Eine Kombitherme passt am besten zu Wohnungen mit einem Bad, ein bis drei Personen und kurzen Leitungswegen zwischen Gerät, Dusche und Küche. Sie spart Platz, ist im Tausch günstig und hält kein heißes Wasser auf Vorrat. Ihre Schwäche ist die begrenzte Zapfleistung: Laufen zwei Duschen gleichzeitig, wird es knapp. In Wien kommen zwei Sonderfaktoren dazu, nämlich der gemeinsame Rauchfang im Altbau und der geplante Gasausstieg der Stadt bis 2040.
Dieser Ratgeber zeigt die Vor- und Nachteile des Kombigeräts ohne Prospektsprache. Er vergleicht es mit Brennwerttherme plus Speicher, mit der Wärmepumpe und mit Fernwärme. Und er beantwortet die Frage, die vor jedem Tausch steht: Passt das Gerät zu Ihrer Wohnung und zu Ihrem Alltag?
So arbeitet eine Kombitherme in der Wiener Etagenwohnung
Das Gerät liefert Wärme für Heizung und Warmwasser und übernimmt damit Heizung und Warmwasserbereitung in einem Gerät. Es liefert also sowohl die Heizung als auch die Warmwasserbereitung aus einem einzigen Brenner, der Gas als Brennstoff nutzt. Gespeichert wird dabei nichts. Das Wasser wird im Durchlaufprinzip erhitzt, erst in dem Moment, in dem jemand den Hahn aufdreht oder ein Thermostat Wärme anfordert.
Technisch laufen zwei getrennte Kreisläufe. Der Heizkreis pumpt Wasser durch die Leitungen zu den Räumen, der Trinkwasserkreis wird über einen Plattenwärmetauscher erhitzt. Dreht jemand im Bad auf, schaltet das Gerät für diese Zeit vom Heizbetrieb auf das Bad um. So arbeitet es sowohl für die Raumheizung als auch für Küche und Dusche, nur eben nie für beides mit voller Kraft gleichzeitig. Die Therme muss also sowohl Heizung als auch Bad bedienen, und zwar abwechselnd.
In Wien ist diese Bauart der Normalfall. Die Stadt zählt rund 474.000 Wohnungen mit dezentralen Gasgeräten, laut den Erläuterungen zur Wiener Sanierungs- und Dekarbonisierungsverordnung. Die typische Gasetagenheizung hängt im Bad oder in der Küche eines Gründerzeithauses in Ottakring, Favoriten oder Rudolfsheim-Fünfhaus. Sie versorgt drei bis vier Heizkörper, eine Dusche und die Abwasch.
Wer heute ein altes Gerät ersetzen will, landet fast immer bei derselben Frage: wieder dasselbe Prinzip oder ein anderes System? Fachbetriebe wie Graf Installationen bieten an, die Kombitherme tauschen zu lassen, inklusive Demontage und Entsorgung des Altgeräts. Bevor Sie ein Angebot einholen, lohnt sich aber ein ehrlicher Blick auf Stärken und Schwächen.
Die Vorteile im Alltag
Ein Gerät statt Gastherme plus Boiler
Moderne Kombithermen sind kleiner als einen Meter und schmäler als 50 Zentimeter. Sie wiegen rund 50 Kilogramm und hängen an einer tragenden Wand. Ein Warmwasserspeicher entfällt. Das Gerät baut kompakt, und in einer 55-Quadratmeter-Wohnung mit Badnische ist das kein Detail, sondern oft der Grund, warum eine Waschmaschine überhaupt ins Bad passt.
Laut Bosch Home Comfort Österreich arbeiten aktuelle Geräte mit weniger als 50 Dezibel. Das liegt etwa auf dem Niveau eines Kühlschranks.
Kein stehendes Wasser im Speicher
Weil nichts bevorratet wird, steht auch kein Wasser tagelang lauwarm in einem Behälter. Legionellen haben damit kaum eine Chance. Bereitschaftsverluste gibt es ebenfalls nicht. Das Gerät verbraucht nur dann Gas, wenn jemand Wärme anfordert. Ein weiterer Vorteil: Im Sommer, wenn Sie nicht heizen, springt der Brenner ausschließlich zum Duschen und Abwaschen an. Der Verbrauch sinkt dann auf ein Minimum.
