Black Tie Dresscode für Herren: 10 Regeln, die zählen

Smoking vor dem Spiegel

Der Black Tie Dresscode für Herren verlangt einen Smoking: ein Sakko mit Revers aus Seide oder Satin, die passende Smokinghose mit Seidenstreifen an der Seitennaht, ein weißes Smokinghemd, eine schwarze Fliege und schwarze Lackschuhe. Ein dunkler Anzug erfüllt diese Kleiderordnung nicht, auch wenn er schwarz ist. Dazu kommen Weste oder Kummerbund, schwarze Socken und wenige, dezente Accessoires.

Steht „Black Tie“ auf der Einladung, ist der Rahmen also ziemlich genau festgelegt. Spielraum gibt es trotzdem, etwa beim Revers, beim Hemdkragen und beim Schuhwerk. Die zehn Regeln weiter unten erklären jedes Teil im Detail: wie es aussieht, woraus es besteht und woran man Fehler erkennt. Danach geht es um die Varianten „Black Tie optional“ und „Creative Black Tie“ und um den Unterschied zu White Tie.

Was bedeutet der Black Tie Dresscode für Herren?

Black Tie ist ein formeller Dresscode für festliche Abendveranstaltungen, bei dem Männer einen Smoking tragen. Wörtlich heißt der Begriff „schwarze Krawatte“, gemeint ist aber die schwarze Fliege. Auf französischen Einladungen steht dafür „Cravate noire“, im Deutschen sind „Smoking“ und „kleiner Gesellschaftsanzug“ gebräuchlich. Der große Gesellschaftsanzug ist der Frack, und der gehört zum noch formelleren White Tie.

Steht auf einer deutschsprachigen Einladung nur „Abendgarderobe“, ist meist ebenfalls der Smoking gemeint. Manche Gastgeber verstehen darunter allerdings auch einen dunklen Anzug, deshalb lohnt bei dieser Formulierung eine kurze Rückfrage.

Traditionell gilt Black Tie für Anlässe nach 18 Uhr. Typische Black-Tie-Events sind Bälle, Galas mit Spendenzweck, Preisverleihungen, Opernpremieren und Abendhochzeiten. Tagsüber trägt man keinen Smoking, auch wenn der Anlass sehr festlich ist.

Woher der Smoking kommt

Die Geschichte des Smokings beginnt im englischen Königshaus. Laut einer Ausstellungsdokumentation der University of the Arts London fertigte der Londoner Schneider Henry Poole 1865 die erste Abendjacke ohne Frackschöße für den Prince of Wales, den späteren König Edward VII. Er trug sie bei zwanglosen Abendessen auf seinem Landsitz Sandringham. In den USA heißt das Kleidungsstück Tuxedo, nach dem Tuxedo Club im Bundesstaat New York, wo 1886 beim ersten Herbstball Männer in der kurzen Abendjacke erschienen.

Der deutsche Name ist ein Scheinanglizismus. Im Englischen ist ein smoking jacket eine bequeme Hausjacke, die Männer im 19. Jahrhundert nach dem Essen zum Rauchen anzogen, damit Rauch und Asche nicht die Abendkleidung trafen. In mehreren europäischen Sprachen wurde „Smoking“ zum Namen für den Abendanzug. In Großbritannien sagt man dagegen dinner jacket oder dinner suit.

Was zieht man bei Black Tie an? Das Outfit im Überblick

Das klassische Outfit für Black Tie für Herren besteht aus acht Teilen. Die Tabelle zeigt die übliche Ausführung, die zehn Regeln darunter erklären jedes Teil genauer.

