Die Filme von Tom Hanks zählen zu den eindrucksvollsten Werken der Kinogeschichte. Kein anderer Schauspieler seiner Generation hat das Publikum über so viele Jahrzehnte hinweg in so unterschiedlichen Rollen überzeugt.
Warum Tom Hanks eine eigene Kategorie bildet
Thomas Jeffrey Hanks, geboren am 9. Juli 1956 in Concord, Kalifornien, gehört zu den wenigen Schauspielern weltweit, die zweimal in Folge den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewonnen haben. Diese Auszeichnung erhielt er für Philadelphia im Jahr 1994 und für Forrest Gump im Jahr 1995. Kein anderer Darsteller hat dieses Kunststück in der neueren Geschichte der Academy Awards wiederholt. Daneben hat Hanks vier Golden Globes erhalten und wurde 2002 als damals jüngster Schauspieler mit dem AFI Life Achievement Award für sein Lebenswerk geehrt.
Was Hanks von vielen Kollegen unterscheidet, ist seine Fähigkeit, in Figuren einzutauchen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken und dennoch das Publikum unmittelbar berühren. Ob er einen Mann mit eingeschränktem IQ, einen gestrandeten Überlebenskämpfer oder einen realen Heldenpiloten verkörpert: Hanks verleiht jeder Rolle eine Glaubwürdigkeit, die selten zu finden ist. Dieser Artikel stellt die bedeutendsten Filme seiner Karriere vor und erklärt, warum jedes dieser Werke zur Ausnahmestellung dieses Schauspielers beigetragen hat.
Die Bandbreite seiner Filmografie reicht von leichten Komödien über tiefgründige Dramen bis hin zu aufwendigen Historienfilmen und Animationsproduktionen. Wer die Entwicklung eines Schauspielers von der Komödie zum mehrfach ausgezeichneten Charakterdarsteller nachvollziehen möchte, findet in den Filmen von Tom Hanks ein ideales Studienobjekt.
Die bekanntesten Filme von Tom Hanks im Überblick
Die folgende Übersicht führt die bedeutendsten Werke in chronologischer Reihenfolge auf und beschreibt, welchen Beitrag jeder Film zur künstlerischen Entwicklung und zum Renommee von Tom Hanks geleistet hat.
1. Big (1988)
Mit Big gelang Tom Hanks der entscheidende Durchbruch als Hauptdarsteller in einem abendfüllenden Kinofilm. Er spielt Josh Baskin, einen zwölfjährigen Jungen, der über Nacht in den Körper eines Erwachsenen wächst und plötzlich in der Welt der Erwachsenen navigieren muss. Regisseurin Penny Marshall schuf damit eine der stimmigsten Komödien der 1980er Jahre. Hanks erhielt für diese Rolle seine erste Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller. Das Besondere an seiner Leistung ist die Energie und Körperlichkeit, mit der er die Naivität eines Kindes in einem erwachsenen Körper überzeugend darstellt. Bis heute gilt Big als ein Meilenstein der Hollywoodkomödie.
2. Eine Klasse für sich (1992)
In diesem Sportdrama von Penny Marshall spielt Tom Hanks den eigenwilligen Trainer Jimmy Dugan, der ein Damenbaseball-Team während des Zweiten Weltkriegs betreut. Der Film basiert auf dem All-American Girls Professional Baseball League und zeigt Hanks in einer Rolle, die er gegen sein damaliges Image als unkomplizierter Sympathieträger besetzte. Seine Darstellung des zunächst desillusionierten, später engagierten Trainers zeigte erstmals, wie souverän er innerhalb eines Films eine charakterliche Entwicklung vollzieht. Eine Klasse für sich ist nicht nur ein Sportfilm, sondern auch eine Studie über gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Reife.
3. Philadelphia (1993)
Philadelphia von Regisseur Jonathan Demme markiert den Wendepunkt in der Karriere von Tom Hanks. Er spielt Andrew Beckett, einen erfolgreichen Anwalt, der aufgrund seiner HIV-Infektion und seiner Homosexualität von seiner Kanzlei entlassen wird und vor Gericht um seine Würde kämpft. Für diese Rolle verlor Hanks rund 15 Kilogramm Körpergewicht und rasierte sich den Kopf. Die körperliche und emotionale Intensität seiner Darstellung brachte ihm den ersten Oscar als Bester Hauptdarsteller ein. Der Film war zum Zeitpunkt seines Erscheinens einer der ersten großen Hollywoodproduktionen, die das Thema Aids und gesellschaftliche Diskriminierung direkt adressierten.
