Der Schmerz hat einen Namen “Proctalgia fugax”

Proctalgia fugax
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Einigen Lesern wird diese Situation bekannt vorkommen: In der Nacht weckt dich plötzlich und ohne Vorwarnung ein krampfartiger Schmerz im Mastdarm. Dieser kann wenigen Minuten bis hin zu einer Stunde andauern. Viele berichten davon, dass dieser Schmerz bei ihnen häufig nach dem Geschlechtsverkehr auftritt.

Da diese krampfartigen und sehr schmerzvollen Anfälle nicht oft vorkommen, gehen die meisten Betroffenen erst gar nicht zum Arzt. Zumal diese Krämpfe nicht konstant sondern eher sporadisch auftreten. Vielen ist es auch unangenehm darüber mit einen Arzt zu sprechen.

Darum wird meist dieser Schmerz oder diese Situation nicht ernst genommen. Selbst wenn “Mann” zum Arzt geht, stellt er in den meisten Fällen eine falsche Diagnose wie “Chronische Prostata Entzündung” gestellt.

Der Schmerz hat einen Namen “Proctalgia Fugax”

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Oftmals fangen Ärzte mit dem Begriff “Proctalgia Fugax” gar nichts an. Im englischsprachigen Raum wird “Proctalgia Fugax” als Levator-Syndrom bezeichnet. Obwohl diese Krankheit recht unbekannt ist, leiden sehr viele Männer und Frauen darunter.

Leider tappen die Mediziner immer noch im Dunkeln, was die richtige Behandlung von “Proctalgia fugax” angeht. Eine Schmerzmittelbehandlung ist nicht besonders wirkungsvoll, da diese ihre volle Wirkung erst entfaltet wenn der Schmerz schon vorbei ist. Viele Betroffene haben auch eigene Methoden entwickelt, mit dieser Situation umzugehen.

Symptome und Anzeichen auf einen Blick

Das Leiden Proctalgia fugax macht sich durch charakteristische Symptome bemerkbar. So berichten Betroffene über nahezu unerträgliche Schmerzen im Bereich des Afters. Vor allem beim ersten Auftreten der Symptome befürchten viele Menschen, dass es sich um einen medizinischen Notfall handelt. Dabei tritt das Leiden bei jungen Leuten nur sehr selten auf. Betroffen sind vor allem Personen zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr.

Die Medizin unterscheidet prinzipiell zwei Formen von Proctalgia fugax:

  • Der Taganfall: Dabei treten die Schmerzen von einem auf den anderen Moment auf. Sie werden immer stärker und können sich in Bezug auf die Lokalisation auch abwechseln. Der Schmerz geht vom After aus und weitet sich in der Regel auf den Mastdarm, den Analkanal und das Abdomen aus.
  • Der Nachtanfall: Bei dieser Form von Proctalgia fugax bleibt der Schmerz konsistent. Es ist dabei der gesamte Analkanal betroffen.

Beiden Arten des Leidens ist gemein, dass begleitend Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen oder sogar eine Ohnmacht auftreten können. In den meisten Fällen kommt es bereits nach einer relativ kurzen Zeit zum Abklingen der Schmerzen – nur selten halten diese länger als 30 Minuten lang an. Es gibt jedoch auch Menschen, bei denen Akutanfälle von Proctalgia fugax einige Stunden dauern.

Dabei treten die Anfälle zumeist unregelmäßig aus. Zwischen den einzelnen Episoden können Tage, Wochen oder Monate liegen. Im Durchschnitt wird die Zahl von sechs Anfällen im Jahr nicht überschritten. Im Alter nimmt das Leiden in der Regel ab.

Die Ursachen von “Proctalgia Fugax”

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Tatsächlich ist vielen Medizinern die eigentliche Ursache von “Proctalgia Fugax” ein Rätsel. Es wird vermutet, dass Menschen, die unter Stress oder Angststörungen leiden, eher davon betroffen sind. Bei der medizinischen Abklärung konnten bisher stets organische Ursachen ausgeschlossen werden. Ärzte gehen davon aus, dass der psychische Zustand des Patienten in direktem Zusammenhang mit “Proctalgia Fugax” steht. Ebenso hat der Krankheitsverlauf kein festgelegtes Muster, da Betroffene von unterschiedlichen Intervallen der Attacken zu verschiedene Zeiten und Zeitabständen berichten.

Lässt sich Proctalgia fugax behandeln?

Mediziner stehen in Bezug auf die Behandlung des Leidens heute noch immer vor einem Rätsel. Vereinzelt konnten Fachkräfte durch die Verabreichung von Arzneimitteln wie Nifedipin, Salbutamol und Clonidin eine Liderung erwirken. Bei einigen Fällen führt eine Hämorrhoidaltherapie zum gewünschten Erfolg.

Auch schmerzstillende und krampflösende Medikamente können die Schmerzen bei Proctalgia fugax lindern. In diesem Kontext hat sich vor allem Paracetamol als wirksam erwiesen. Allerdings zeigt die Einnahme von Schmerzmitteln nicht immer den gewünschten Effekt. Problematisch ist diese Therapie insbesondere im Hinblick darauf, dass die Wirkung des Medikaments erst dann eintritt, wenn die Schmerzen wieder selbständig abklingen. Eine präventive Einnahme von Analgetikern ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Es ist nämlich nicht klar, wann der nächste Anfall auftritt.