Teil Das Wichtigste
Sakko Schwarz oder Mitternachtsblau, Revers mit Seide oder Satin belegt, Schalkragen oder steigendes Revers, meist Einreiher mit einem Knopf
Smokinghose Gleicher Stoff wie das Sakko, Seidenstreifen an der Seitennaht, keine Gürtelschlaufen, kein Umschlag
Weste oder Kummerbund Bedeckt den Hosenbund beim Einreiher, nie beides zugleich, entfällt beim Zweireiher
Smokinghemd Weiß, Umschlagmanschetten, plissierte Hemdbrust oder Piqué, Steckknöpfe oder verdeckte Knopfleiste
Fliege Schwarz, im Material passend zum Revers, traditionell selbst gebunden
Schuhe Schwarze Opera Pumps aus Lack oder glatte Oxfords aus Lack oder poliertem Kalbsleder
Socken Schwarz, aus feiner Wolle oder Seide, gern kniehoch
Accessoires Manschettenknöpfe, weißes Einstecktuch, keine sichtbare Armbanduhr, kaum Schmuck

Die 10 Regeln des Black Tie Dresscodes für Herren

Einen offiziellen Regelkatalog für Black Tie gibt es nicht. Die Grundzüge stammen aus der britischen Abendgarderobe und sind in Etikette-Ratgebern weitgehend einheitlich. Die englischsprachige Wikipedia fasst die klassischen Black-Tie-Regeln für Herren ausführlich zusammen, und die folgenden Punkte orientieren sich daran.

1. Smoking statt Anzug

Smoking statt Anzug – Dreifachansicht

Der Smoking unterscheidet sich vom Anzug durch Seide. Am Sakko ist das Revers mit glänzendem Seidensatin oder mit fein geripptem Seidenrips belegt, der im Englischen Grosgrain heißt. Die Knöpfe sind mit demselben Material oder mit dem Stoff des Sakkos überzogen, Horn- oder Kunststoffknöpfe gibt es nicht. Die Seitentaschen haben keine Klappen, sondern nur einen schmalen, eingefassten Schlitz. Auch die Smokinghose trägt Seide: An jeder Seitennaht läuft ein Seidenstreifen, der Galon.

Hängt ein Smoking neben einem schwarzen Anzug, ist der Unterschied sofort zu sehen. Beim Smoking glänzen Revers, Knöpfe und Hosenstreifen im Licht, während der Wollstoff daneben matt bleibt. Dieser Wechsel zwischen matt und glänzend macht den Smoking aus. Beim Anzug ist alles aus demselben Tuch, ohne jeden Glanz. Ein schwarzer Anzug bleibt deshalb ein Anzug, so festlich er auch geschnitten ist, und reicht bei einer strengen Black-Tie-Einladung nicht aus.

Der Grundstoff ist klassisch Wolle. Ein Beispiel dafür ist ein Smoking aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums, entstanden zwischen 1901 und 1925, gefertigt aus schwarzer Wolle mit schwarzer Seide. Heutige Smokings bestehen meist aus feiner Schurwolle in leichter bis mittlerer Stärke, die in einem warmen Ballsaal über viele Stunden angenehm bleibt.

2. Schwarz oder Mitternachtsblau, im Sommer auch Elfenbein

Frontaler Smoking-Dreiklang in Schwarz, Blau und Elfenbein

Für den Smoking gibt es zwei klassische Farbtöne: Schwarz und Mitternachtsblau, ein so dunkles Dunkelblau, dass man es neben Schwarz erst auf den zweiten Blick erkennt. Mitternachtsblau ist keine moderne Erfindung. Schon in den 1930er Jahren war es ähnlich verbreitet wie Schwarz. Revers, Knöpfe und Galon sind bei beiden Farben in der Regel schwarz oder im Ton des Stoffes gehalten.

Grau, Braun, helles Blau und Muster gehören nicht zum klassischen Black Tie. Samtjacken in Bordeaux oder Flaschengrün sieht man bei Creative Black Tie. Auf einer klassischen Gala fallen sie aus dem Rahmen, weil die anderen Herren im schwarzen oder dunkelblauen Smoking kommen.

Eine Ausnahme ist das weiße Dinner Jacket. Es ist eigentlich elfenbeinfarben, hat meist einen Schalkragen ohne Seidenbelag und ist für warmes Klima und Sommerabende gedacht, etwa für ein Fest im Freien. Getragen wird es mit denselben Hemden und Accessoires wie ein schwarzer Smoking. In Großbritannien galt diese Jacke im 20. Jahrhundert als Kleidung für Aufenthalte in wärmeren Ländern.