4. Forrest Gump (1994)
Kein Film steht so sehr für die öffentliche Wahrnehmung von Tom Hanks wie Forrest Gump. Regisseur Robert Zemeckis erzählt die Geschichte eines Mannes mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten, der durch Zufall und Herzensbildung in die wichtigsten Ereignisse der amerikanischen Zeitgeschichte gerät. Hanks gelingt es, Forrest mit einer Würde und einem Humor auszustatten, der die Figur weit über das Klischee hinaushebt. Der Film gewann sechs Oscars, darunter den zweiten Hauptdarsteller-Oscar für Hanks. Die Zeile „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“ ist in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Forrest Gump ist ein Zeugnis dafür, dass große Schauspielkunst keine Lautstärke braucht.
5. Apollo 13 (1995)
In Ron Howards Raumfahrtdrama Apollo 13 spielt Tom Hanks den Astronauten Jim Lovell, der 1970 nach einer Explosion an Bord des Raumschiffs knapp den Tod entgeht. Der Film rekonstruiert die dramatische Rettungsmission mit einem Genauigkeitsanspruch, der ihn von vielen Historienfilmen unterscheidet. Hanks verkörpert Lovell als ruhigen, entschlossenen Problemlöser unter extremem Druck, ohne je in Pathos zu verfallen. Das Zusammenspiel mit Kevin Bacon und Bill Paxton macht den Film zu einem Ensemble-Meisterwerk. Gedreht wurden Teile davon tatsächlich in einem Parabelflugzeug, um echte Schwerelosigkeit zu simulieren. Apollo 13 festigte Hanks‘ Ruf als verlässlicher Anker auch in technisch anspruchsvollen Produktionen.
6. Der Soldat James Ryan (1998)
Steven Spielbergs Kriegsdrama Der Soldat James Ryan gilt als eines der realistischsten und eindringlichsten Kriegsfilme, die je produziert wurden. Tom Hanks spielt Captain John H. Miller, der nach der alliierten Landung in der Normandie mit einer kleinen Einheit den Auftrag erhält, den letzten überlebenden Sohn einer Familie aus dem Kriegsgebiet zurückzubringen. Die berühmte Eröffnungssequenz am Omaha Beach gehört zu den technisch und emotional intensivsten Szenen der Filmgeschichte. Hanks stellt Miller als müden, verantwortungsbewussten Anführer dar, dessen innere Erschütterung er fast ausschließlich über das Zittern seiner Hand ausdrückt. Dieser feine, zurückhaltende Ausdruck von Trauma und Pflicht ist charakteristisch für seine Stärke als Schauspieler.
7. The Green Mile (1999)
Frank Darabonts Verfilmung des Stephen-King-Romans The Green Mile ist ein langsames, tiefgründiges Drama, das in einem Todestrakt eines amerikanischen Gefängnisses der 1930er Jahre spielt. Tom Hanks gibt den erfahrenen Aufseher Paul Edgecomb, der einen zum Tode verurteilten Gefangenen mit offensichtlich übernatürlichen Fähigkeiten kennenlernt. Die Rolle verlangt eine außergewöhnliche emotionale Präzision, denn Hanks muss gleichzeitig Distanz als Beamter und tiefe menschliche Anteilnahme zeigen. Trotz einer Laufzeit von über drei Stunden verliert der Film nie seinen Sog. The Green Mile zählt zu den kommerziell und künstlerisch erfolgreichsten Produktionen seiner Karriere.