Günstig in Anschaffung und Tausch
Der Preis ist das stärkste Argument. Bosch nennt für eine Gasbrennwerttherme in Kombi-Ausführung rund 5.000 Euro, fertig eingebaut. Ein Wiener Fachbetrieb listet Kombigeräte von Herstellern wie Vaillant, Junkers, Baxi oder Saunier Duval. Auch Viessmann bietet mit der Vitodens-Reihe Kombigeräte an zwischen rund 2.000 und 3.400 Euro. Verglichen mit jedem anderen vollwertigen Heizsystem bleibt das Kombigerät damit kostengünstig. Die Installation eines baugleichen Ersatzgeräts dauert meist nur einen Arbeitstag, weil die Anschlüsse weitgehend gleich bleiben.
Bei den Betriebskosten rechnet Bosch mit etwa 60 Euro Strom pro Jahr für die Pumpe und rund 50 Euro für den Rauchfangkehrer. Dazu kommt das jährliche Service beim Installateur, in Wien meist 100 bis 150 Euro. Die Kosten für eine neue Wärmepumpe liegen dagegen schnell beim Vielfachen, dazu weiter unten mehr.
Brennwerttechnik holt mehr aus dem Gas
Neu installierte Geräte nutzen fast immer Brennwerttechnik, um das Wasser zu erwärmen. Sie gewinnen zusätzlich Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas zurück und arbeiten dadurch spürbar effizient. Bosch gibt für seine Geräte Effizienzwerte von über 90 Prozent bei der Raumheizung und über 80 Prozent beim Duschwasser an. Ein Brennwertgerät wie die Bosch Condens 5300i W moduliert laut Datenblatt im Heizbetrieb zwischen 3 kW und 19,5 kW. Diese hohe Effizienz im Teillastbetrieb bedeutet weniger Brennerstarts und weniger verschwendete Heizenergie an milden Tagen.
Die Nachteile, die im Prospekt klein gedruckt sind
Die Zapfleistung ist die harte Grenze
Ein typisches Kombigerät liefert im Dauerbetrieb bis zu 15 Liter heißes Wasser pro Minute. Das reicht für zwei bis drei Zapfstellen gleichzeitig, wenn keine davon eine Regendusche ist. Modelle mit einem integrierten Speicher kommen laut Bosch auf etwas über 20 Liter pro Minute.
Klingt nach viel. Im Alltag sieht es so aus: Um 7 Uhr früh duscht einer, der andere lässt Wasser für den Tee laufen, und in der Waschmaschine startet das Heißwasserprogramm. Das Gerät regelt herunter, die Dusche wird spürbar kühler. Wer das einmal im Jänner erlebt hat, weiß, wo die Grenze liegt. Bei hohem Warmwasserbedarf ist ein System mit Speicher schlicht die beste Wahl.
Wartezeit und die Mischbatterie-Falle
Heißes Wasser kommt nicht sofort. Der Brenner muss erst anspringen, und das kalte Wasser in der Leitung muss raus. Je weiter die Zapfstelle entfernt ist, desto länger dauert es, bis das warme Wasser ankommt. In Altbauwohnungen mit dem Gerät in der Küche und dem Bad am anderen Ende des Ganges merken Sie das bei jedem Zähneputzen.
Ein unterschätztes Ärgernis: Steht der Hebel der Mischbatterie in der Mitte, springt der Brenner bei jedem Händewaschen an, obwohl Sie eigentlich kaltes Wasser wollten. Das kostet Gas und belastet das Gerät. Unser Tipp: Hebel nach dem Benutzen konsequent auf kalt stellen. Das ist banal und bringt trotzdem spürbare Einsparungen bei den Energiekosten, mehr als jede Effizienzklasse auf dem Datenblatt.
Ein Gerät, ein Ausfall
Fällt das Gerät aus, sind Raumwärme und Dusche gleichzeitig weg. Bei getrennten Systemen bleibt wenigstens eines davon. Für eine Wohnung mit Kleinkind im Februar ist das ein echtes Risiko und ein starkes Argument für einen Wartungsvertrag. Mit regelmäßiger Pflege erreichen Geräte erfahrungsgemäß eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren.
Fossil und schlecht kombinierbar
Ein Gasgerät ist nicht umweltfreundlich, auch wenn es sparsam arbeitet. Und anders als ein Speichersystem lässt sich ein reines Durchlaufgerät kaum mit Solarthermie koppeln, weil die Sonnenwärme irgendwo zwischengespeichert werden muss. Wer erneuerbare Energien einbinden will, braucht also fast immer einen Speicher.
