden.

Die Abwesenheit des Vaterfigur bedeutet für viele Kinder Liebesentzug

Kind ohne Vater

Kleine Kinder machen es sich häufig sehr einfach: Nur wer da ist, der liebt mich und wer von den beiden Elterneteilen nicht da ist, der liebt mich nicht. So sieht die These bei vielen Kindern aus. Wächst also das Kind ohne Vater auf, dann glaubt es, dass der Vater es nicht liebt, ganz egal, wie die Realität tatsächlich aussieht. Zumal die Kinder bei einer Trennung oftmals den Kontakt zum Vater verlieren. Da werden Streitigkeiten zwischen den Eltern auf Kosten des Kindes ausgetragen, was ein ganz fataler Fehler ist. Das Kind leidet enorm darunter. Daher sollte ihm nie der Vater vorenthalten werden. Dieses Bewusstsein verankert sich tief und spiegelt sich in den späteren Beziehungen wieder, da die Abwesenheit zwangsläufig zum Gefühl führt, nicht geliebt zu werden. Daraus kann sich ein Teufelskreislauf der Gedanken entwickeln. Kinder reagieren häufig mit Verlassensängsten, einem Verlustschmerz, einer Trauer und einem sozialen Rückzug. Auf Dauer verwandeln sich diese Gefühle in Wut, Einsamkeit und Gleichgültigkeit. Insbesondere bei Jungs kann dies zu sozialen Verhaltensauffälligkeiten führen.

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Fazit

Dass eine Beziehung zerbricht, bleibt leider oftmals nicht aus, doch in erster Linie ist es wichtig, dass die gemeinsamen Kinder nicht unter dieser Trennung leiden, denn diese können am wenigsten dafür. Grundsätzlich sollte bei einer Trennung das Wohl des Kindes im Fokus stehen. Das Kind, das ohne Vaterfigur aufwächst, sollte die Möglichkeit haben, den Vater regelmäßig zu sehen und eine intensive Bindung zu ihm aufbauen zu können. Der Kampf um das Kind vor Gericht sollte stets der allerletzte Ausweg sein, denn dies führt meist in die Sackgasse und verhärtet nur die Fronten. Jedes Kind verarbeitet solch eine Situation natürlich anders. Hast du auch Erfahrungen damit gemacht? Dann berichte uns doch einfach davon, wie du es empfunden hast.

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Über Der Philosoph (421 Artikel)
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

1 Kommentar zu Kinder, die ohne Vaterfigur aufwachsen – welche Folgen hat dies?

  1. Ach herje, ich habe den Eindruck bei diesem Thema wird immer wieder an den Ursachen vorbei diskutiert. Fakt ist doch, dass es nicht immer un um jeden Preis sinnvoll ist zwanghaft, weil es halt so sein muss einen Kontakt zwischen Vater und Kind zu erzwingen. Es sind auch nicht immer die bösen Frauen, die bei Streitigkeiten den Kontakt zu den Vätern unterbinden, sondern ganz oft die Väter selbst, welche sich nicht in ihre Vater Rolle einfinden können oder wollen. Wer weiß wie intensiv Frauen die Mutterrolle überhaupt annehmen würden, wäre da nicht die diese Hormonverpestung bei, nach und während der Geburt, des Stillens usw. Heut zu tage kann man alles und muss theoretisch nichts! Dies führt leider bei vielen Vätern oft dazu, dass sie on-off Beziehungen zu ihren Kindern pflegen. Mütter sind oft bei kleinen Kindern häufig Alternativ los an ihr Kleinkind oder Baby gebunden. Ich finde es sollte nicht nur Eltern Rechte, inbesondere Väterrechte geben, sondern auch Pflichten. Um die Pflichten drücken sich leider viele Väter, welche ihre Familie verlassen haben. Da kann nicht alle Schuld auf die Frau geschoben werden, wenn sie on-off Verhältnisse zu den Kindern nicht toleriert und dann mauert.

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