3. Steigendes Revers oder Schalkragen, ein Knopf

Dreifacher Smoking-Vergleich_ Revers im Detail

Beim Revers gibt es zwei korrekte Formen. Das steigende Revers, auch Spitzrevers genannt, endet in zwei Spitzen, die schräg nach oben zur Schulter zeigen. Es wirkt kantig und lässt die Schultern breiter erscheinen. Der Schalkragen ist eine durchgehend gerundete Linie vom Nacken bis zum Knopf, ganz ohne Einkerbung. Er wirkt weicher und ruhiger. Das fallende Revers mit Einkerbung, das du von Business-Anzügen kennst, gilt bei Black Tie als weniger passend.

Der klassische Smoking ist ein Einreiher mit einem einzigen Knopf etwa auf Höhe der Taille. Geschlossen überlappt die Vorderseite nur knapp, sodass vorne ein tiefes, schmales V entsteht, in dem Hemdbrust und Fliege gut zu sehen sind. Im Stehen ist der Knopf geschlossen, beim Hinsetzen öffnest du ihn.

Der Zweireiher ist für die meisten Anlässe ebenso angemessen. Seine Vorderteile überlappen deutlich, und er hat zwei senkrechte Knopfreihen. Anders als der Einreiher bleibt er immer geschlossen, auch im Sitzen. Weil der Hosenbund dadurch nie sichtbar wird, braucht er weder Weste noch Kummerbund.

4. Smokinghose mit Galon, ohne Gürtel

Schwarze Smokinghose in drei Ansichten

Die Smokinghose ist aus demselben Stoff wie das Sakko. An jeder Seitennaht läuft ein schmaler Seidenstreifen vom Bund bis zum Saum, der zum Revers passt: Satinstreifen zu Satinrevers, Ripsstreifen zu Ripsrevers. Smokinghosen haben keinen Umschlag am Saum und keine Gürtelschlaufen am Bund. Das Bein ist gerade geschnitten und fällt ohne starke Falten auf den Schuh.

Gehalten wird die Hose von Hosenträgern, die unter Weste oder Kummerbund verschwinden, oder von kleinen Schnallen an den Seiten, mit denen sich die Weite einstellen lässt. Klassisch geschnittene Smokinghosen haben eine hohe Taille. Der Bund sitzt etwa auf Höhe des Bauchnabels, damit zwischen Hose und Weste kein Streifen Hemd hervorblitzt.

Ein Gürtel ist bei Black Tie deshalb ausgeschlossen, auch wenn Gürtel für Herren aus feinem Leder zur Stoffhose im Büro gut funktionieren. Er gehört zu den typischen Fauxpas, denn eine glänzende Schnalle in der Körpermitte unterbricht genau die ruhige Linie, die der Smoking schaffen soll.

5. Weste oder Kummerbund, nie beides

Dreifacher Smoking_ Weste, Kummerbund, Doppelreiher

Beim einreihigen Smoking wird der Hosenbund traditionell bedeckt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die Smokingweste ist tief ausgeschnitten, meist in U- oder V-Form, sodass ein großer Teil der Hemdbrust sichtbar bleibt. Sie ist aus dem Stoff des Smokings oder aus Seide gefertigt.

Der Kummerbund ist eine breite Schärpe mit waagrechten Falten, die um die Taille gelegt und hinten verschlossen wird. Er ist traditionell schwarz und aus demselben Material wie die Fliege, die Falten zeigen nach oben. Der Name geht auf das persische und hindustanische Wort kamarband zurück, das ein Band um die Taille bezeichnet. Britische Offiziere übernahmen dieses Kleidungsstück in der Kolonialzeit in Indien. Die nach oben gerichteten Falten sollen früher Eintrittskarten aufgenommen haben, daher der englische Spitzname „crumb-catcher“, also Krümelfänger.

Weste und Kummerbund zusammen zu tragen, ist falsch. Zum Zweireiher trägst du keines von beiden. Viele moderne Smokings werden auch beim Einreiher ohne Weste oder Kummerbund getragen. Auf einem förmlichen Ball fällt das eher auf als auf einer Firmengala.