8. Cast Away – Verschollen (2000)
In Robert Zemeckis‘ Survivalfilm Cast Away übernimmt Tom Hanks die wohl physisch extremste Leistung seiner Karriere. Er spielt Chuck Noland, einen FedEx-Mitarbeiter, der nach einem Flugzeugabsturz für Jahre auf einer unbewohnten Insel im Pazifik strandet. Für die Dreharbeiten wurde die Produktion für mehrere Monate unterbrochen, damit Hanks zunächst Gewicht zunehmen und anschließend rund 25 Kilogramm wieder abnehmen konnte. Ein Großteil des Films kommt ohne Dialoge aus: Hanks trägt die Erzählung beinahe allein mit Körpersprache und Mimik. Ein Volleyball namens Wilson wird in dieser Zeit zur vielleicht bekanntesten stummen Nebenrolle der Filmgeschichte. Cast Away ist ein eindrucksvolles Zeugnis schauspielerischer Ausdauer.
9. Catch Me If You Can (2002)
In Steven Spielbergs leichthändigem Katz-und-Maus-Thriller Catch Me If You Can spielt Hanks den FBI-Agenten Carl Hanratty, der den Hochstapler Frank Abagnale Jr. (Leonardo DiCaprio) jahrelang verfolgt. Die Rolle ist vergleichsweise zurückhaltend, und genau darin liegt ihre Stärke. Hanks spielt Hanratty als pflichtbewussten, etwas humorlosen Ermittler, der im Laufe des Films eine unerwartete Verbindung zu seinem Gegenüber aufbaut. Das Zusammenspiel zwischen Hanks und DiCaprio macht den Film zu einem unterhaltsamen und warmherzigen Werk, das weit über den üblichen Thriller-Rahmen hinausgeht. Die Chemie der beiden Darsteller trägt den gesamten Film.
10. Terminal (2004)
In Steven Spielbergs Charakterstudie Terminal spielt Hanks Viktor Navorski, einen osteuropäischen Reisenden, der auf dem New Yorker Flughafen JFK strandet, weil in seiner Heimat ein Staatsstreich stattgefunden hat und seine Papiere ungültig geworden sind. Weder darf er in die USA einreisen noch kann er in sein Land zurückkehren. Der Film zeigt Hanks in einer ungewöhnlich komödiantischen Rolle mit starkem physischem Ausdruck. Die Geschichte ist von einem realen Vorfall inspiriert, bei dem ein iranischer Flüchtling jahrelang in einem Pariser Flughafen lebte. Hanks entwickelt Viktor zu einer Figur voller Würde, Warmherzigkeit und stiller Hartnäckigkeit. Terminal ist ein Film über Geduld und Menschlichkeit.
11. Bridge of Spies – Der Unterhändler (2015)
Steven Spielbergs Spionagedrama Bridge of Spies basiert auf dem realen Fall des amerikanischen Anwalts James B. Donovan, der 1962 in die Verhandlungen um den Austausch des abgeschossenen U-2-Piloten Gary Powers involviert war. Tom Hanks spielt Donovan als einen Mann von unerschütterlicher Haltung und juristischem Ethos, der sich für die Menschenwürde seines mandatierten Klienten einsetzt, obwohl dieser ein sowjetischer Spion ist. Der Film besticht durch seine atmosphärische Rekonstruktion des Kalten Krieges und durch die beeindruckende Leistung des ebenfalls nominierten Mark Rylance. Hanks gibt dem Film sein ruhiges Gravitationszentrum und zeigt, dass schauspielerische Stärke nicht zwangsläufig Lautstärke bedeutet.
12. Sully (2016)
Clint Eastwoods Biopic Sully erzählt die Geschichte des Piloten Chesley Sullenberger, der im Januar 2009 einen Airbus A320 mit 155 Passagieren nach einem Vogelschlag sicher auf dem Hudson River in New York notlandete. Tom Hanks gibt Sullenberger als pflichtbewussten, nüchternen Profi, der nach der spektakulären Notlandung einer behördlichen Untersuchung ausgesetzt ist, die seine Entscheidung infrage stellt. Der Film konzentriert sich weniger auf die Dramatik des Absturzes als auf die psychologische Belastung eines Mannes, dessen Integrität öffentlich auf die Probe gestellt wird. Hanks verleiht dieser inneren Spannung eine Glaubwürdigkeit, die dem realen Sullenberger gegenüber mehr als gerecht wird.