Vor- und Nachteile der Kombitherme auf einen Blick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Ein Wandgerät für Raumwärme und Bad | Zapfleistung auf rund 15 Liter pro Minute begrenzt |
| Kein Vorratsbehälter, keine Bereitschaftsverluste | Wartezeit, bis heißes Wasser kommt |
| Geringes Legionellenrisiko | Häufiges Anspringen bei Mischbatterien in Mittelstellung |
| Niedrige Anschaffungs- und Tauschkosten | Bei Ausfall sind Raumwärme und Dusche gleichzeitig weg |
| Tausch meist an einem Arbeitstag | Kaum mit Solarthermie kombinierbar |
| Hoher Wirkungsgrad mit Brennwerttechnik | Fossiles Gerät mit unsicherer Perspektive bis 2040 |
Kombigerät, Speichersystem, Wärmepumpe: der ehrliche Vergleich
Die beste Heizung gibt es nicht. Es gibt nur die passende für Wohnung, Haushalt und Budget. Drei Alternativen kommen in Wien realistisch in Frage.
Brennwerttherme mit Warmwasserspeicher
Hier heizt eine reine Heiztherme, und ein Warmwasserspeicher mit 100 bis 150 Litern steht separat daneben oder darunter. Der Komfort ist deutlich höher: Zwei Duschen gleichzeitig sind kein Problem, und auch die Badewanne füllt sich ohne Temperatureinbruch. Dafür braucht der Speicher Platz und verliert über den Tag etwas Wärme. In der Wiener Etagenwohnung scheitert diese Lösung oft schlicht am fehlenden Abstellraum.
Wärmepumpe
Die Wärmepumpe ist das System, auf das die Förderpolitik in Österreich setzt. Sie entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser Wärme und arbeitet regenerativ, sofern der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Im Einfamilienhaus mit Fußbodenheizung ist sie oft die vernünftigste Wahl. In der Etagenwohnung wird es schwierig: Das Außengerät braucht einen Platz an der Fassade oder auf dem Balkon, und alte Heizkörper im Altbau benötigen oft höhere Vorlauftemperaturen, als eine Wärmepumpe effizient liefert.
Ehrlich gesagt: Für eine einzelne Mietwohnung im dritten Stock eines Gründerzeithauses sind Wärmepumpen derzeit meist keine realistische Option. Für Häuser am Stadtrand in Floridsdorf oder Liesing sieht das ganz anders aus.
Fernwärme
Wo ein Anschluss möglich ist, ersetzt Fernwärme die Gasetagenheizung komplett. Kein Brenner, kein Rauchfang, keine Wartung in der Wohnung. Der Haken: Die Wiener Fernwärme stammt laut Berichten von Falter und profil noch zu rund zwei Dritteln aus Gas. Sie ist also bequemer, aber noch nicht klimaneutral. Außerdem muss meist das ganze Haus mitziehen.
Für wen die Kombitherme wirklich passt: vier Wiener Wohnsituationen
Pauschale Antworten helfen niemandem. Deshalb vier typische Fälle aus dem Wiener Wohnalltag.
Single oder Paar im Gründerzeithaus
Eine Wohnung mit 40 bis 70 Quadratmetern, ein Bad, eine Küche. Das ist das Revier des Kombigeräts. Gleichzeitige Zapfungen kommen selten vor, die Leitungen sind kurz, und ein bodenstehender Speicher würde nur Platz fressen. Hier ist es die vernünftigste Lösung, solange die Wohnung ohnehin an Erdgas hängt. Die meisten Geräte liegen um 20 kW Nennleistung, und das reicht für diese Wohnungsgröße locker.
Familie mit zwei Bädern
Ab zwei Bädern oder einer Badewanne, die regelmäßig gefüllt wird, kippt die Rechnung. Duschen morgens drei Personen hintereinander und läuft parallel die Abwasch, stößt das Gerät an seine Grenzen. Wer hier trotzdem auf ein Kombigerät setzt, sollte zumindest ein Modell mit einem integrierten Schichtspeicher wählen. Besser ist meist eine Heiztherme mit eigenem Warmwasserspeicher.
Mieter: Wer zahlt den Tausch?
Hier hat Wien eine gute Nachricht für Mieter. Seit 1. Jänner 2015 muss der Vermieter mitvermietete Heizthermen und Boiler erhalten und bei Bedarf ersetzen. Geregelt ist das in § 3 Abs. 2 Z 2a Mietrechtsgesetz. Laut einem Bericht des Standard gilt die Pflicht auch für Wohnungen außerhalb des vollen MRG-Anwendungsbereichs und für Genossenschaftswohnungen. Der Haken: Haben Sie das Gerät selbst eingebaut, sind Sie auch selbst für seine Erhaltung zuständig.
Für Mieter stellt sich die Frage nach Vorteilen und Nachteilen daher oft gar nicht. Der Vermieter entscheidet, und in den meisten Fällen wird es wieder dasselbe Gerätekonzept, weil es am wenigsten Umbau verlangt.