6. Weißes Smokinghemd mit Umschlagmanschetten

Weiße Smokinghemd-Details_ Plissee, Piqué und Manschette

Zum Smoking gehört ein weißes Hemd, kein hellblaues und kein cremefarbenes. Es hat Umschlagmanschetten, auch Doppelmanschetten genannt: Der Manschettenstoff wird nach außen umgeschlagen und mit Manschettenknöpfen geschlossen. Die Hemdbrust ist besonders gestaltet. Entweder hat sie feine, senkrechte Falten, dann heißt sie plissiert, oder sie ist aus Piqué, einem festen Baumwollstoff mit kleinem Waffelmuster, den man im Englischen Marcella nennt.

Statt normaler Knöpfe schließen kleine Steckknöpfe, die Studs, das Hemd. Sie sitzen sichtbar in der Knopfleiste, meist in Schwarz, Silber oder Perlmutt. Daneben gibt es das Smokinghemd mit verdeckter Knopfleiste. Bei ihm liegt eine Stoffblende über den Knöpfen, und die Hemdbrust wirkt glatt und ruhig. Beide Varianten passen zu plissierter Brust und zu Piqué.

Beim Kragen gehen die Meinungen auseinander. Ein Umlegekragen, etwa ein schlichter Kentkragen, gilt als sichere Wahl, weil die Fliege darunter flach und sauber sitzt. Den Kläppchenkragen, einen Stehkragen mit zwei kleinen, nach vorn umgelegten Spitzen, akzeptieren manche Ratgeber auch zum Smoking. Andere, darunter der britische Etikette-Ratgeber Debrett’s, ordnen ihn dem Frack zu.

In die Umschläge am weißen Smokinghemd gehören Manschettenknöpfe, die zum Hemd passen. Bei Black Tie sind schlichte Modelle in Silber oder Gold üblich, oft mit Onyx oder Perlmutt. Mit Manschettenknöpfen im selben Material wie die Studs wirkt das Hemd am geschlossensten.

7. Schwarze Fliege, selbst gebunden

Dreiteiliges Editorial_ schwarze, selbstgebundene Seidenfliegen

Die schwarze Fliege ist das Accessoire, nach dem der Dresscode benannt ist. Sie ist aus Seide gefertigt und passt im Material zum Revers: eine Fliege aus Satin zum Satinrevers, eine aus Rips zum Ripsrevers. Muster, Farben oder Samt gehören bei klassischem Black Tie nicht dazu.

Traditionell ist die Fliege selbstgebunden. Sie wird wie ein Schleifenknoten um den Hals gebunden und sitzt danach nie ganz symmetrisch. Eine vorgebundene Fliege mit Clip oder Haken erkennt man dagegen meist an ihrer völlig gleichmäßigen, etwas steifen Form. Das Binden braucht ein paar Versuche vor dem Spiegel, ist aber schnell gelernt.

Die Krawatte bleibt bei Black Tie im Schrank, auch eine schwarze. Die Frage Krawatte oder Fliege stellt sich hier also nicht.

8. Schwarze Lackschuhe oder glatte Oxfords

Schwarze Abendschuhe_ Opernpumps und Oxfords

Die traditionellen Schuhe zum Smoking sind Opera Pumps. Das sind flache, schwarze Schlupfschuhe aus Lackleder ohne Schnürung, mit einer kleinen Schleife aus Seidenrips auf dem Rist. Heute sieht man sie seltener als Schnürschuhe.

Ebenso korrekt sind schwarze Oxford-Schnürschuhe mit glatter Kappe. Beim Oxford sind die seitlichen Teile mit den Schnürlöchern unter das Vorderblatt genäht, die Schnürung ist also geschlossen. Das Leder ist entweder Lack oder hochglanzpoliertes Kalbsleder. Mit Lackschuhen bist du auf der sicheren Seite, weil ihr Glanz das Spiel aus matt und glänzend am Smoking aufnimmt.

Lochmuster wie beim Budapester passen nicht, ebenso wenig Derbys mit offener Schnürung, braune Schuhe oder Wildleder. Auch Loafer gehören nicht zum klassischen Black Tie. Sie sind vielseitige Schuhe für Anzug, Chino und Jeans, für den Smoking aber zu leger. In der Schuhmode gibt es inzwischen auch Sneaker aus Lackleder, die als Smoking-Sneaker verkauft werden. Zu einer klassischen Black-Tie-Einladung passen sie nicht.