13. Captain Phillips (2013)
Paul Greengrass‘ Thriller Captain Phillips rekonstruiert die Entführung des US-amerikanischen Containerschiffs MV Maersk Alabama durch somalische Piraten im April 2009. Tom Hanks spielt Kapitän Richard Phillips, der sich den Piraten als Geisel anbietet, um seine Crew zu schützen. Der Film wurde mit einer dokumentarischen Kameraführung realisiert, die dem Geschehen eine unmittelbare Intensität verleiht. Die Schlussszene, in der Hanks die Schockreaktion seines Charakters nach der Rettung darstellt, gilt als eine der eindrucksvollsten Einzelszenen seiner gesamten Laufbahn. Die emotionale Echtheit dieser Sequenz entstand ohne Probe und überrascht den Zuschauer mit ihrer schieren Unmittelbarkeit.
14. Ein Mann namens Otto (2022)
In der amerikanischen Neuverfilmung des schwedischen Erfolgsfilms Ein Mann namens Otto spielt Hanks den grummeligen Rentner Otto Anderson, der nach dem Tod seiner Frau keinen Sinn mehr im Leben sieht und von einer neuen Nachbarsfamilie aus seiner Isolation gerissen wird. Der Film zeigt eine andere Seite von Hanks: spröde, unzugänglich, geradezu abstoßend in der ersten Hälfte. Dass es ihm gelingt, die langsame emotionale Öffnung dieser Figur glaubhaft und ohne Sentimentalität zu gestalten, ist bemerkenswert. Das Zusammenspiel mit Mariana Treviño, die als quirlige Nachbarin Yusra agiert, gibt dem Film seine Lebendigkeit. Ein Mann namens Otto beweist, dass Hanks auch mit über 65 Jahren nichts von seiner schauspielerischen Präzision eingebüßt hat.
Tom Hanks als Produzent und Regisseur
Über seine Leistungen vor der Kamera hinaus hat sich Tom Hanks auch als Produzent und gelegentlich als Regisseur einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Gary Goetzman gründete er die Produktionsfirma Playtone, unter deren Label zahlreiche anspruchsvolle Projekte entstanden. Zu den bekanntesten Produktionen gehört die HBO-Miniserie Band of Brothers aus dem Jahr 2001, die gemeinsam mit Steven Spielberg produziert wurde und die Geschichte der Easy Company im Zweiten Weltkrieg erzählt. Die Miniserie gilt bis heute als Referenzwerk des Kriegsgenres im Fernsehen. Ebenfalls produzierte er The Pacific, eine thematische Fortsetzung über den Pazifikkrieg. Bei That Thing You Do! führte Hanks 1996 erstmals selbst Regie und übernahm gleichzeitig eine Hauptrolle.
Diese Tätigkeit hinter den Kulissen zeigt, dass Hanks nicht nur als Darsteller, sondern auch als Gestalter von Erzählungen arbeitet. Sein Gespür für historisch fundierte, menschlich nahbare Geschichten prägt sowohl seine eigenen Projekte als auch die Auswahl seiner Rollen.
Welche Serien hat Tom Hanks produziert oder mitgewirkt?
Neben Band of Brothers und The Pacific war Hanks als ausführender Produzent an der zwölfteiligen Dokumentarfilmserie The Movies beteiligt, die 2019 die Geschichte des Hollywood-Kinos von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart nachzeichnet. Als Schauspieler ist er in Serienformaten deutlich seltener zu sehen als auf der Kinoleinwand. Sein Kerngebiet bleibt der Spielfilm, in dem er auch im dritten Jahrzehnt seiner Karriere regelmäßig bedeutende Rollen übernimmt.
Was macht Tom Hanks zu einem Ausnahmeschauspieler?
Die Antwort auf diese Frage liegt nicht in spektakulären Methoden oder kontroversen Auftritten, sondern in einer seltenen Kombination aus handwerklicher Präzision und menschlicher Zugänglichkeit. Hanks ist bekannt dafür, Rollen abzulehnen, die ihn nicht fordern, und sich stattdessen auf Figuren zu konzentrieren, die er als innerlich komplex und glaubwürdig empfindet. Seinen eigenen Angaben zufolge reizt ihn besonders die Darstellung von Menschen in Krisensituationen, die gezwungen sind, sich selbst neu zu definieren.
