Vasektomie – die Sterilisation des Mannes

Vasektomie Vasektomie - die Sterilisation des Mannes

Bei der Vasektomie handelt es sich um die Sterilisation des Mannes. Dies bedeutet, dass die Samenleiter im Hodensack durchtrennt werden, was zu einer Unfruchtbarkeit bzw. Zeugungsunfähigkeit führt. Der folgende Ratgeber erläutert dir alles Wissenswerte rund um die Vasektomie.

Wie wird die Vasektomie durchgeführt und wann ist sie sinnvoll?

Die Operation, die Vasektomie, findet unter örtlicher Betäubung und ambulant, das heißt, in einer Praxis, statt und wird in der Regel von einem Facharzt für Urologie durchgeführt. Sie dauert ungefähr 20 bis maximal 60 Minuten. Die Vasektomie, die Durchtrennung der Samenleiter, ist vor allem in folgenden Situationen ratsam:

  • Stabile Partnerschaft
  • Familienplanung ist abgeschlossen
  • Schwangerschaft der Partnerin wäre eine gesundheitliche Gefährdung für sie selber oder das Kind
  • Kind würde behindert zur Welt kommen
  • Weiteres Kind wäre eine zu hohe Belastung

Die verschiedenen möglichen Eingriffe bei der Vasektomie

Zum Durchtrennen der Samenleiter stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung:

  • Wird die Vasektomie ohne Skalpell durchgeführt, werden die Hodensackhaut sowie die Samenstranghüllen nur angeritzt und gespreizt und nicht aufgeschnitten, um zu den Samenleitern einen Zugang zu schaffen. Diese Variante ist mit geringen Komplikationen verbunden, beispielsweise Blutergüsse oder Wundinfektionen. Die zwei Samenleiter werden durch das kleine entstandene Loch ein Stückchen herausgezogen und durchtrennt. Die losen Enden werden im Anschluss durch ein Abbinden, Hitze, chemische Substanzen oder alternativ mit Titanclips verschlossen. Die Enden der Samenleiter werden abschließend in die verschiedenen Gewebeschichten des Hodensacks verlegt. Hautnähte sind in der Regel nicht erforderlich. Zwei kleine Pflaster, die auf die Hodensackhaut kommen, genügen im Normalfall.
  • Bei der Fulgurationstechnik und Ligaturtechnik werden hingegen Schnitte gesetzt, um Zugang zu den Samenleitern zu haben. Die Samenleiter werden zudem nicht nur durchtrennt, sondern außerdem gekürzt. Diese beiden Behandlungsmöglichkeiten sollten mit dem Arzt genau besprochen werden, um sich entsprechend zu entscheiden. Bei beiden Operationstechniken genügen nach dem Eingriff, wenn alles planmäßig verläuft, zur Erholung einige Tage körperliche Schonung sowie eine sexuelle Enthaltsamkeit.

Die möglichen Komplikationen und Risiken einer Vasektomie

Unabhängig von der angewendeten Methode gilt die Vasektomie als komplikations- und risikoarm. Doch natürlich kann es, genau wie bei jedem anderen Eingriff, mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit zu Komplikationen kommen. Dazu gehören:

  • Bluterguss
  • Geschwollener Hodensack
  • Verwachsungen
  • Wundheilungsstörung
  • Nachblutungen
  • Entzündungen an der Hautwunde oder sehr selten an Hoden und Nebenhoden
  • Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom (lang anhaltende, chronische Schmerzen im OP-Bereich

Die Vasektomie zieht lediglich in einem oder zwei Prozent der Eingriffe Nebenwirkungen oder Komplikationen wie ein Bluterguss, eine Infektionen oder dauerhafte Schmerzen nach sich. Auch wenn die Vasektomie eine Standard-OP ist, sollte dennoch ein Facharzt gewählt werden, der hinsichtlich des Eingriffs Erfahrung und Routine hat.

Was sollte nach der Vasektomie beachtet werden?