9. Schwarze Socken aus feiner Wolle oder Seide

Schwarze Luxussocken im eleganten Triptychon

Zum Smoking trägst du schwarze Socken aus dünner, feiner Wolle oder aus Seide. Sie sind glatt, ohne Muster und ohne Rippen, die dick auftragen. Weiße, graue oder bunte Socken fallen beim Sitzen sofort auf, weil sie zwischen schwarzem Schuh und schwarzer Hose das einzige helle Detail sind.

Manche Ratgeber empfehlen Kniestrümpfe. Der Grund ist praktisch: Beim Sitzen rutscht die Hose nach oben, und mit kurzen Socken wird dann ein Stück Bein sichtbar. Kniestrümpfe verhindern das, weil sie auch im Sitzen bis unter die Hose reichen.

10. Wenig Schmuck, keine Armbanduhr, weißes Einstecktuch

Black-Tie-Triptychon mit weißem Einstecktuch

Bei Black Tie trägt der Mann kaum Schmuck. Zu den erlaubten Stücken zählen Manschettenknöpfe, Hemdstecker und der Ehering. Alles darüber hinaus lenkt vom Smoking ab. Ein auffälliger Herrenring als Stilstatement passt besser zu anderen Gelegenheiten.

Beim Tragen einer Armbanduhr ist die Tradition eindeutig: Eine sichtbare Armbanduhr gehört nicht zum Smoking. Die Idee dahinter ist, dass ein Gast auf einem festlichen Abend nicht auf die Zeit schauen soll. Eine Taschenuhr ist dagegen erlaubt. Wer nicht ohne Uhr gehen will, wählt eine flache, schlichte Uhr am schwarzen Lederband, die unter der Manschette verschwindet. Große Sport- und Taucheruhren, wie sie unter den Luxusuhren für stilbewusste Männer häufig vertreten sind, wirken zum Smoking fehl am Platz.

In die Brusttasche des Sakkos kommt ein weißes Einstecktuch aus Leinen, Seide oder Baumwolle. Es soll nicht im Stoff oder Muster zu Fliege oder Kummerbund passen, sondern schlicht bleiben. Die ruhigste Form ist die gerade Faltung, bei der nur ein schmaler, waagrechter Streifen Weiß aus der Tasche schaut. Wer es etwas lockerer mag, steckt das Tuch mit ein oder zwei Spitzen ein.

Black Tie Optional Dresscode für Herren

„Black Tie optional“ bedeutet, dass ein Smoking erwünscht, aber nicht Pflicht ist. Eine feste Definition gibt es nicht. Üblicherweise trägt der Gastgeber Smoking und sieht es gern, wenn die Gäste es auch tun, akzeptiert aber einen dunklen Anzug.

Ohne Smoking ist ein Anzug in Dunkelblau oder Anthrazit die passende Wahl, dazu ein weißes Hemd, eine dunkle, einfarbige Krawatte aus Seide und schwarze Oxfords. Ein schwarzer Anzug mit schwarzer Fliege ist eine Zwischenlösung, die leicht wie ein unvollständiger Smoking wirkt. Zum Anzug ist die Krawatte deshalb die klarere Wahl. Wer einen Smoking besitzt, macht mit ihm bei „Black Tie optional“ nichts falsch.

Creative Black Tie: mehr Spielraum bei Farbe und Material

„Creative Black Tie“ lässt mehr Freiheit bei Farbe, Material und Accessoires. Die Grundform bleibt ein Abendanzug mit dunkler Hose. Statt des schwarzen Sakkos ist zum Beispiel ein Dinner Jacket aus Samt in Dunkelgrün oder Bordeaux möglich, statt der schwarzen Fliege eine gemusterte, statt Hemd und Fliege ein schwarzer Rollkragenpullover aus feiner Wolle.