Darüber hinaus bereitet er sich auf seine Rollen mit hoher körperlicher Ernsthaftigkeit vor: der drastische Gewichtsverlust für Philadelphia, die monatelange Produktionsunterbrechung für Cast Away, die intensive Recherche für historisch belegte Figuren wie Sullenberger oder Donovan. Diese Bereitschaft, physische und emotionale Grenzen zu verschieben, ohne dabei in Effekthascherei zu verfallen, ist das Fundament seines anhaltenden Erfolgs.
Warum gilt Tom Hanks als der Jedermann Hollywoods?
Tom Hanks wird in Fachkreisen häufig als der glaubwürdigste Darsteller des „normalen Amerikaners“ bezeichnet. Seine Figuren sind selten Helden im klassischen Sinne, sondern Menschen, die in außergewöhnlichen Situationen das Richtige tun, weil sie keine andere Wahl haben. Diese Bescheidenheit im Heldenformat macht ihn für ein breites Publikum zugänglich und schützt seine Rollen gleichzeitig vor Überzeichnung. Hinzu kommt seine Fähigkeit, ohne großen Dialog zu kommunizieren: Viele seiner stärksten Momente spielen sich in Stille ab, wie in Cast Away oder in der Schlussszene von Captain Phillips.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Oscar-Auszeichnungen | Zweifacher Gewinner als Bester Hauptdarsteller: für Philadelphia (1994) und Forrest Gump (1995) |
| Bekannteste Regisseure | Vielfache Zusammenarbeit mit Steven Spielberg und Robert Zemeckis |
| Körperliche Rollen | Drastische physische Veränderungen für Philadelphia und Cast Away belegen hohen Vorbereitungsanspruch |
| Produktionstätigkeit | Mitgründer der Produktionsfirma Playtone, Produzent von Band of Brothers und The Pacific |
| Stilmerkmal | Zurückhaltende, präzise Darstellung des „gewöhnlichen Amerikaners“ in außergewöhnlichen Situationen |
Fazit
Die Filme von Tom Hanks bilden eines der vielseitigsten und konsistentesten Œuvres der Hollywoodgeschichte. Von der Komödie der 1980er Jahre über die Oscar-prämierten Dramen der 1990er bis hin zu reifen Charakterstudien im 21. Jahrhundert zeigt Hanks eine schauspielerische Entwicklung, die bei gleichbleibend hoher Qualität in jeder Dekade neue Facetten offenbart. Was seine Karriere von der vieler Kollegen unterscheidet, ist die Abwesenheit von Selbstinszenierung. Hanks tritt hinter seine Figuren zurück und verleiht ihnen damit eine Authentizität, die beim Publikum nachhallt.
Wer die Filmgeschichte der vergangenen vier Jahrzehnte verstehen möchte, kommt an seinen Werken nicht vorbei. Ob als überforderte Komödienfigur, als traumatisierter Kriegsveteran oder als stiller Held des Alltags: Tom Hanks hat dem amerikanischen Kino eine menschliche Tiefe gegeben, die selten erreicht wird. Seine Fähigkeit, in jeder Rolle den Kern des Menschlichen freizulegen, ohne in Sentimentalität abzugleiten, macht ihn zu einem der bedeutendsten Schauspieler seiner Zeit.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Filme von Tom Hanks“
Hat Tom Hanks jemals einen Film abgelehnt, der später ein großer Erfolg wurde?
Tom Hanks ist dafür bekannt, Rollen bewusst abzulehnen, wenn er keine ausreichende Verbindung zur Figur aufbauen kann. Einer der bekanntesten Fälle ist die Rolle des Zefram Cochrane in Star Trek: Der erste Kontakt, die er aufgrund seiner gleichzeitigen Verpflichtungen für That Thing You Do! ablehnen musste. Hanks selbst hat betont, dass das Ablehnen von Rollen ein wesentlicher Teil des Schauspielerhandwerks ist und langfristig entscheidender für die Qualität einer Karriere sein kann als das bloße Annehmen jedes Angebots. Diese Selektivität erklärt, warum sein Filmverzeichnis kaum schwache Werke enthält und sein Ruf als verlässlicher Qualitätsgarant bis heute ungebrochen ist.