Eigentümer mit Blick auf 2040
Wer eine Eigentumswohnung besitzt und noch 15 oder 20 Jahre darin leben will, sollte nachdenken, bevor er unterschreibt. Wien verfolgt mit dem Programm „Raus aus Gas“ den Ausstieg aus fossiler Raumwärme bis 2040. Ein gesetzliches Verbot für den Tausch einer alten Gastherme gegen eine neue im Bestand gibt es derzeit nicht. Förderungen fließen aber in den Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme. Wer eine neue Heizung auf Gasbasis wählt, zahlt sie selbst.
Unsere Einschätzung: Für ein 20 Jahre altes Gerät, das gerade ausgefallen ist, bleibt der Einbau einer Kombitherme die pragmatische Lösung. Wer aber ohnehin saniert oder das Bad neu macht, sollte vorher prüfen, ob die Hausgemeinschaft einen Fernwärmeanschluss plant. Das Problem in Wohnungseigentumshäusern: Bei dezentralen Gasheizungen muss für einen gemeinsamen Umstieg in jede Wohnung eingegriffen werden, und in der Praxis müssen dann fast alle mitziehen.
Wiener Besonderheiten: Rauchfang, Neubau, Überprüfung
Der gemeinsame Rauchfang
Brennwertgeräte brauchen einen geeigneten Abgasweg und einen Kondensatablauf. Im Wiener Altbau hängen aber oft mehrere Wohnungen an einem gemeinsamen Rauchfang. Dann muss ein Fachmann prüfen, ob eine einzelne Wohnung überhaupt auf Brennwert umgerüstet werden kann. Für genau diesen Fall erlaubt die EU-Ökodesign-Vorgabe seit 26. September 2015 eine Ausnahme: Heizwert-Kombigeräte bis 30 kW dürfen bei mehrfach belegtem Rauchfang weiter eingebaut werden. Deshalb haben Wiener Installateure Heizwertgeräte wie die Vaillant atmoTEC weiter im Programm.
Der Unterschied ist messbar. Ein solches Heizwertgerät erreicht laut Herstellerdatenblatt eines Anbieters rund 76 Prozent Wirkungsgrad bei Nennleistung und landet in Effizienzklasse C. Wer in Wien eine Heizung für Altbau mit Gemeinschaftsrauchfang sucht, sollte deshalb zuerst klären, ob eine Abgasleitung über das Dach oder die Fassade möglich ist. Rechnen Sie bei nötigen Rauchfangarbeiten mit 800 bis 2.500 Euro zusätzlich. Ohne funktionierende Warmwasserversorgung bleibt die Wohnung dabei meist nur wenige Stunden.
Im Neubau ist die Frage erledigt
Seit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz dürfen im Neubau bundesweit keine fossilen Heizsysteme mehr eingebaut werden, wie die Stadt Wien im Klimafahrplan-Monitoring festhält. Zusätzlich hat Wien in allen Bezirken Klimaschutzgebiete eingerichtet. Wer also eine Wohnung im Neubau kauft, bekommt keine Gastherme mehr, sondern Fernwärme oder eine Wärmepumpe.
Überprüfung und Service
Das Wiener Heizungs- und Klimaanlagengesetz schreibt wiederkehrende Überprüfungen jeder Heizungsanlage mit Gas vor. Der Nachweis ist eine Plakette mit Wien-Wappen am Gerät. Ein Aufkleber des Installateurs allein reicht im Streitfall nicht. Die Wartung ist auch keine reine Pflichtübung: Gasthermen können Kohlenmonoxid freisetzen, wenn der Abgasweg nicht funktioniert. Die Wirtschaftskammer Wien rät, das Service vor der Heizsaison zu erledigen, nicht erst beim ersten Kälteeinbruch.
Für Leser in Deutschland: GEG und Förderung
Der neue Mann wird auch in Deutschland gelesen, deshalb ein kurzer Blick über die Grenze. Dort regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welche Heizungsanlage beim Tausch eingebaut werden darf. Das GEG wurde zuletzt neu gefasst, ein Blick in die aktuelle Fassung lohnt sich also vor jeder Entscheidung. Zuschüsse kommen dort je nach Maßnahme von der KfW oder dem BAFA. Für eine reine Gasheizung gibt es in beiden Ländern kaum Förderung, für eine Kombination aus Gasheizung und Solarthermie oder für eine Wärmepumpe dagegen schon.
Der Kübel-Test: So prüfen Sie Ihren Bedarf selbst
Bevor Sie mit dem Installateur über Kilowatt reden, messen Sie selbst. Sie brauchen einen 10-Liter-Kübel und eine Stoppuhr am Handy.