Auch hier gibt es keine verbindliche Definition. Bei einem Kunstevent kann „creative“ etwas anderes bedeuten als bei einer Firmenfeier. Weil jeder Gastgeber darunter etwas anderes versteht, hilft im Zweifel eine kurze Nachfrage vor dem Abend. Wer es stylish, aber sicher halten will, bleibt beim klassischen Smoking und setzt nur einen Akzent, etwa mit einer Samtfliege.

Black Tie, White Tie und Cocktail im Vergleich

Unter den Dresscodes für den Abend liegt Black Tie an zweiter Stelle. Formeller ist nur White Tie: Dazu gehören ein Frack mit Schößen, eine weiße Weste aus Piqué, eine weiße Fliege und ein Hemd mit Kläppchenkragen. White Tie ist selten und begegnet einem vor allem bei Staatsbanketten und großen Bällen. Weniger formell als Black Tie ist der Cocktail-Dresscode mit dunklem Anzug und Krawatte.

Dresscode Was Herren tragen Typische Anlässe
White Tie Frack mit Schößen, weiße Weste, weiße Fliege, Hemd mit Kläppchenkragen, Lackschuhe Staatsbankette, große Bälle
Black Tie Smoking, weißes Smokinghemd, schwarze Fliege, Lackschuhe oder glatte Oxfords Galas, Abendhochzeiten, Preisverleihungen
Black Tie optional Smoking oder dunkler Anzug mit einfarbiger Krawatte Hochzeiten, Firmenfeiern
Creative Black Tie Abendanzug mit persönlichen Akzenten, etwa Samtjacke oder gemusterte Fliege Partys, Kulturveranstaltungen
Cocktail Dunkler Anzug, Hemd und Krawatte Empfänge, Abendveranstaltungen ohne Ballcharakter

Typische Fauxpas beim Dresscode Black Tie

Beim Dresscode Black Tie passieren Fehler selten beim Smoking selbst, sondern bei den Details drumherum. Diese Punkte fallen auf einem Black-Tie-Event besonders auf:

  • ein Gürtel statt Hosenträgern
  • eine Krawatte statt der Fliege
  • Weste und Kummerbund gleichzeitig
  • ein offen getragener Zweireiher
  • ein farbiges Hemd oder ein Button-down-Kragen
  • Budapester, braune Schuhe oder Sneaker
  • eine große, sichtbare Sportuhr
  • ein Einstecktuch im selben Stoff wie die Fliege

Woran du einen gut sitzenden Smoking erkennst

Ein Smoking verzeiht weniger als ein Anzug, weil die glänzenden Seidenflächen jede Falte betonen. Seine Eleganz hängt deshalb stark an der Passform. Die Schulternaht endet dort, wo deine Schulter endet, ohne dass der Stoff darüber hinaushängt. Geschlossen liegt das Sakko glatt an, ohne dass sich vom Knopf aus X-förmige Zugfalten bilden. Am Ärmel schaut etwa ein Zentimeter Hemdmanschette heraus, damit die Manschettenknöpfe sichtbar sind.

Die Hose sitzt in der Taille, nicht auf der Hüfte, und fällt mit höchstens einem leichten Knick auf den Schuh. Im Sitzen sollte zwischen Hosenbund und Weste oder Kummerbund nichts aufklaffen. Wer nur selten einen Smoking braucht, kann einen leihen. Leihsmokings sitzen allerdings selten so genau wie ein angepasstes Modell. Bei einem eigenen Smoking ist die Änderungsschneiderei deshalb meist wichtiger als die Marke.

Black Tie auf der Hochzeit und für die Begleitung

Auf Hochzeiten steht Black Tie meist dann auf der Einladung, wenn die Feier am Abend stattfindet. Für die Gäste gelten dieselben Regeln wie bei jedem anderen Black-Tie-Event. Der Bräutigam hat mehr Freiheit. Ob für ihn ein Smoking oder ein klassischer oder moderner Hochzeitsanzug besser passt, hängt vom Stil der Feier ab.

Für die Begleitung sieht Black Tie traditionell ein langes Abendkleid vor. Heute ist auch ein elegantes Cocktailkleid üblich, das nicht schwarz sein muss. Ihr müsst eure Outfits farblich nicht aufeinander abstimmen. Wichtiger ist, dass beide den gleichen Grad an Formalität treffen.