Wie unterscheidet sich die Vorbereitungsmethode von Tom Hanks von anderen Methoden-Schauspielern?
Während klassische Methoden-Schauspieler wie Daniel Day-Lewis oder Dustin Hoffman dafür bekannt sind, auch zwischen den Dreharbeiten vollständig in ihren Figuren zu verbleiben, verfolgt Tom Hanks einen handwerklicheren Ansatz. Er vertieft sich intensiv in die Recherche, nimmt bei Bedarf drastische körperliche Veränderungen vor, bleibt aber außerhalb des Sets erkennbar er selbst. Für Philadelphia informierte er sich umfassend über den klinischen Verlauf von Aids und sprach mit Betroffenen. Für Sully verbrachte er Zeit mit dem realen Chesley Sullenberger. Dieser respektvolle, informationsbasierte Zugang ermöglicht ihm Rollen zu gestalten, ohne sich in ihnen zu verlieren, und sorgt für eine Nachhaltigkeit, die in seiner langen Karriere deutlich sichtbar ist.
Welche Rolle spielen Historienfilme in der Gesamtbetrachtung seines Schaffens?
Historisch belegte Stoffe nehmen einen erheblichen Teil des Filmverzeichnisses von Tom Hanks ein und sind auffällig häufig mit seinem Namen verbunden. Apollo 13, Der Soldat James Ryan, Bridge of Spies, Captain Phillips und Sully basieren alle auf realen Ereignissen und realen Personen. Das ist kein Zufall. Hanks hat wiederholt erklärt, dass ihn Geschichten faszinieren, in denen normale Menschen in historisch bedeutsame Situationen geraten und darin ihre Menschlichkeit beweisen oder verlieren. Diese Vorliebe für den „historischen Jedermann“ spiegelt sich nicht nur in seiner Auswahl als Schauspieler wider, sondern auch in den Projekten, die er als Produzent entwickelt. Seine Arbeit an Historienfilmen und Miniserien hat maßgeblich dazu beigetragen, komplexe Epochen der amerikanischen Geschichte einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Wie hat sich das Publikumsbild von Tom Hanks über die Jahrzehnte verändert?
In den 1980er Jahren war Tom Hanks primär als Komödiant bekannt, der in leichten Unterhaltungsfilmen überzeugte. Mit Philadelphia und Forrest Gump vollzog sich ein grundlegender Wahrnehmungswandel: Das Publikum begann, ihn als ernsthaften Charakterdarsteller zu sehen, der schwierige Stoffe mit einer Reife angeht, die in Hollywood nicht selbstverständlich ist. In den 2000er Jahren etablierte er sich als verlässliche Besetzung für ambitionierte Blockbuster mit humanistischem Kern. Seit den 2010er Jahren erweitert er sein Spektrum erneut, indem er Figuren annimmt, die moralisch ambivalenter oder emotional schwieriger zugänglich sind, wie etwa Colonel Tom Parker in Elvis oder den mürrischen Otto. Diese kontinuierliche Erneuerung erklärt, warum Hanks in der öffentlichen Wahrnehmung nie an Relevanz verloren hat.
Welchen Einfluss hat Tom Hanks auf jüngere Schauspieler-Generationen?
Tom Hanks gilt in der Branche als Vorbild für eine Form des Schauspielerseins, die Qualität über Selbstdarstellung stellt. Viele jüngere Darsteller haben ihn als Einfluss genannt, nicht wegen eines bestimmten darstellerischen Kniffs, sondern wegen seiner Haltung gegenüber dem Beruf: Sorgfalt bei der Rollenwahl, Respekt gegenüber den Figuren, Bereitschaft zur körperlichen und intellektuellen Vorbereitung. Darüber hinaus hat er als Produzent jungen Talenten Möglichkeiten geboten, indem er anspruchsvolle Projekte initiiert hat, die ohne seinen Namen kaum finanzierbar gewesen wären. Sein Einfluss reicht damit über die reine Schauspielerei hinaus und erstreckt sich auf die Entwicklung von Erzählkultur im amerikanischen Unterhaltungskino insgesamt.
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