Nach dem Eingriff ist eine Hochlagerung und Kühlung ratsam, um eventuelle Schmerzen oder eine mögliche Schwellung zu lindern. Im Allgemeinen ist am OP-Tag eine körperliche Schonung wichtig. Ein Ziehen oder geringe Schmerzen im Hodensack können zwei bis drei Tage lang auftreten. Die Mehrheit der Patienten empfindet jedoch keine Beschwerden. Ein Schmerzmittel kann vor allem in den ersten Stunden danach helfen. Zu beachten ist auch, dass nach der Vasektomie in der Samenflüssigkeit noch bis zu 12 Wochen lang befruchtungsfähige Spermien sein können, sodass eine zusätzliche Verhütung notwendig ist. Zwei bis drei Kontrolluntersuchungen finden im Abstand von mehreren Wochen statt, um dies zu überprüfen. Die sexuelle Pause sowie die Schonung und auch der Verzicht auf Sport sind sehr wichtig, damit beispielsweise die innere Wundheilung nicht gefährdet wird. Nach einer Woche ungefähr kann zum Beispiel den sportlichen und sexuellen Aktivitäten wieder nachgegangen werden.

Ist die Vasektomie sicher?

Die Vasektomie gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden. Sie stellt eine einfache Möglichkeit dar, um permanent zu verhüten. Die Samenleiter werden durchtrennt und im Anschluss verschlossen, sodass die Durchleitung der Spermien durch den Eingriff zuverlässig unterbrochen wird. Dennoch sollte die vollständige und auch tatsächlich nachhaltige Durchtrennung durch anschließende Kontrolluntersuchungen geprüft werden, damit es nicht trotz einwandfreien Eingriffs zum unerwünschten Durchlassen der Spermien kommt. Die Überprüfung wird mittels Spermiogramm vorgenommen. Das Ejakulat wird dabei auf die Spermien hin untersucht. Die Vasektomie ist ziemlich sicher, aber kein 100-prozentig sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,9). Dies bedeutet, dass in weniger als einem Prozent der Eingriffe die Sterilisation nicht gelingt, sodass eine Wiederholung dann notwendig ist.

Lässt sich die Vasektomie rückgängig machen?

Es ist prinzipiell möglich, die Fruchtbarkeit nach einer Vasektomie über einen nochmaligen Eingriff wieder herstellen. Dies geschieht, indem die vernähten oder verödeten Enden der Samenleiter zusammengenäht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass man(n) danach wieder fruchtbar wird, beträgt ungefähr 85 Prozent. Die Spermien sind in diesem Fall allerdings eventuell weniger mobil und auch die Anzahl ist geringer, als es vor der Sterilisation der Fall war. Zu beachten ist, dass der Eingriff aufwändiger ist als die Vasektomie. Dadurch entstehen auch wesentlich höhere Kosten von rund 2.000 bis 5.000 Euro.

Fazit

Die Entscheidung zur Vasektomie sollte als endgültig angesehen und daher sorgfältig mit der Partnerin besprochen werden. Sollte eventuell doch noch ein versteckter Kinderwunsch vorhanden sein, ist von dieser Verhütungsform abzuraten. Vor allem Männer ohne eine feste Partnerin sollten ihre Entscheidung gründlich überdenken. Es gibt zwar prinzipiell die Möglichkeit, dass die Durchgängigkeit der Samenleiter mit einer so genannten Refertilisierungsoperation wiederhergestellt wird, allerdings ist dies ein aufwändiges und auch kostenintensives Verfahren. Durchschnittlich wird bei rund 70 Prozent der Männer eine erneute Durchgängigkeit der beiden Samenleiter erreicht. Sind sich beide Partner einig und die Vasektomie wird korrekt durchgeführt, ist es eine sichere und sehr gute Methode der Verhütung. Andere Verhütungsmaßnahmen wie Kondome, die Pille usw. entfallen dadurch, natürlich nur bei einem festen Partner, bei dem die Übertragung von Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen werden kann.

Über Der Philosoph (459 Artikel)
Darko Djurin (Der Philosoph) wurde am 04.05.1985 in Wien geboren. Er ist diplomierter Medienfachmann und Online Social Media Manager. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Musik Produktion, Visual Effects, Logo- & Webdesign, Portrait und Architekturfotografie und SEO – Suchmaschinenoptimierung. Seine Leidenschaft zum bloggen entdeckte er vor 12 Jahren. Der neue Mann ist nicht nur ein Projekt für ihn vielmehr sieht er es als seine Berufung seine Denkweise und Meinung auf diese Art kundzutun.

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