Fazit

Der Black Tie Dresscode für Herren ist strenger als die meisten anderen Kleiderordnungen, aber gerade deshalb einfach umzusetzen. Wer einmal verstanden hat, dass der Smoking von Seide an Revers und Hose lebt und dass alles andere schwarz, weiß und schlicht bleibt, kann bei der Auswahl kaum etwas falsch machen. Edel wirkt ein Smoking vor allem dann, wenn nichts davon ablenkt.

Bei „Black Tie optional“ und „Creative Black Tie“ lohnt der Blick auf den Gastgeber und den Anlass. Im Zweifel ist der klassische Smoking die stilvolle Wahl, mit der du nie zu wenig angezogen bist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Black Tie Dresscode für Herren?

Der Black Tie Dresscode bedeutet für Herren, dass ein Smoking erwartet wird. Ein normaler Anzug reicht nicht, auch kein schwarzer. Black Tie ist nach White Tie der zweitformellste Dresscode für den Abend.

Was zieht man bei Black Tie an?

Bei Black Tie trägt man einen schwarzen oder mitternachtsblauen Smoking, ein weißes Smokinghemd mit Umschlagmanschetten, eine schwarze Fliege, Weste oder Kummerbund, schwarze Socken und schwarze Lackschuhe oder glatte Oxfords. Dazu kommen Manschettenknöpfe und ein weißes Einstecktuch.

Was ist der Black Tie Optional Dresscode für Herren?

Beim Black Tie Optional Dresscode ist der Smoking erwünscht, aber nicht Pflicht. Herren ohne Smoking tragen einen dunklen Anzug in Dunkelblau oder Anthrazit mit weißem Hemd und einfarbiger Krawatte.

Ist Black Tie immer Smoking?

Bei klassischem Black Tie ist der Smoking Pflicht. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Einladung „Black Tie optional“ oder „Creative Black Tie“ sagt. Auch das weiße Dinner Jacket für Sommerabende ist eine Form des Smokings.

Was heißt Black Tie auf Deutsch?

Black Tie heißt wörtlich „schwarze Krawatte“, gemeint ist aber die schwarze Fliege. Im Deutschen spricht man vom Smoking oder vom kleinen Gesellschaftsanzug. Auf französischen Einladungen steht „Cravate noire“.

Was ist der Unterschied zwischen Black Tie und White Tie?

Der Unterschied zwischen Black Tie und White Tie liegt in der Formalität. Bei Black Tie tragen Herren Smoking mit schwarzer Fliege, bei White Tie den Frack mit weißer Weste und weißer Fliege. White Tie ist der formellste Abenddresscode und kommt seltener vor.

Ab wann trägt man einen Smoking?

Einen Smoking trägt man traditionell bei Anlässen ab 18 Uhr. Für Veranstaltungen am Tag ist er nicht vorgesehen, auch wenn sie festlich sind.

Darf man zum Smoking eine Armbanduhr tragen?

Eine sichtbare Armbanduhr gehört traditionell nicht zum Smoking, eine Taschenuhr dagegen schon. Wer eine Armbanduhr trägt, wählt ein flaches, schlichtes Modell am schwarzen Lederband, das unter der Manschette verschwindet.

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Über Der Philosoph 2.719 Artikel
Darko Djurin, bekannt als „Der Philosoph", wurde 1985 in Wien geboren und ist diplomierter Medienfachmann sowie Online Social Media Manager. Mit mehrjähriger Erfahrung in GEO (Generative Engine Optimization) und über einem Jahrzehnt Erfahrung in SEO (Search Engine Optimization), Content-Strategie, Logo- und Webdesign, Visual Effects sowie Portrait- und Architekturfotografie vereint er technisches Know-how mit kreativem Gespür. Seit jeher faszinieren ihn die Dynamik zwischen Männern und Frauen, die Tiefen der menschlichen Psychologie sowie die stetige Entwicklung moderner Technologie - drei Welten, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken, sich aber im Alltag des modernen Mannes ständig überschneiden.

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