- Drehen Sie die Dusche so auf, wie Sie normal duschen, und halten Sie den Kübel darunter.
- Stoppen Sie, wie lange es dauert, bis er voll ist. Eine Minute bedeutet 10 Liter pro Minute.
- Wiederholen Sie das an der Küchenarmatur und an der Badewanne.
- Addieren Sie die Werte der Stellen, die bei Ihnen morgens gleichzeitig laufen.
Liegt die Summe deutlich unter 15 Liter pro Minute, reicht eine Kombitherme. Kommen Sie darüber, brauchen Sie ein Gerät mit Kleinspeicher oder ein System mit eigenem Speicher. Diese fünf Minuten Messung ersparen Ihnen später eine falsche Kaufentscheidung.
Checkliste vor dem Tausch
- Wärmebedarf klären: Der Energieausweis nennt den Heizwärmebedarf der Wohnung. Daraus ergibt sich die nötige Heizleistung, nicht aus der Faustregel des Nachbarn.
- Wohnfläche und Anzahl der Bewohner notieren. Ein überdimensioniertes Gerät taktet ständig und verschleißt schneller.
- Rauchfang prüfen lassen: Brennwert möglich oder nur Heizwert?
- Angebot auf hydraulischen Abgleich prüfen. Nur wenn die Heizkörper hydraulisch abgestimmt sind, verteilt sich die Wärme gleichmäßig, und die Heizkosten sinken.
- Beim Kauf auf das EU-Energielabel achten. Es weist Raumheizung und Duschwasser getrennt aus.
- Als Mieter vorher klären, ob der Vermieter zuständig ist.
Und der wichtigste Punkt: Kontaktieren Sie einen zertifizierten Gas-Installateur mit Konzession. Nur er darf an der Gasleitung arbeiten. Er prüft Dichtheit und Abgasweg, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Fazit: Kombitherme ja, aber mit klarem Profil
Das Kombigerät ist kein Allrounder, sondern ein Spezialist für kompakte Wohnungen. Für Singles und Paare in einer typischen Wiener Altbauwohnung mit einem Bad bleibt es die günstigste und platzsparendste Lösung. Familien mit zwei Bädern sind mit einem Speichersystem besser bedient. Und Eigentümer sollten den Wiener Gasausstieg mitdenken, bevor sie für die nächsten 15 Jahre planen.
Unser Rat: Machen Sie den Kübel-Test, klären Sie als Mieter die Zuständigkeit des Vermieters und lassen Sie den Rauchfang vor der Bestellung prüfen. Dann wissen Sie, ob das Gerät zu Ihnen passt oder ob es Zeit für einen Systemwechsel ist.
Häufige Fragen zur Kombitherme
Welche Nachteile hat eine Kombitherme?
Die Zapfleistung ist auf rund 15 Liter pro Minute begrenzt, heißes Wasser kommt mit Verzögerung, und bei einem Defekt fallen Raumwärme und Dusche gleichzeitig aus. Dazu kommt die unsichere Perspektive für Gasgeräte in Wien bis 2040.
Was ist der Unterschied zwischen Gastherme und Kombitherme?
Gastherme ist der Oberbegriff. Ein Kombigerät ist eine Gastherme für Heizung und Bad, die heißes Wasser im Durchlaufprinzip bereitet. Eine reine Heiztherme heizt nur und braucht einen eigenen Speicher fürs Bad. Ein elektrischer Durchlauferhitzer wiederum liefert nur heißes Wasser und keine Raumwärme.
Ist jedes Kombigerät ein Brennwertgerät?
Nein. Ein Kombigerät kann mit Brennwert- oder Heizwerttechnik arbeiten. Neu installierte Geräte sind meist Brennwertgeräte. In Wiener Altbauten mit gemeinsamem Rauchfang kommen aber weiterhin Heizwertgeräte zum Einsatz.
Muss mein Vermieter in Wien eine kaputte Kombitherme ersetzen?
Ja, wenn das Gerät mitvermietet wurde. Seit 2015 trifft den Vermieter nach § 3 Abs. 2 Z 2a MRG die Erhaltungspflicht. Haben Sie es selbst eingebaut, sind Sie selbst zuständig.
Kann eine Kombitherme mit Flüssiggas betrieben werden?
Ja. Ist kein Anschluss ans Erdgasnetz möglich, lassen sich viele Geräte mit anderen Düsen auf Flüssiggas umrüsten. Laut Bosch unterscheiden sich die Preise von Erd- und Flüssiggas dabei kaum. In Wien spielt das praktisch keine Rolle, im Einfamilienhaus am Land schon.


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