Bei vielen Patienten stehen die schmerzhaften Episoden auch mit einem Magnesium- oder Calciummangel in Verbindung. Es kann sich also durchaus lohnen, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Dies gilt vor allem dann, wenn du oft Sport betreibst und damit einen erhöhten Bedarf an jenen Mineralstoffen hast.

Bei einigen Betroffenen sind die Schmerzen aber so stark, dass sie bei einem Anfall erst gar nicht dazu imstande sind, die entsprechenden Medikamente einzunehmen. Bei besonders schmerzhaften Episoden empfiehlt es sich, die Knie-Ellenbogen-Lage einzunehmen oder mit einem Brauskopf für Wärmezufuhr zu sorgen.

Auf lange Sicht kannst du mit Entspannungstechniken, einem regelmäßigen Beckenbodentraining sowie mit Psychotherapie Abhilfe schaffen. Letztgenannter Aspekt ist deshalb wichtig, da Proctalgia fugax auch durch Stress begünstigt wird. Wende dich bei diesem Leiden aber auf jeden Fall an einen Arzt. Er kann dir eine passende Therapie verordnen, sodass deine Beschwerden dauerhaft Linderung erfahren.

Was hilft gegen “Proctalgia Fugax”

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Ein gutes Mittel gegen die Schmerzen, ist bei einem Anfall ein Sitzbad im warmen Wasser zu nehmen und zu versuchen sich zu entspannen. Nun ein paar Tipps von uns, die wir von leidgeplagten Männern zusammengetragen haben:

  • 2. Ausgewogene Ernährung
  • 3. Zusätzliche Zufuhr von Magnesium- oder Calcium
  • 5. Schmerztherapie
  • 6. Psychotherapie
  • 8. Stress reduzieren
  • 9. Viel Bewegung, wenig sitzen

Fazit

An dieser Stelle wollen wir erwähnen, dass es natürlich sehr wichtig ist, alle medizinischen Untersuchung zu machen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Danach solltest du mit einem Arzt deines Vertrauens besprechen, ob eine der oben genannten Methoden für dich in Frage kommt.

Wir würden uns freuen, wenn Männer die sich ebenso mit diesen Symptomen plagen und effektive Methoden haben diese zu behandeln, uns anschreiben und darüber berichten – wir würden die Liste mit der Zeit nämlich gerne erweitern.


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Über Der Philosoph 1251 Artikel
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

3 Kommentare

  1. Ein Bekannter hatte seit dem Teenager Alter Schmerzen und ist von Arzt zu Arzt gepilgert hat Antidepressiva und auch Extrem Harte Schmerzmittel von der Sorte verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel bekommen also Fentanyl Pflaster etc.. Er selbst hat sich mit extrem heißen Wärmflaschen und Sitzring beholfen.
    Es Wurden MRTs gemacht auf denen nichts besonders zu sehen war nur ein kleiner Blutschwamm irgendwann wurde nochmal ein MRT gemacht, wieder nur der kleine Blutschwamm dennoch hat ein Arzt den Entschluss gefasst zu operieren und sie fanden einen Tumor den sie aus dem Wirbel geschnitten/gesägt haben um den Wirbel damit zu stabilisieren haben sie ein Stück aus dem Beckenknochen entnommen. Mein bekannter musste für einige Monate Krücken benutzen um den Wirbel währen der Heilung zu entlasten aber jetzt ist er Schmerzfrei.
    Was mich angeht habe ich wie ich glaube eine “mögliche” Ursache für diese bei mir früher in unregelmäßigen in langen abständen immer nachts auftretenden Schmerzen, von denen man aufwacht, herausgefunden, nach 20 Jahren.
    Für Frauen funktioniert meine Erklärung nicht und sie muss auch nicht für jeden passen.
    Ich sage voraus das die viele Männer die diese Schmerzen erfahren nachts Unterhosen tragen und zwar Slips und keine Boxerschorts. Diese Slips sind außerdem ziemlich eng z.B. auch durch eine Gewichtszunahme in der vorausgegangenen Zeit.
    Bei mir wurden die Schmerzen von nächtlichen Erektionen im Schlaf verursacht die sich in der Unterhose verhakten und einen massiven Gegendruck verursachten der wiederrum zu massiven Schmerzen an der Peniswurzel führt das fühlt sich dann so an als hätte einer etwas gemeines mit dem After gemacht.
    Ich habe 20 Jahre gebraucht um das heraus zu finden schon weil die Erektionen meist schon abgeschlafft waren, wenn ich von den Schmerzen aufgewacht bin und ca. eine Stunde vor Schmerzen nicht einschlafen konnte.
    Medizin ist Detektivarbeit und wenn sie etwas nicht gezielt für die Diagnose herbeiführen lässt wie bei diesen Schmerzen dann wird es für Ärzte schwierig ordentlich zu diagnostizieren.
    Außerdem hat man da unten wenige Nerven die Ursache kann also locker 20-30cm Umkreis um den gefühlten Ausgangspunkt herum liegen.

    • Danke dir für deine ausführliche Antwort. Natürlich können die Schmerzen sehr viele Ursachen haben. Es ist sehr wichtig das sich die Männer zu dem Thema austauschen. Lg aus Wien Darko :)

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